STEREO Umfrage

Darf/soll/kann Musik politisch sein?

Musik dient den Menschen zu den unterschiedlichsten Zwecken: sie kann entspannen, anregen, einlullen, uns beruhigen oder aufputschen. Doch darüber hinaus gab und gibt es Musiker, die sich nicht nur durch die Musik, sondern auch mit ihren Texten mitteilen und kritisieren wollen – so, wie es in der Malerei, im Theater oder auch im Film gang und gäbe ist. Doch was in anderen Kunstformen üblich und akzeptiert ist, gerät in der Musik immer wieder in die Kritik. Wir haben an die Abonnenten unseres STEREO Newsletters die Frage gerichtet, was diese von politischer Musik halten sowie die Antworten und Kommentare hier gesammelt.

  • Hallo. Nichts gegen, neben "normalen ", politisch orientierten Liedern/Texten. Es darf nur nicht ausufern und politisch Verwirrte und religiösen Fanatikern keine Plattform für ihr dämliches Verhalten bieten.
  • Die Musik hat für mich immer die Priorität.
  • Musik ist auch ein Spiegel unseres Lebens. Damit sind aber untrennbar soziale, gesellschaftliche Verhältnisse verbunden.
  • Politische Texte in der Musik ist auch eine Form der Redefreiheit (solange der Inhalt nicht gegen Gesetze verstößt)
  • Entwicklung funktioniert nur über Ansprechen und somit einer Bewusstseins-Entwicklung. Insofern finde ich es grundsätzlich klasse, wenn Texte politisch Stellung beziehen.
  • Natürlich darf es zum Nachdenken und Wachrütteln Aussagen in Liedern geben. Gerade Liedermacher sind da besonders gut (Wecker, Mey), aber auch Pink
  • Was wäre die Welt ohne Bob Dylan, oder Songs wie „Dear Mr.President“ von Pink? ...und Gesellschaftskritik ist ja auch irgendwie Politik. Wo will man die „rote Linie“ ziehen?
  • Alle Texte dürfen in Musik zu hören sein.
  • Ich habe nichts gegen politische Texte in der Musik. Ich hasse aber politische Botschaften während eines Konzertes und dann noch mehrere Minuten lang. Ganz schlimm beim letzten Konzert von Roger Waters. Auch das U2 Konzert vor einigen Jahren hatte Bono zum Anlass genommen um seine Sichtweise der Dinge minutenlang darzulegen. Das muss während eines Konzertes nun wirklich nicht sein !!!
  • Kunst braucht Freiheit, also müssen sich Musik/Musiker politisch äußern dürfen. Trotzdem halte ich politische Positionierung und Aktivität nicht für die Aufgabe von Musik.
  • Die Zeiten sind glaube ich vorbei, wo Musiker gemeinsam mit Ihren Fans an die Macht des gesungenen Wortes geglaubt haben. Meiner Erfahrung nach erleben heute die meisten jungen Menschen Musik als Hintergrundberieselung ohne einen politischen Anspruch an die Musik zu stellen. Die Gleichgültigkeit vieler an politischen und gesellschaftlichen Themen spiegelt sich auch in der Haltung zur Musik wieder. Musik wird konsumiert und nicht mehr interpretiert, weshalb auch nicht mehr viele Künstler den Anspruch haben politische Texte zu schreiben – für wen denn.
  • Auch ein scheinbar "unpolitischer" Text kann in seiner Harmlosigkeit politisch wirken – es kommt auf das Umfeld an! Man denke nur an die Durchhalte-Schlager im 2. Weltkrieg...
  • Sie dürfen nicht nur, sondern sind willkommen im Wettbewerb mit Herz-Schmerz und Friede-Freude-Eierkuchen Texten. Wobei letztere auch eine gesellschftspolitische Aussage beinhalten.
  • Manchmal nervt sogar Neil Young wie mit „Living with war“.
  • Jeder Künstler ist frei, seine Meinung, also auch seine politische Meinung zu äussern. Auch im Jazz, wo oft gar nicht gesungen wird, steht häufig die politische Haltung im Vordergrund, siehe Monk, Davis, Coltrane etc in den 50-er und 60-er Jahren.
    Es sollte also selbstverständlich sein, dass ein Künstler das zum Ausdruck bringt, was er als bewegend/wichtig findet.
    Ob wir es gut finden, ob wir uns als "Konsument" angesprochen fühlen, ob wir uns mit einer künstlerisch geäuserten politischen Aussage auseinandersetzen möchten, das ist jedem selbst überlassen.
  • Ich wünsche mir mehr politische Texte in der Musik, gerade in der heutigen Zeit
