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Beim "High Premium Audio System" sitzen die insgesamt 21 Lautsprecher an exakt berechneten Positionen im Innenraum. (Bild: Sonus Faber)
Beim "High Premium Audio System" sitzen die insgesamt 21 Lautsprecher an exakt berechneten Positionen im Innenraum. (Bild: Sonus Faber)

Power und Feinsinn im „Grecale“

Sonus Faber bestückt neues Maserati-SUV

Der neue Grecale fährt in "Premium"-Ausstattung mit bis zu 21 Lautsprechern vor.

Eigentlich sind wir beim italienischen Edelhersteller Sonus Faber nahe der norditalienischen Stadt Vicenza, um das Werk zu besichtigen und Eindrücke für den anstehenden Test der Standlautsprecher Olympica Nova III zu sammeln, die es jetzt auch in aufregendem Lackschwarz gibt. Doch vor der Tür parkt das brandneue Maserati-SUV, der Grecale in Knallgelb. Dürften wir da, äh, mal Platz nehmen? Aber ja doch! Im Vergleich zur mit immerhin schon acht Chassis ausgerüsteten Basisbestückung bringt Sonus Fabers "Premium Audio System" bereits 14 mit, die aus einem 860-Watt-Amp gespeist werden. Unser 530 PS starker "Trofeo" mit Dreiliter-Twinturbo-V6 besitzt sogar die "High Premium"-Spitzenausstattung. Bei dieser haben die Italiener insgesamt 21 Lautsprecher an genau berechneten Punkten im Innenraum verteilt. Die von zwei DSPs kontrollierte Class D-Endstufe mit bis zu 1285 Watt Leistung versorgt dann konkret sieben Tweeter, drei Mitteltöner, zwei zusätzliche Mitteltöner für den Surround-Modus sowie vier im oberen Kabinenbereich, jeweils zwei Basstreiber vorne und hinten und schließlich den über eine Schallführung ans Wageninnere angekoppelten Subwoofer.

Von der Technik sieht man wenig. Hier und da fallen formschöne, makellos verarbeitete Aluminiumblenden mit kleinen Austrittsöffnungen ins Auge, Luxus soll hier Expertise treffen, so der Anspruch. Die meisten Chassis sind kunstvoll versteckt. Aber nicht zu überhören. In aufwendigen Simulationen wurde das Phasenverhalten der Mittel- und Hochtöner aufeinander abgestimmt, blieb kein Detail unbeachtet. Tatsächlich hat man sofort den Eindruck des Hochklassigen und Entwickelten zumindest dann, wenn man auf dem 12,3-Zoll-Touchscreen des Grecale vom Normal- in den 2D-Modus wechselt, der zusätzliche Lautsprecher aktiviert. Und wer zum ultimativen 3D-Status wechselt, wird gleichsam in eine Klangwolke gehüllt. Natürlich erlaubt das "Audio System" vielfältige Eingriffe wie das Verrücken der Balanceeinstellung in jedwede Richtung oder die Beeinflussung einzelner Frequenzbereiche, wobei der Sub einen eigenen virtuellen Schieberegler besitzt. Wir loggen unsere Smartphones ein, was auf Anhieb klappt, probieren fleißig herum und wechseln dabei immer mal wieder die Plätze. Dass es uns auf dem Fahrersitz klanglich am besten gefällt, sollte niemanden überraschen. Wer eine höhere fünfstellige oder wie beim Trofeo sogar satt sechsstellige Summe für den Grecale hinblättert, sollte bei der Anlage den Logenplatz haben, oder?

Aber auch daneben und vor allem hinten sitzt man – mal ganz hifidel betrachtet – vorzüglich. Ja, im Fond haben es Sonus Fabers Entwickler tatsächlich geschafft, vor den Hörern eine Art akustischer Bühne zu installieren, die einen zugleich seitlich umhüllt. Das Tolle ist zudem, dass wir lauter und lauter drehen, ohne dass etwas nervt. Die Wiedergabe bleibt seidig, gelöst und unangestrengt. Den wohl absichtlich nicht zu effektiv gedämmten Motor haben wir da längst locker übertönt und genießen etwa bei David Bowies "Starman" eine so fein ziselierte wie druckvolle Wiedergabe, wobei der im hinteren Teil installierte Subwoofer durchaus spür-, aber eben nicht ortbar ist. "Na, erkennt ihr den audiophilen Fingerabdruck von Sonus Faber?" fragt jemand von der Entwicklung, der uns einweist. Ja, durchaus! Und zwar vor allem hinsichtlich der stimmigen Mitten und des perlenden, edlen Touchs. Dafür hören wir Mozarts "Kleine Nachtmusik", die belegt, wieviel Luft, Akkuratesse und Charme das "High Premium"-System zu entwickeln imstande ist. Keine Frage, die Anlage kann gepflegt den Dampfhammer einsetzen, aber eben auch beim dezenteren Auftritt begeistern.

Nun werden wir von der Leine gelassen und können den Grecale in und um Vicenza herum ausprobieren, wobei die audiophilen Eindrücke im Hinblick auf die beeindruckenden Qualitäten des Maserati und seines Antriebs sowie natürlich die umwerfend schöne Landschaft ein wenig zurückstecken müssen. Dennoch kommen wir dazu, einige unserer Hörtestfavoriten anzuspielen, die im sportlichen SUV eine besondere Intensität ausstrahlen. Am Ende bleiben wir in der 3D-Einstellung. Potenziellen Käufern eines Grecale mit anspruchsvollen Ohren, die über die rund 2850 Euro Aufpreis gegenüber Sonus Fabers Standardlösung grübeln, raten wir, das "High Premium"-Set einfach mal anzuhören. Danach will man bestimmt nicht mehr zurück. Auch, weil dessen Performance einfach zum neuen Maserati passt. Oder sagen wir es so: Der Grecale verwandelte unseren Trip zu einem Gesamterlebnis für alle Sinne!

Bildergalerie

Die HiFi-Anlage wird wie andere Funktionen des Grecale über einen großen Touchscreen gesteuert.
4 Bilder
Die in sich leicht flexiblen Abdeckungen sollen an die "String"-Bespannungen der Lautsprecher der Italiener erinnern.
Den Grecale gibt es in den Ausführungen Modena, Trofeo und GT.
Auch von hinten macht der Grecale eine sportliche Figur.

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