Sonos Play im Test: Smartspeaker und Bluetooth-Box in einem
Der neue Sonos Play kombiniert die Vorzüge einer mobilen Bluetooth-Box mit denen eines Smartspeakers. Ob das klappen kann? Wir haben es getestet!

Zunächst mal ein paar Worte zum Konzept: Der neue Sonos Play ist ein WLAN-Smartspeaker, er verbindet sich mit dem heimischen Netzwerk mit schnellem WiFi-6-Standard und kann Musik direkt aus dem Internet oder von einer heimischen Festplatte streamen. Spannend wird es wenn man näher hinsieht: Der Play kommt nicht wie üblich bei Smartspeakern mit einem gewöhnlichen Netzstecker, sondern mit einer „Base“ im Lieferumfang, auf die er zum Laden gestellt wird. Den Steckdosenadapter hat Sonos sich übrigens gespart, den muss man separat kaufen, wenn man keinen passenden herumliegen hat. Bei einem Preis von 350 Euro wäre ein passendes Netzteil schon drin gewesen, finden wir …

Die Halteschlaufe auf der Rückseite bietet ein weiteres Indiz, dass der Play nicht ausschließlich für den stationären Betrieb gedacht ist. Tatsächlich ist in seinem Inneren ein Akku mit 4.800 mAh verbaut, der (je nach Lautstärke und Modus) bis zu 24 Stunden Musik spielen kann. Was die Lebensdauer potenziell erhöht: Der Akku kann einfach ausgetauscht werden, ein neuer ist aktuell im Sonos Online-Shop für 49 Euro erhältlich.
Der Wechsel zwischen stationär und mobil funktioniert komplett nahtlos: Der Stream aus dem Netz läuft einfach weiter, während man den Play von der Base hebt und zum Beispiel auf die Terrasse zur Beschallung der Grillparty mitnimmt. Will man ihn auch im entlegensten Winkel des Gartens dabeihaben, wo das WLAN nicht mehr hinreicht, mutiert der Play einfach zum Bluetooth-Lautsprecher mit 5.3-Standard und spielt auf diesem Wege direkt vom Smartphone fröhlich weiter. Dabei darf man ihn auch gerne an den Pool stellen, denn dank IP67-Zertifizierung kann er sogar mal kurz ins Wasser fallen, ohne sofort den Geist aufzugeben. Wie bei Bluetooth-Böxchen heute schon recht üblich, kann man währenddessen sein Handy am Play laden.
Wie bedient man den Sonos Play?
Bedient wird der Play auf drei verschiedenen möglichen Wegen. Erstens über die Tasten am Gerät. Hier finden sich dedizierte Buttons für Lauter/Leiser und Play/Pause. Letzterer dient auch zum Spulen per doppeltem (vor) bzw. dreifachem (zurück) Tippen. Wermutstropfen: Das matte Plastik zeigt Fingerabdrücke und Gebrauchsspuren recht deutlich und lässt sich schwer reinigen. Auf der Rückseite gibt es noch einen Button fürs Bluetooth-Pairing und einen haptischen Schieber, der die eingebauten Mikrofone deaktiviert.

Damit sind wir beim zweiten Weg, die eingebaute Sprachsteuerung, für die auch der dritte Button auf der Oberfläche gedacht ist, mit dem man die Sprachsteuerung ein- bzw. ausschalten kann. Es stehen zwei Optionen zur Verfügung, entweder Amazons Alexa oder die Sonos-eigene „Sonos Voice Control“-Steuerung. Das Interessante an Letzterer ist, dass sie laut Angaben des Herstellers rein lokal läuft und die Spracheingaben nie auf einen externen Server oder in die Cloud gelangen.
Und tatsächlich: Die Sprachsteuerung mit „Sonos Voice“ funktionierte im Test auch offline im reinen Bluetooth-Betrieb einwandfrei. Einschränkungen: Leider läuft Sonos Voice Control bislang nur mit einer sehr ausgewählte Gruppe von Streamingdiensten: Qobuz, Tidal und TuneIn gehören beispielsweise nicht dazu. Außerdem ist die Funktion aktuell nur auf Englisch und Französisch verfügbar.
Was kann die Sonos-App?
Wer statt zur Stimme doch lieber zum Smartphone greift, nutzt die Sonos App, die in diesem System besonders wichtig ist. Denn Sonos unterstützt traditionell kaum externe Schnittstellen, und für die meisten Dienste ist die App der einzige Weg, sie über das Netzwerk zu streamen. Lediglich Spotify ist mit seinem Connect-Protokoll bei Sonos eingebunden, Qobuz und Tidal nicht. Auch Google Cast, Roon oder UPnP/DLNA sucht man vergebens. Immerhin gibt es Airplay. In der App, die man nur nach einer Registrierung benutzen kann, gibt es dafür praktisch jeden Dienst zur Auswahl, den man sich vorstellen kann, und an sich finden wir die Anwendung auch sehr benutzerfreundlich gestaltet und sogar in sinnvollem Maße individualisierbar.