  • Sorry, ich finde STEREO ja echt gut, aber das ist eine blöde Frage. Texte beinhalten nunmal das, was der Autor mit ihnen aussagen will. Wenn es mir gefällt, höre ich es. Sonst nicht.
  • Musik dient der Entspannung und sollte der Politik gegenüber neutral sein. Wir hatten schließlich ja schon einmal, in der Nazizeit, wo Musik in allen seinen Facetten missbraucht worden ist. Ich sage deshalb, NEIN DANKE.!!!!
  • Was wären ein Bob Dylan oder Jackson Browne ohne ihre kritischen Texte zu Themen in der Politik oder der Gesellschaft allgemein. Da nichts so verbreitet ist, wie Musik, wäre es wünschenswert, wenn es viel mehr politische Songtexte gäbe. Sie müssen nur fair bleiben und zum Nachdenken anregen.
  • Über Politik lese ich in der Zeitung/Internet.
  • Ich vermute jedoch, dass sich den meisten Hörern (ohne die gedruckten Texte) die Inhalte von politischen Liedern in englischer oder auch vielleicht französischer Sprache gar nicht erschließen. Ohne genaue Sprachkenntnis bleiben deutsche Lieder übrig.
  • Natürlich darf und soll es auch politische Texte geben. Sinn machen sollen sie.
  • Hauptsache nicht wie: Ding, däng, Ding, I wanna marry you.
  • Weichspüler und eiteitei Dumpfbackengeträller mag den öffentlich rechtlichen sehr nahe liegen. Alleine die Musikauswahl ist doch hier schon politisch.
    Aber wer will Selfie Instagramusern vorwerfen, sie wären Influencer und damit verantwortungslose Püppchen...Musik reflektiert auch immer den Hörer, wie den Schaffenden.. als auch den der sie zum Vorspielen auswählt. Das ist schon politisch. Kommt also auf die Intention an....
    Fazit: nach dürfen und sollen zu fragen ist paternalistisch, nach können naiv .
    Was sagt das jetzt über den Fragenden aus...
  • die Mischung machts
  • Musik sollte und darf nicht politisch sein! Musik zur politischen Meinungsäußerung, persönlicher Stellungnahme oder zur Kritik zu verwenden, finde ich gar nicht in Ordnung. Solche Einflüsse haben in der Musikwelt nichts verloren. Wir werden im Alltag genug mit Politik aller Art konfrontiert, da muss dies auch nicht noch zusätzlich über Musik geschehen.
  • Wenn es eine derartige Musik gibt, schalte ich sofort ab.
  • Ein "politisches Image" passt nicht zu jedem Musiker. Ein Bob Dylan OHNE Politik in seinen Texten? Undenkbar und unmöglich! Helene Fischer und Politik? Passt nicht und macht KEINEN Sinn!
  • Politische Texte kann es geben, muss es natürlich nicht. Je nach Geschmack und Hörgewohnheiten. Wenn ein Musiker sich dazu berufen fühlt, etwas politisch ausdrücken zu müssen – nur zu!
    Um Denkanstöße zu geben und Leute wachzurütteln kann es von großem Nutzen sein.
    Aber man will auch einfach mal nur Musik als Musik ohne Botschaft o. ä. genießen.
  • Musiktexte haben genauso wie Bücher und Filme das Recht politisch zu sein. Ende der 60er und Anfang der 70er war Musik gerade wegen der Texte Mitauslöser für politische Veränderungen.
  • Wer ist denn auf die Idee gekommen, das in Frage zu stellen???
    Selbstverständlich dürfen die Texte in der Musik politisch sein!!! Der Blues ist entstanden als Äußerung der unterdrückten Sklaven, um ihre traurige Situation zu verarbeiten. Also ist der Ursprung von Jazz und Rock'n'Roll schon vor weit über 100 Jahren politisch gewesen.
  • Der Text war mir schon immer egal die Hauptsache ist, der Sound sollte stimmen. Und Da kann man heute nur noch den Kopf schütteln, was da so produziert. Gejammer und Gedudel von Anfang bis zum Ende, hat man die ersten 5 Sekunden gehört dann hat man das Ganze Lied gehört. Viel tut sich dann nimmer. Und da wundern sich die Plattenlabel das sie nichts mehr Verkaufen können und sehnen sich nach den 70er und 80er.
  • Die Texte in der Musik stellen doch in der Regel die Einstellung, Gefühle, Meinung, Ansicht usw der Künstler dar. So muss doch jeder Hörer für sich entscheiden, ob ihm diese Musik / Texte gefallen. Musik fördert dahin ja auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gesellschaft. Auch werden durch politische Texte so manche "Hörer" Mal zum Denken angeregt.
