Revox Studiomaster A200: eleganter Multiroom-Speaker im Test

Ein neues Multiroom-System von Revox: Der Studiomaster A200 Room Speaker verspricht großen Klang und simple Bedienung. Kann er das halten?

Revox Studiomaster A200

Testfazit: Revox Studiomaster A200

Der Revox Studiomaster A200 Room-Speaker ist ein klanglich hervorragendes Multiroom-System mit mächtig Funktionen und super Verarbeitungsqualität, dafür aber auch teuer, und mit leicht Verbesserungspotenzial bei der App.
Praxisnote: befriedigend 2,8
Klangpunkte: 86 / 100

Pro

  • Ausgewogener Klang bei allen Musikstilen
  • viele Zuspieloptionen.

Contra

  • Etwas komplizierte App-Bedienung
  • Nicht alle Funktionen dokumentiert.

Wenn Revox zum Tanz bittet, betritt man das Parkett in der Regel mit hohen Erwartungen. Dort steht es dann: ein Paar der neuen Studiomaster A200 Room Speaker in elegantem Mattschwarz. Und es enttäuscht kein bisschen. Die zylindrischen Lautsprecher wirken extrem wertig und beeindrucken mit solch außergewöhnlichen Features wie einem LAN-Anschluss, einem AUX-Eingang und der Möglichkeit, mit dem optionalen passiven Studioart P100 Room Speaker via Kabel ein Stereo-System aufzusetzen. Alter­nativ können auch zwei A200 als dann kabelloses Stereo-Paar fungieren, was aber rund 300 Euro Preisunterschied zur günstigeren Kabelvariante bedeutet.

Die A200 können mit verschiedenen Streamingdiensten direkt bespielt werden, namentlich Spotify, Deezer und Tidal. Dazu gesellen sich zahlreiche Webradios oder auch ein eigener Musikserver. Der Datenstrom kommt dabei wahlweise per Netzwerkkabel oder WLAN zu den Speakern.

Möglich ist es aber auch, ein Smartphone mittels Bluetooth als Zuspieler zu verwenden, was nötig ist, um etwa Amazon Music oder Qobuz über die Lautsprecher wiederzugeben; die Wiedergabesteuerung übernimmt dann der Lautsprecher wahlweise mittels App oder über die Tasten am Gerät. AirPlay ist als Direktverbindung ebenfalls nutzbar. Dabei kann theoretisch jeder A200 von einem anderen Nutzer mit anderer Musik verwendet werden. Per Bluetooth sowieso, aber eben auch beim Streaming. Es handelt sich also um ein Multi-User-Multiroom-System.

Das spezielle User-System des Revox Studiomaster A200 unter der Lupe

Praktisch dabei ist, dass sich jedem Nutzer individuell Räume, Bereiche und auch die nutzbaren Dienste zuordnen lassen. Wenn also die Kinder nur die ­Spotify-, aber nicht die Tidal-Playlist durcheinanderbringen sollen, wird der Dienst für den jeweiligen Nutzer einfach abgewählt. Umgekehrt kann aber auch jeder Nutzer eigene Favoritenlisten aus verschiedenen Quellen und mit passender Ordnerstruktur anlegen. Während Tidal und Deezer dabei direkt aus der Revox Multiuser-App bedienbar sind, gibt es zu Spotify – wie üblich – nur eine Verknüpfung zur Streaming-App. Das hat zur Folge, dass hier nur der Dienst als solcher zu den Favoriten hinzugefügt werden kann, nicht aber einzelne Lieder.

Wer schon einmal ein paar Amazon Echos oder ein Sonos-System eingerichtet hat, dürfte eine recht gute Vorstellung davon haben, was der Begriff „einfach“ in diesem Zusammenhang bedeutet. Setzt man diese hohen Standards an, richtet sich die App von Revox im Vergleich vielleicht stärker an Nutzer mit einem gewissen Technikverständnis, und der Installationsprozess der Lautsprecher – inklusive Raum- und Zonenzuordnung – erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit.

Nachteile und Vorteile der Bedienung

Zum Beispiel das Korrigieren von Räumen respektive Löschen von diesen oder auch Benutzern funktioniert am Ende nur mittels Reset der Studiomaster, was in der Praxis etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als bei manch anderen gängigen Smarthome-Apps. Hinzu kommt, dass es etwas ungewohnt ist, wie der Erkennungsmodus aktiviert wird: Das ­geschieht am Speaker selbst über das dortige Einstellungsmenü und nicht wie bei vielen anderen Systemen durch einen einfachen Tastendruck.

