Nothing Headphone (a) im Test: Endlos Akku, kleiner Preis

Eigenständiges Design, viele Features, guter Klang, endloser Akku – und das zum niedrigen Preis. Bieten die Nothing Headphone (a) wirklich alles?

White over-ear headphones arranged in a circle on a sandy surface, cushions facing outward.

Testfazit: Nothing Headphone (a)

Die Nothing Headphone (a) sind den (1) ziemlich ähnlich, auch wenn sie „von allem etwas weniger“ und einen flacheren Klang bieten. Wer das verkraftet, bekommt aber zum günstigen Preis super ausgestattete Hörer mit rekordverdächtigem Akku.
Praxisnote: gut 2,1
Klangpunkte: 65 / 100

Pro

  • Extrem lange Akkulaufzeit
  • Sehr viele Klangoptionen
  • Relativ günstig

Contra

  • Höherer Anpressdruck
  • Nur Tragebeutel
  • Klang etwas flach

Der Markt für Kopfhörer ist ein großer, aber kein allzu einfacher, vor allem im preislich niedrigeren Segment. Hier haben Kunden schon wachsende Ansprüche, die über „so günstig wie möglich Musik hören“ hinausgehen. Und hier sind unzählige Hersteller aktiv – von HiFi-Marken über Lifestyle-Hersteller bis hin zu Tech-Riesen.

Gegen Letztere „kämpft“ die Marke Nothing mit ihren Handys an und mischt auch bei Kopfhörern mit – wie dem aktuellen Over-Ear-Flaggschiff-Headphone (1). Als reduzierte Version von diesem zeigte die Firma nun die neuen Headphone (a) für 160 €, die genau im eben genannten Segment Kunden begeistern wollen – mit dem eigenständigen Design der Firma, aber auch mit der eingebauten Technik.

Dafür folgt Nothing dem bekannten Muster: bei ähnlichem Design den Rotstift an mehreren Stellen ansetzen, um eine günstigere Alternative zu schaffen. Die aber immer noch einige von den Qualitäten des großen Bruders mitbekommt.

Design und erster Eindruck beim Auspacken

Schon beim Auspacken sehen wir Einsparungen. Anstatt des stabilen Hardcase des (1) haben die (a) nur eine dünne Tragetasche. Das „Downgrade“ des Gehäuses von Alu auf Plastik ist zudem erwartbar und für den Preis verständlich. Kopfband und Ohrpolster hingegen sind identisch und somit auch der Sitz der Kopfhörer: angenehm und sicher, aber mit etwas hohem Druck.

Mutmaßlich auch zur besseren Unterscheidung hat Nothing den Look der eckigen Ohrmuschel angepasst. Das Hauptelement in der Mitte ist nun einfarbig – vier Farben gibt es –, während darum herum das technische Nothing-Design sein Zuhause findet.

Rekordakku: 135 Stunden und eine umfangreiche App

Die von der Firma angegebene Akkulaufzeit ist im Kontrast zu anderen Änderungen aber alles andere als sparsam. Eher rekordverdächtig, wenn nicht sogar -brechend und deutlich über dem großen Bruder und der Konkurrenz. In unserem Testspiegel ist es jedenfalls der bisher beste Wert: knapp 135 Stunden ohne ANC. Selbst mit ANC aktiviert kommen die Hörer laut der Firma noch auf 75 Stunden, mit dem unterstützten LDAC-Codec und ANC ist man noch bei 62 Stunden – selbst das ist noch wirklich sehr gut und deutlich mehr als mancher Konkurrent ohne ANC.

Größtenteils identisch mit dem Headphone (1) ist die App, welche erneut mehr oder weniger alles richtig macht: einfache Bedienung, viele Möglichkeiten bei den Klangoptionen. Namentlich ein dreistufiger Bass Booster (Stufe 1 ist „aus“), ein simpler EQ mit Presets, ein detaillierter parametrischer 8-Band-Equalizer sowie die Option, Presets aus Letzterem mit anderen Nutzern zu teilen und deren Presets herunterzuladen.

Ein paar Features fehlen aber doch, die (a) verzichten auf eine personalisierte Klanganpassung. Zudem gibt es keine Trageerkennung, eine „Finde meine Kopfhörer“-Funktion mit lautem Piepen schon. Auch auf Headtracking wird beim Neuling verzichtet, räumliches Audio bieten die (a) aber trotzdem, als „Modi“ für „Konzert“ und „Theater“. Beide entfernen den Klang von den Ohren und wirken bedämpfter, bei „Theater“ wird der Klang etwas nach vorn gesetzt und bei „Konzert“ eher seitlich. Bei Sprache und Videos wird zudem noch deutlicher als bei Musik, dass etwas Hall dazukommt.

