Sonoro Maestro Quantum Signature im Test: wie klingt das Upgrade?

Mit Experten-Unterstützung bietet Sonoro klangstarke „Signature“-Versionen seiner Geräte an – was macht den neuen CD-Netzwerk-Receiver Maestro Quantum Signature besonders?

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Testfazit: Sonoro Maestro Quantum Signature

Der Maestro Quantum Signature bündelt CD, Radio, Streaming und Verstärker in einem Gerät und spielt kräftig im Bass, sauber und audiophil übersichtlich – eine Komplettanlage ohne Lautsprecher, die auch mit klassischen Stereo-Verstärkern mithalten kann.
Praxisnote: gut 1,6
Klangpunkte: 77 / 100

Pro

  • Kräftiger und sauberer Klang
  • Enorme Ausstattung und Anschlussvielfalt
  • True-Fidelity-Modus für Klangupgrade

Contra

  • Rauschabstand und obere Grenzfrequenz niedrig
  • Teurer als Standard-Modell

Dass ein Gerät viele Funktionen hat, kündigt sich oft schon optisch an. Und wie Sonoro unter anderem mit dem Maestro bewiesen hat, kann man diese äußerlich erkennbare Funktionsvielfalt durchaus mit angenehmem Design kombinieren. Ist man mit Ausstattung und Optik zufrieden, gilt es nur noch, den Klang zu optimieren – wofür Sonoro das Label „Signature“ einsetzt.

Sonoros „Signature“-Reihe umschließt technisch gesehen alle HiFi-Welten und kombiniert die inzwischen aufgebaute Erfahrung der deutschen Firma mit der wohlbekannten Expertise von Karl-Heinz Fink und dessen Fink Audio Consulting. Die Standboxen Orchestra Shaped Signature machten den Anfang, der Plattenspieler Platinum Signature folgt noch. Alles andere erledigt der Maestro Quantum Signature, nach STEREO-Nomenklatur ein Disc-Receiver mit Streaming. Also ein Verstärker mit Netzwerkfähigkeit, CD-Player und Radio, eine Komplettanlage ohne Lautsprecher.

Alleskönner mit CD, Radio und Streaming

Ein großes Plus an Features bietet der „Signature“ im Vergleich zum von uns 2024 getesteten Maestro Quantum nicht, aber das muss er auch nicht. Denn schon der „normale“ Quantum, seines Zeichens die Weiterentwicklung des ursprünglichen Maestro, war ein solcher Alleskönner, der Sonoro-typisch auch CD und Radio abdeckt. Schließlich kam die Firma aus dem Bereich der Tischradios und All-in-Ones, bevor man sich klassischeren HiFi-Produkten widmete. Rundfunk gibt es auf Wunsch übers Internet, per DAB+ oder UKW, Stab- und Wurfantenne werden mitgeliefert. Neben Streaming-, Multiroom- und Smarthome-Funktionen gibt’s dazu auch Anschlüsse en masse.

Analoge und digitale Eingänge sind zu finden, genau wie HDMI, USB (-C für Computer, -A für Sticks) und auch Phono MM. Zudem kann fast jede Sektion des Sonoro selbstständig genutzt werden, seine Rückseite hat einen Vorstufen- sowie einen festen Analog-Ausgang und auch digitale Outputs. Man kann ihn also durchaus als reinen CD-Transport, Streamer, Vorverstärker, DAC und so weiter nutzen. Ob jeder Besitzer des Verstärkers von all diesen Möglichkeiten Gebrauch machen wird, halten wir für unwahrscheinlich, aber sie zu haben, ist alles andere als schlecht.

Bluetooth gibt es ebenso, sogar bidirektional – der Sonoro kann also sein Signal kabellos an Bluetooth-Kopfhörer senden. Das ist in der Praxis gar nicht mal so uninteressant, zum Beispiel für selten bespielte Nischen wie „CDs auf kabellosen Kopfhörern hören“. Auch findet sich im Menü das neue Bluetooth-Feature Auracast, das bald folgen soll.

Während der Maestro weiterhin ein Alleskönner ist, arbeitet Sonoro zeitgleich auch an einzelnen Komponenten, wie den selbsterklärenden, kommenden „Amplifier“ und „Streamer“. Bei All-in-Ones gibt’s neben dem Meisterstück (der Maestro mit eingebauten Lautsprechern) inzwischen auch den „Avaton“, selbiges ohne CD.

