WiiM Sound im Test: der erste Smartspeaker der Streaming-Profis
WiiM hat den Streaming-Markt ordentlich aufgemischt, dank guter Produkte mit Top-Ausstattung zum niedrigen Preis – wir haben ihren ersten Smartspeaker „Sound“ getestet!

Bislang hatte die aggressive Marktpolitik der relativ jungen Marke WiiM vorwiegend die etablierte HiFi-Nische im Visier. Hier konnte er durchaus für einiges Aufsehen sorgen mit Netzwerkspielern und Streaming-Verstärkern, die für ihren Preis außerordentlich gut ausgestattet sind und dabei noch guten Klang bieten. Mit ihrem neuesten Wurf scheint die Firma nun auch die größere Zielgruppe außerhalb der Zweikanal-Nische ins Auge zu fassen: Der WiiM Sound ist ein voll vernetzter, All-in-one-Smartspeaker, wie man es zum Beispiel von bekannten Herstellern wie Sonos kennt. Typisch für WiiM entdecken wir in diesem Test des Sound aber auch einige Besonderheiten und mal wieder ein Ausstattungspaket, das seinesgleichen sucht.

Wir starten mit dem auffälligsten Merkmal: sein integriertes Touchdisplay. Neben der Anzeige farbiger Albumcover ermöglicht es auch die Steuerung des Geräts. Dieses Feature ist im Segment nach unserem Wissen einzigartig – und noch dazu ziemlich cool. Im Stand-by zeigt es eine Uhr, sonst in den meisten Fällen das Cover des aktuell spielenden Tracks.
WiiM Sound bietet kleines aber feines Display
Dazu gibt es viele Optionen zur Personalisierung. Etwa ob Interpret und Titel zusätzlich angezeigt werden oder ob sich das Cover während der Wiedergabe langsam drehen soll. Jederzeit lassen sich über das Touchdisplay unter anderem Presets aufrufen oder Equalizer anwählen. Uns gefällt das ausgesprochen gut, das Display kann in den Einstellungen der App aber auch vollständig deaktiviert werden.

Die Wiedergabesteuerung erfolgt über die Touch-Buttons auf der Oberseite, die dank eines Sensors automatisch aufleuchten, wenn man sich ihnen nähert. Alternativ kann man auch die sehr hochwertig gemachte Fernbedienung nutzen. Ja, richtig gelesen, WiiM liefert den Sound standardmäßig mit einer echten Fernbedienung aus – danach kann man bei der Konkurrenz lange suchen. Wie auch bei allen anderen WiiM-Geräten, die eine Fernbedienung verwenden, dient die Remote gleichzeitig zur Sprachsteuerung mit Alexa.
Smartspeaker ohne Mikrofon – Vorteil oder Nachteil?
Im Sound selbst ist kein Mikrofon verbaut. Das hat Vor- und Nachteile, je nachdem, zu welcher Fraktion man gehört. Wer einen Smartspeaker auch „freihändig“ bedienen möchte – etwa in der Küche während des Kochens durchaus praktisch –, wird mit dem WiiM Sound allein nicht glücklich, kann ihn aber so in ein Smarthome integrieren, dass er durch andere Geräte mit Mikrofon gesteuert werden kann. Wer eher Datenschutz-Bedenken hat beim Gedanken an dauerhaft „aktive“ Mikrofone im Haus, wird sich eher darüber freuen.