Bedienung mit Drehrädchen statt Touchpad

Bei der Steuerung macht Nothing keine Experimente – keine neuen jedenfalls, die ausgefallenen Kontrollelemente der Headphones wurden 1:1 übernommen. So ist ein Rädchen auf dem rechten Hörer verantwortlich für Lautstärke und Play/Pause sowie die von Hauchen bzw. einem Beat angekündigten Transparenz- und ANC-Modi. Darunter ist ein Kippschalter für weitere Funktionen (z. B. nächster Titel), und ein Knopf auf der Außenseite kümmert sich um Sonderfeatures.

Diese werden in der App konfiguriert und sind teils auf Nothing-Handys beschränkt, etwa der direkte Kontakt zu ChatGPT oder andere Kleinigkeiten. Auch mit markenfremden Handys klappt es über den Knopf, die Kamera des Smartphones auszulösen oder den Sprachassistenten zu starten. Als schöner Kontrast zu Apple, Samsung oder Google sind demnach so gut wie alle Features auf jedem Betriebssystem geboten.

Wie gut sind Mikrofon, ANC und Transparenz-Modus?

Ein Knackpunkt bei günstigeren Kopfhörern ist gern das Mikrofon, dessen Leistung hier aber alles andere als schlecht ist – die (a) klingen leicht schärfer und weniger natürlich als die (1), aber die gute Verständlichkeit macht das wieder wett, vor allem für den Preis. Im Vergleich haben die (1) mehr Mikrofone, was der Grund für diesen Unterschied sein könnte.

Ähnlich ist es beim ANC, das bei den neuen Headphones in drei Stufen sowie optional adaptiv arbeitet. Unterstützt von 4 Mikros werden Störgeräusche gut unterdrückt, wenn auch nicht so stark wie bei dem größeren Modell, von den Referenzen dieser Kategorie ganz zu schweigen. Bei eher leiser Musik kann man also auch mit ANC noch etwas vom Gespräch der Sitznachbarn in der Bahn hören. Auch der Transparenz-Modus arbeitet nicht ganz auf dem Niveau der (1), aber doch solide sowie relativ rauschfrei.

Klang der Nothing Headphone (a) im Test

Beim Klang will sich Nothing am – auch laut unserer Meinung – gut balancierten und sauberen Bild des Headphone (1) orientieren – mit ein paar Anpassungen und diesmal ohne Kooperation mit der HiFi-Marke KEF. Etwa der Lautsprechertreiber an sich wurde ausgetauscht, die Firma setzt nun anstatt einer Nickel-Membran (1) Kunststoff mit Titanbeschichtung (a) ein.

Die Änderungen merkt man in einem direkten Vergleich schnell, bei aller Ähnlichkeit ist der Klang der beiden Geschwister eigenständig. Die günstigeren (a) wirken etwas weniger rund, „dünner“ und auch flacher. Zugegeben: Sie kosten nur fast die Hälfte der Headphone (1) und schlagen sich angesichts dessen im Klang echt gut, sind keineswegs billig-wummerig-bassig. Vielmehr bieten die Headphone (a) eine vordergründige und scharfklare Performance, die auch mit schnellen Beats klarkommen, dabei selten die Balance verlieren – und manchmal sogar von einem leichten Bass Boost profitiert.

Nothing
Headphone (a)
Produktart Over-Ear-Kopfhörer (Wireless)
Internetadressenothing.tech
Preis in Euro159
Abmessungen (BxHxT) in cm17,7 x 7,8 x 19
Gewicht (in Gramm)310
VertriebNothing
Kontakttelefonnummer+49 8001 26 62 66
Farbvarianten4 (schwarz, weiß, pink, gelb)
Bedienung 25 %gut 2,3
Koppelneinfach
Bedienung Ohrhörer: Funktionen und Bedienungviele / einfach
App: Funktionen und Bedienungsehr gut
Tragekomfortsicher, angenehm, etwas starr und leicht erhöhter Druck
Ergonomie und Anpassbarkeitverstellbar, drehbar
Qualität der Anleitungbefriedigend
Links-Rechts-Kennzeichnungbefriedigend
Ausstattung & Funktionen 60 %gut 2
Akkulaufzeitsehr lang
Gleichzeitige Verbindung mit mehreren Gerätenja
Equalizerja
Auto-Pausenein
Sprachassistentenja
3D-Soundja
Analog-Anschlussja
Enthaltenes ZubehörTasche, Ladekabel, Klinkenkabel
Verarbeitung und Materialgut
Mikrofon-Qualitätgut
Noise Cancellationgut
Ambient Modegut
Abschirmunggut
Service & Umwelt 15 %gut 2
VerpackungPappe, etwas groß
Garantie (in Jahren)2
Praxis-Note2.1
Klangbeschreibungklar und sauber, etwas flach
Klangqualität65/100



Die mit einem gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Erfolgt darüber ein Einkauf, erhalten wir eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten und Sie unterstützen damit unsere Arbeit. Die redaktionelle Auswahl und Bewertung der Produkte bleibt davon gänzlich unbeeinflusst.

Ähnliche Beiträge


Enable Notifications OK No thanks