Alle davon bieten die ziemlich komplette Sonoro-Streaming-Welt: sämtliche Connect-Protokolle, Airplay, Google Cast und Roon. Podcasts sowie die Dienste von Amazon und Deezer gibt es zusätzlich über die gut bedienbare Handy-App, die identisch am Computer genutzt werden kann, wenn man die IP-Adresse des Gerätes in einen Browser eintippt.

Was bringt der Aufpreis für die Signature-Version?

So weit, größtenteils so bekannt, doch wofür zahlt ein potenzieller Kunde denn nun den Aufpreis von 800 Euro für die Signature-Version? Für optisch unsichtbare Optimierungen beim wichtigsten Aspekt eines Audiogerätes, dem Klang. Dafür wurde das Innere analysiert und optimiert, (mit)verantwortlich zeigt sich dafür Fink-Kollege Rainer Finck, unter anderem lange bei Marantz tätig.

Sein Ziel war natürlich nicht, das Gerät komplett neu zu erfinden, sondern eben eine Optimierung einer guten Grundlage. Für eine noch bessere Übertragung der Musik wurden ein paar Anpassungen am Layout vorgenommen, optimierte und kürzere Signalwege erdacht sowie Bauteile an so ziemlich allen Stellen verbessert. Unter anderem mehr Spannungsregler im Netzteil, hochwertigere Kondensatoren in Ausgangs- und Endstufe und eine verbesserte Digitalsektion, die nun auch mit DSD arbeiten kann.

Zudem wurde auch die Lautstärkeregelung optimiert, die nun als Sonoro-eigene „PureGain“ auftritt. Sie arbeitet komplett digital und laut Sonoro verlustfrei im dafür optimierten DSP, was mit reduziertem Grundrauschen überzeugen soll – unter anderem dadurch, dass keine möglicherweise rauschende, analoge Pegelstufe Einfluss auf den Klang hat.

Ein paar sichtbare Anpassungen finden sich aber schon, die Lautsprecherbuchsen haben ebenso ein Upgrade erfahren und sind laut Hersteller nun identisch zu den entsprechenden Buchsen der Orchestra Shaped Signature. Natürlich den geschwungenen „Signature Line“-Schriftzug auf der Front des Gehäuses nicht zu vergessen oder den griffigen „Diamond Grip“-Lautstärkeregler.

Der neue „True Fidelity“-Modus im Hörtest

Zudem hat sich die Beschriftung und damit Nutzung der frontalen Knöpfe etwas geändert. Neben einer etwas optimierten Menüführung bringt das vor allem eine audiophile Neuerung. Nämlich den Signature-exklusiven, über einen Knopf oder die App anwählbaren „True Fidelity Modus“. Ist er aktiviert, werden diverse Sektionen inklusive Display und Klangoptionen abgeschaltet, sodass der Signalweg möglichst kurz und sauber ist.

Nicht, dass der Sonoro verzerrt klingen würde; aber mit „True Fidelity“ wirkt alles noch mal sauberer, während die Bühne an Tiefe gewinnt. Gewaltig ist der Effekt nicht, aber definitiv ein Gewinn; Iggy Pops Stimme im Cover von „You Want It Darker“ noch mal greifbarer, während sich die Instrumente darum sowohl schärfer als auch ausladender positionieren.

Ohne True Fidelity öffnen sich weitere Optionen: ein EQ für Bass und Höhen, Balance, Loudness und Subwoofer-Settings (bis 2.2). Für Betreiber von Sonoro-Lautsprechern stellt die Firma zudem Voreinstellungen bereit, bei denen zusätzlich „Dynamic Bass“ aktiviert werden kann.

Wie klingt der Sonoro mit eigenen Lautsprechern?

Ihr Preset gibt etwa den kleinen Orchestra Slim Gen 2 ein Plus im Tiefbass, die Bühne wirkt tiefer und alles schlicht natürlicher. Dynamic Bass verstärkt den Tiefton weiter, bleibt dabei eher subtil – was wir absolut richtig finden. So bekommen die Boxen noch mal etwas mehr Fundament und Nachdruck bei Trommeln und Bass-Linien, aber geraten nie in Gefahr, die tiefen Frequenzen zu übertreiben. Alles bleibt schön sauber, die Atmosphäre gewinnt.