Leider melden viele User technische Probleme mit der App wie Ausfälle und Fehler, ein Blick in die Rezensionen etwas im Google Play Store genügt, um davon einen Eindruck zu bekommen. Auch wir stießen kurz nach der Einrichtung auf Fehlermeldungen, der Ausfall war aber kaum länger als fünf Minuten, und der Fehler hat sich schnell und komplett selbstständig wieder behoben.
Wie klingt der Sonos Play – allein und als Stereo-Paar?
Der Klang des Play hat uns zugesagt, egal ob mit oder ohne der automatischen Raumeinmessung namens Trueplay, die eher subtil als aufdringlich eingreift. Für die Reproduktion sind zwei angewinkelte Hochtöner und ein Mid-Woofer verantwortlich, die durch zwei Passivradiatoren für zusätzlichen Bass unterstützt werden. Das klingt schon viel größer, als man dem recht kompakten Play zutrauen würde.

Musik wird durch den Sonos besonders dynamisch und definiert umgesetzt, mit neutraler Tonalität, die vielleicht ein wenig in Richtung „hell“ tendiert, sich aber nah am Original orientiert. Im direkten Vergleich mit einem gleich teuren, aber merklich größeren WiiM Sound spielt der Sonos zwar deutlich enger mit kaum wahrnehmbarer Illusion einer Bühne, dafür aber prägnanter, direkter und fokussierter. Dabei kann der Play auch richtig laut spielen, verliert zwar zunehmend an Bass und wird dadurch tendenziell etwas „spitz“ bei hohen Pegeln, bleibt aber kontrolliert. Generell ist sein Bass eher straff denn ausladend, was uns gut gefällt.
Wir haben den Sonos Play auch als Stereopaar ausprobiert. Dafür kann man in der App einfach zwei baugleiche Sonos-Speaker miteinander koppeln. Das war sehr simpel und schnell gemacht und der Effekt zunächst sehr beeindruckend. Nun konnte man auch einer räumlich gut aufgenommenen Jazz-Aufnahme wie „how do you do (ii)“ von New Jazz Underground lauschen, ohne das Gefühl zu haben, der Musik würde etwas Essenzielles fehlen, was im Mono-Modus durchaus der Fall war.

Gut im Vergleich mit einem Paar „richtiger“ Stereo-Lautsprecher fällt natürlich schon auf, dass die Sonos Akteure viel weniger akkurat platzieren können und ihre Größen auf der Bühne aufblähen oder verschwimmen lassen. Bei einem Track wie „Green Jewels“ von Kriiil fehlt außerdem praktisch die gesamte Bassline auf normaler HiFi-Abhörlautstärke. Das war zugegeben ein unfairer Vergleich – aber dass wir überhaupt auf den Gedanken gekommen sind, ein paar HiFi-Lautsprecher als Vergleich heranzuziehen, ist für ein Paar Smartspeaker schon ein großes Lob. Keine Frage, der Sonos klingt für sein Segment wirklich gut – sowohl als Stereo-Paar als auch alleine.
| Sonos | |
|---|---|
| Play | |
| Produktart | Smartspeaker |
| Internetadresse | www.sonos.com |
| Preis in Euro | 349 |
| Abmessungen (BxHxT) in cm | 11 x 19 x 77 |
| Gewicht in kg | 1.3 |
| Klangqualität | dynamisch, prägnant, fokussiert und deutlich „größer“ als erwartet |
| Ausstattung 25 % | befriedigend 2,8 |
| Schnittstellen | WLAN, Bluetooth, Line-In mit Adapter |
| Einsatzspektrum | koppelbar, Multiroom |
| integrierte Sprachassistenten | Alexa oder Sonos Voice |
| Streamingstandards | Airplay, Spotify Connect, alles weitere nur in der App |
| Bedienung 50 % | gut 1,9 |
| Inbetriebnahme | sehr gut |
| Smarthome-Kompatbilität | befriedigend |
| Sprachassistent deaktivierbar | ja |
| Bedienung am Gerät | gut |
| Sensibilität der Spracherkennung | gut |
| Qualität der App | sehr gut |
| Qualität der Anleitung | befriedigend |
| Service & Umwelt 25 % | gut 1,9 |
| Garantie (in Jahren) | gut (2 Jahre) |
| Verpackung | gut (vorwiegend Pappe) |
| Stromverbrauch: Leerlauf (in Watt) | n.m. |
| Praxis-Note | 2.1 |
| Klangbeschreibung | dynamisch, prägnant, fokussiert und deutlich „größer“ als erwartet |
| Klangqualität | 74/100 |