  • Bei nicht-politischen Texten bitte keine Friede-Freude-Eierkuchen-Texte, die es allerdings nicht nur in deutschen (Malle-) Schlagern gibt, sondern auch in denen von England und USA, die ja hier vielfach gehört und oft aufgrund fehlender Sprachkenntnisse meistens so nicht wahrgenommen werden, da ist es dann der Sound und der evtl Mitgröhlrefrain. Wann ist es ein politischer Text? Wenn ich allein bedenke was in den alten Bluesstücken besungen und beklagt wird, ist es für viele uU gar nicht politisch, ich denke, es ist idR hochpolitisch. Politische Texte sind auch deshalb in tanzbarem und kuscheligen Gewand wichtig, ich kenne zu Viele, die bei normalen Nachrichten abschalten, eine Tageszeitung erst gar nicht lesen, dann muß es eben so (auch) sein. Politisch und nicht-politisch nebeneinander (aber dann bitte mit einem gehobenen Anspruch) ist schon okay, ich habe auch keine Lust, ständig mit nach oben gereckter Pfaust Musik zu lauschen. Diesen Mix kann man vorzüglich bspw mit Georg Danzer, Haindling, Hans Hartz (<schon vergessen?)....... goutieren.
  • Alles hat seine Zeit. Vieles ist politisch. Baez, Dylan, Springsteen, U2, Tracy Chapman sind natürlich immer aktuell. Ton Steine Scherben, Hansaplast, Crass oder Tom Robinson waren wichtig zu bestimmten Zeiten und Themen. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten erwarte ich breite und radikale Unterstützung von Amateur- und Profimusikern zum Thema Klimaschutz.
  • U2 Sänger Bono übertreibt sein politisches Engagement, ebenso wie Campino oder auch Grönemeyer.
  • Jeder das seine...
  • Nach dem Skandal Video des WDR mit den Umweltsäuen sollte Musik nie politisch sein.
  • "Satisfaction", "My Generation" oder "I want to hold your hand" waren in ihren Auswirkungen politischer als jeder explizit politische Song - sie haben unsere Kultur nachhaltig verändert. Das gelang rein politischen Songs sehr selten, vor allem wenn sie eine bestimmte ideologische Richtung verfolgen: "Väterchen" Franz ist für mich das unselige Beispiel ideologischer Texte mit eher schwacher Musik. Buffy Sainte-Maries "Universal Soldier" oder Dylans "Blowin' in the Wind" sind politische Songs mit Breitenwirkung gewesen - aber die Texte waren nicht einer bestimmten Ideologie verpflichtet. Also: Probleme ansprechen ist okay, aber die Musik sollte schon gut sein.....
  • Für politische Botschaften würde sich erst mal die vordergründige Verwendung der deutschen Sprache förderlich erweisen, was vom Mainstream eher nicht angestrebt wird. Wenn es denn so wäre, müssten die Inhalte von sachlicher Themenbezogenheit geprägt sein, um mir zu gefallen. Sachlich, nicht radikal!!! Da die Hauptmedien aber momentan von allem "gesäubert" werden, was auch nur im geringsten von einer vorgegebenen Systemmeinung abweicht, bin ich an einer politischen Schulung durch unsere "Volkspädagogen" nicht interessiert.
    Kleine Straßenmusiker, die auf Grund ihrer kritischen Meinung nicht hoch kommen (anders als "Feine Sahne Fischfilet" als linksextreme, trotzdem von den Medien geförderte Gruppe), bieten auf dieser Linie mehr Erfüllung.
  • Solange es keine rechtslastigen Texte sind.
  • Mehr politische Texte, zu denen ich auch Texte zu Umwelt, Gesellschaft und Soziales zähle, würde ich sehr begrüßen. Der Anteil von Liebes-/Beziehungsliedern ist überrepräsentiert. Nach Brexit Wahl und Donald Trump sind ja viele kritische Alben veröffentlicht worden. Hier sollten Musiker weiter aktiv sein. Musik ist ein Medium, daß (vor allem auch junge) Menschen bewegt. Tabu sollten aber auf jeden Fall rassistische Aussagen, Hassreden, etc. sein. Stellt sich dann nur die Frage (wie in den Sozialen Netzwerken): Wer entscheidet zwischen Hassrede und freier Meinungsäußerung?

Wir bedanken uns wieder ganz herzlich für die vielen Kommentare und freuen uns schon auf die nächste Umfrage!

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