Der Vorteil allerdings dieser etwas aufwendigeren Menüführung ist, dass sich an den Geräten selbst eine Menge einstellen lässt. Unter anderem auch ein Betriebsmodus, in dem ein A200 als Master und der andere als Slave arbeitet. Dieser Modus setzt aber voraus, dass der Master über ein 5-GHz-WLAN verbunden wird, um das 2,4-GHz-Band für die interne Kommunikation zwischen den Lautsprechern zu reservieren. Dieser Prozess hätte für unseren Geschmack besser dokumentiert und erläutert sein dürfen. Dabei ist die Verwendung der zwei WLAN-Frequenzen ganz entscheidend, weil es sonst passieren kann, dass beim Versuch, die Lautsprecher wieder via Hausnetzwerk mit der App zu verbinden, die Kopplung der Geräte verloren geht.

Wie klingt der Revox Studiomaster A200?

Hat man die Einrichtung erfolgreich hinter sich gebracht, erfährt man ziemlich schnell, warum sich das Ganze absolut gelohnt hat. Denn das, was anschließend klanglich aus den A200 kommt, ist beeindruckend. Wohlgemerkt: Die Lautsprecher sind kaum voluminöser als eine handelsübliche Liter-Weinflasche, haben aber ein Volumen, bei dem manche Standbox neidisch würde.

Die akustische Präsenz ist selbst bei leisen Tönen schlichtweg beeindruckend. Vor allem auch deshalb, weil es Revox gelungen ist, ein über den ganzen Frequenzbereich von 52 bis 20.000 Hz ausgewogenes Klangbild zu erzeugen, das aufgrund seiner Körperhaftigkeit aber nie steril und langweilig wirkt, sondern vielmehr immer auf den Punkt das liefert, was für den jeweiligen Audi-Content gerade richtig ist.

Offenbar ist sich der Hersteller dessen mehr als bewusst, denn eine klassische Klangregelung für Bässe und Höhen oder einen Equalizer gibt es nicht. Das mag mancher vermissen, aber in diesem Fall geht es eben, sofern jemand nicht gerade ein totaler Techno-Tiefbass-Jünger ist, völlig in Ordnung. Das lässt sich im Test besonders an zwei Songs festmachen: So hört man bei der Unplugged-Version von Neil Youngs „Harvest Moon“ eine sehr realistische Wiedergabe der Akustikgitarre. Und das umfasst eben auch die Tatsache, dass die tiefe E-Saite mit etwa 82 Hertz einen kräftigen Bass produzieren kann.

Beeindruckend und Raumfüllend

Aber auch Metallicas „Nothing Else Matters“ zeigt mit viel Brillanz beim ­Intro und dann der wuchtig, aber nicht brachial einsetzenden Bass Drum, was die A200 können. Für Klassik-Fans lohnt das Experiment mit Bartóks „Der wunderbare Mandarin“ oder auch den „Peer Gynt“-Suiten von Edvard Grieg. Es ist auch hier beachtlich, mit welcher Wucht einerseits die „Halle des Bergkönigs“ und andererseits die sphärische Atmosphäre von „Solveigs Lied“ herüberkommen. Und das übrigens auch schon im Mono-Betrieb, wobei der Stereo-Klang von zwei der Speaker im selben Raum akustisch nochmals einen Extra-­Kick bedeutet. Dabei profitiert der Hörer auch davon, dass die Revox dank ihres integrierten Akkus und ihrer geringen Größe praktisch frei platzierbar sind, was der optimalen Beschallung eines Raums natürlich sehr entgegenkommt.

Revox hat mit den Studiomaster A200 Room-Speakern ein klanglich hervorragendes Multiroom-System auf den Weg gebracht. Gleichzeitig ist der Funktionsumfang mächtig und die Verarbeitungsqualität ausgezeichnet. Bei der Benutzerfreundlichkeit der App gibt es noch ein wenig Luft nach oben an spezifischen Punkten, wo Revox vielleicht etwas nachbessern könnte. Bei einem so kraftvollen und doch ausgewogenen Sound nimmt man das aber sehr gerne in Kauf!



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