Die App und die gebotenen Funktionen sind dagegen unbestritten spitze – während viele Konkurrenten zum Beispiel maximal einen zwei- oder dreibandigen Equalizer anbieten, gibt es bei WiiM nicht nur einen zehnbandigen grafischen, sondern auch einen professionellen parametrischen Equalizer. Und dazu noch eine automatische Raumeinmessung, die das Mikrofon des Smartphones verwendet.
Raumkorrektur des WiiM Sound im Test
Die haben wir natürlich getestet, das Ergebnis war mit einem aktuellen Android-Smartphone (Google Pixel 9) zwar durchaus eine Verbesserung, der Eingriff war aber nur minimal, und für beste Klangqualität mussten wir noch selbst nachjustieren. Denn die Abstimmung hatte für unseren Geschmack und bei Aufstellung nahe an einer Wand immer noch deutlich zu viel Bass, sodass wir zusätzlich die Voreinstellung „Bass Reducer“ aktiviert und die Option „Dynamischer Bass“ – eine Art Loudness-Funktion nur für tiefe Töne – deaktiviert haben.
| WiiM | |
|---|---|
| Sound | |
| Produktart / Preisklasse | Smartspeaker |
| Internetadresse | www.wiim-audio.de |
| Preis in Euro | 349 |
| Abmessungen (BxHxT) in cm | 14,6 x 14,6 x 19,3 |
| Gewicht in kg | 2.5 |
| Ausstattung 25 % | gut 2,0 |
| Schnittstellen | analog, WLAN, Bluetooth |
| Einsatzspektrum | koppelbar, multiroom |
| integrierte Sprachassistenten | nur Alexa |
| Streamingstandards | alle bis auf Airplay |
| Bedienung 50 % | gut 2,1 |
| Inbetriebnahme | sehr gut |
| Smarthome-Kompatbilität | Google & Alexa |
| Sprachassistent deaktivierbar | ja (muss aktiv über Remote angesteuert werden) |
| Bedienung am Gerät | sehr gut |
| Sensibilität der Spracherkennung | nur über Fernbedienung |
| Qualität der App | sehr gut |
| Qualität der Anleitung | sehr umfangreich aber nur auf Englisch |
| Service & Umwelt 25 % | gut 1,8 |
| Garantie (in Jahren) | 2 |
| Verpackung | noch gut |
| Stromverbrauch: Leerlauf (in Watt) | <2 Watt |
| Praxis-Note | gut 2,0 |
| Klangbeschreibung | Ab Werk zu basslastig, mit EQ aber offen und frisch guter Raumtiefe. Kann auch recht laut. |
| Klangqualität | 72/100 |

Ein weiterer Pluspunkt für die App: Die kann komplett ohne Registrierung genutzt werden und ist noch dazu absolut zuverlässig und schnell. Dass die deutsche Übersetzung zwar stets verständlich, aber nicht perfekt ist, nimmt man gern in Kauf.
Viele Optionen zum Musikhören beim WiiM-System
Die App bietet darüber hinaus natürlich zahlreiche Quellen von Internetradio über eine sehr gute Auswahl an verknüpfbaren Streamingdiensten inklusive YouTube Music, Amazon Music, Deezer und Napster – sowie viele weitere. Qobuz und Tidal können wahlweise über die App verknüpft werden, oder man benutzt die dedizierten Connect-Protokolle, die WiiM natürlich hier genauso unterstützt wie bei Spotify. Hinzu kommen Roon Ready, Google Cast, DLNA und Bluetooth als herstellerunabhängige Möglichkeiten, Musik an den WiiM Sound zu schicken. Das Einzige, was hier fehlt, ist AirPlay, worauf WiiM zuletzt schon bei anderen Geräten verzichtete.

Die Einbindung ins Netzwerk erfolgt erfreulicherweise über eine moderne Wi-Fi-6E-Schnittstelle – warum das ein Vorteil sein kann, lesen Sie in unserem Netzwerk-Ratgeber in der STEREO 02/2026. Wer physische Verkabelung bevorzugt, findet auch einen LAN-Anschluss und einen analogen Klinken-Eingang. Diese sind im Fuß des Sound versteckt und nicht auf der Rückseite, was ansehnlicheres Kabelmanagement ermöglicht.
Klang des WiiM Sound im Test: Lobenswert mit Abstrichen
Auch sonst ist der WiiM Sound ein sehr attraktives Gerät, die Verarbeitungsqualität ist sehr gut. Allerdings zeigte unser Testgerät eine Art leises „Spulenfiepen“, das in absoluter Stille und sehr nah am Gerät aus dem Gehäuse zu hören war. Wir gehen von einem Einzelfall aus, bei günstiger Elektronik ist das auch kein seltenes Phänomen.

Ebenfalls lobenswert ist die Klangqualität. Sobald der Bass etwas gezügelt wurde, zeigte sich der WiiM Sound mit sauberem, klarem Charakter und starkem Raumvolumen für ein so kleines Gerät. Laut kann er auch, und zwar ohne zu verzerren – der Klang bleibt kontrolliert und sauber, auch bei hohen Pegeln. Vielleicht ein Vorteil des zweiten Hochtöners, den WiiM hier eingebaut hat. Tonal könnten Stimmen etwas mehr Wärme vertragen, dafür spielt der Sound aber frisch und aufgeräumt und ohne jeden Hang, zu nerven, zeigt sogar etwas räumliche Tiefe.