Auch in Verbindung mit den Sonoro Grand Orchestra gibt es ein kleines Upgrade im Bass, und erneut profitiert der Klang, wirkt freier bei weniger Dröhnrisiko und gewinnt an Raum zum Atmen und an Durchhörbarkeit. Auch wenn etwas im Menü versteckt, ein gar nicht mal so kleines Argument dafür, Sonoro-Lautsprecher mit dem Maestro zu verbinden.

Für weitere Anpassungen ist zudem die Raumkorrektur Dirac Live integriert. Hier wie oft in ihrer „Limited“-Version, die Frequenzen bis 500 Hz bearbeitet, meist genug für eine Optimierung.

230 Watt Dauerleistung: So klingt der Maestro Quantum Signature

Wie schon bei dem Standard-Maestro messen wir eine beachtliche Dauerleistung, hier knapp über 230 Watt und damit mehr als genug für quasi alle Anwendungsfälle. Damit zeigt der Receiver sich direkt stark im Bass, wo er mit viel Volumen eine breite Bühne aufzieht. Dabei bleibt er angenehm – aber keinesfalls künstlich – ermüdungsfrei, wirkt nie zu scharf. Die zwischen den Lautsprechern aufploppenden Becken in GoGo Penguins „Naga Ghost“ bleiben kontrolliert, sind zugleich wie jeder Kontrabass-Anschlag plastisch ausgeformt. Generell können wir dem „Signature“ durchaus eine gute, audiophile Übersicht über das gesamte musikalische Geschehen bescheinigen, auch Stimmen werden plastisch, natürlich und sauber getrennt wiedergegeben.

Man kann den Maestro Quantum Signature als Alleskönner, (Mit-)Boten eines möglichen CD- oder Receiver-Revivals, audiophiles Upgrade für eine Komplettanlage oder vieles andere sehen. Aber klanglich steht fest, dass er auch mit klassischen Stereo-Verstärkern mindestens mithalten kann und kräftig wie audiophil das Wohnzimmer bereichert.

Sonoro
Meastro Quantum Signature
Produktart CD-Netzwerk-Receiver
Internetadressesonoro.com
Preis in Euro2,799
Abmessungen (BxHxT) in cm45 x 12 x 28
Gewicht in kg7
DeutschlandvertriebSonoro
Kontakttelefonnummer+49 2131 8834141
Messwerte 25 %gut 2
Dauerleistung pro Kanal an 4 Ohm bei 1% Klirr (in Watt)sehr gut (233)
Impulsleistung an 4 Ohm (1 kHz; in Watt)nicht messbar
Intermodulation bei 5 Watt ( in Prozent)sehr gut (0,0047)
Dämpfungsfaktor an 4 Ohmgut (41)
Kanaltrennung (in Dezibel)gut (69)
Gleichlauf-Lautstärkesteller (in Dezibel)sehr gut (0,27)
Obere Grenzfrequenz (in kHz)ausreichend (38)
Klirrfaktor bei 5 Watt (in Prozent)gut (0,011)
Rauschabstand bei 5 Watt (in Dezibel)mangelhaft (68)
FFT-Spektrumbefriedigend
Einlesezeit (in Sekunden)sehr gut (7,25)
Stromverbrauch Leerlauf (in Watt)sehr gut (22)
Ausstattung 40 %sehr gut 1,2
Haptik/Verarbeitunggut
Anzahl analoger Eingänge (Cinch/XLR)2
Besondere SchnittstellenPhono MM, Kopfhörer, HDMI, USB, digital, optisch
Klangregelung oder Raumeinmessungja
Pre-Outja
Farbvarianten/Ausführungen2
StreamingstandardsAirplay, Google Cast, Spotify/Tidal/Qobuz Connect, Roon, UPnP/DLNA, Internetradio,
Musik-FormateSehr gut, inklusive HiRes&DSD
USB-Datenträgerja
Harter Netzschalterja
Handhabung & Bedienung 35 %gut 1,8
Qualität der Fernbedienunggut
Bedienung am Gerät / Anzeige & Displaysehr gut
Qualität der Anleitunggut
Qualität der Appgut
Garantie (in Jahren)befriedigend (2)
Praxis-Note1.6
KlangbeschreibungKräftig im Bass mit freier, breiter Bühne und sauberer Übersicht
Klangqualität77/100


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