Zehn Musik-Streamingdienste im Test: Spotify gegen Hi-Res
Die Auswahl an Musik-Streamingdiensten ist groß, die Angebote oft ähnlich. In unserem Test von 10 bedeutenden Anbietern zeigt sich, welcher Dienst das beste Gesamtpaket bietet.

Musikstreaming ist im Jahr 2025 kein neues Phänomen mehr und dominiert den Musikmarkt. Und befindet sich zudem immer noch im Wachstum. Wie die stets aktuellen Bericht des Bundesverbands Musikindustrie darlegen, entfielen zum Beispiel bereits 2023 knapp 75 % des Einkommens der Branche auf Streaming, knapp 8 % mehr als im Jahr 2022 und da wiederum mehr als im Jahr davor – und 2024 stieg diese Zahl auf 78%, inklusive einem Plus beim Umsatz der hiesigen Musikindustrie. Und die Zahl an Anbietern schrumpft auch nicht, wie dieser Vergleichstest von zehn Musik-Streamingdienste zeigen wird. International gibt es weitere große Anbieter, diese spezialisieren sich aber auf regionale Märkte wie China oder Indien und sind nicht in Deutschland verfügbar.
Der hiesige (und gesamte westliche) Markt für Musikstreaming wurde lange von Spotify dominiert. Der Firmenname war für viele fast schon synonym mit digitalem Musikhören. Doch das ist längst nicht mehr der Fall, seitdem in den letzten Jahren die großen Tech-Firmen anfingen, ihre eigenen Streamingdienste in den Vordergrund zu rücken. Eine gute Zeit also, genau zu testen, welcher Streamingdienst der beste ist – in Bedienung, Angebotsvielfalt, Musikqualität und mehr.

Wer gestreamte Musik auf seiner Anlage hören will, braucht einen Netzwerkplayer. Die beliebtesten Angebote:
Spotify führt zwar immer noch den Markt an, aber die Angebote von Apple, Amazon* und Google (YouTube) sind große Player geworden. Im Bereich HiFi sind Tidal und Qobuz beliebt – unter anderem dank Hi-Res-Musik –, auch wenn sie insgesamt eher wenig verbreitet sind. Auch Deezer und Napster halten sich, sind aber entfernt von riesigen Marktanteilen. Napster wurde zudem vor kurzem von dem US-Startup Infinite Reality gekauft, dass sich danach direkt in Napster umbenannte. Die Firma will verschiedenste KI- und Metaverse-Services anbieten, und diese Themen auch mit Musik verbinden, etwa über „virtuelle Konzerte“. Bis jetzt jedenfalls hat der Streamingdienst dadurch aber noch keine Änderung erfahren.
Deezer und Napster haben zudem jeweils eine weiter Besonderheit: Die Streaming-Angebote von ALDI und RTL werden zwar über die jeweilige Marke angeboten und verkauft, sind aber „powered by“ einem anderen Dienst – Napster für ALDI und Deezer für RTL. Trotzdem ist ihr Gesamt-Angebot nicht identisch, was bereits am Preis zu sehen ist. Seit kurzem ist die Deezer-Musik bei RTL+ nicht mehr in der RTL-App vorhanden, sondern das RTL+-Abo beinhaltet automatisch den Zugang zu Deezer – abgesehen davon, dass man keine über den RTL-„Umweg“ keine verlustfreie Musik hören kann.
Preise der Streaming-Anbieter oft ähnlich
Der Preis für ein Abonnement ist bei allen Kandidaten ähnlich und beträgt aktuell meist 10,99 € pro Monat, wobei wir vom Standard-Tarif (eine Person, keine Ermäßigung, alle Features) ausgehen. Mit 7,99 € fällt ALDI als sehr preiswert auf, während Deezer mit 11,99 € und RTL+ mit 12,99 € – bei dem nur Musikstreaming nicht gebucht werden kann – noch mal etwas teurer sind. Nach einer kürzlichen Preiserhöhung kostet Spotify zudem auch 12,99€ Am meisten kostet Qobuz mit 15,99 €.
Eine unerfreuliche Besonderheit merken Kunden, die auf einem iOS-Gerät direkt in der jeweiligen App ein Abo abschließen wollen. Diese sind dort nämlich teilweise teurer, da Apple Gebühren verlangt. Spotify ermöglicht es inzwischen gar nicht mehr, in der App direkt zu abonnieren. Darum empfehlen wir, stets das Abo über einen Browser abzuschließen – außer dem Preis gibt es keine Unterschiede je nachdem, wo das Abo gebucht wird.
Mehr als Musik beim RTL+-Abo
Bei RTL+ bekommt man zudem mehr für sein Abonnement: Ein „Max“-Abo, das für Musikstreaming benötigt wird, beinhaltet unter anderem auch Zugriff auf den Video-Streamingdienst von RTL und zusätzlich auf Zeitschriften und Artikel aus dem ebenfalls zu RTL gehörendem Verlag Gruner + Jahr. Allein von der Menge her ist das für 12,99 € ein riesiges Angebot, auch wenn wir für Musikstreaming die anderen Aspekte als Bonus ansehen. Apple Music beinhaltet zudem Apple Music Classical, ein separater Streamingdienst, der sich nur mit klassischer Musik beschäftigt.

Für YouTube-Fans sei darauf hingewiesen, dass man für zwei Euro mehr pro Monat (dann 13 €) YouTube Premium abonnieren kann. Darin ist YouTube Music Premium enthalten sowie ein werbefreier Zugriff auf die Video-Plattform. Wer Amazon Prime hat, hat automatisch „Prime Music“, mit dem werbefrei gehört werden kann, aber ohne „HD“ und nur per Zufallswiedergabe. Auch zahlen Prime-Abonnenten für Amazon Music Unlimited* 10 € statt 11 €. Qobuz hat ein Abo für 16,66 €, mit dem es Rabatte für den Download-Shop gibt. Zuletzt gibt es von ALDI das Angebot, für 10 € oder 15 € gleichzeitig Handy-Tarif und Musikstreaming zu abonnieren.
Musik-Streamingdienste im Vergleichstest: Probezeit und kostenlose Optionen
Fast alle Dienste bieten auch eine kostenlose Probezeit von einem Monat an, einzig RTL bittet direkt zur Kasse. Aktionen, bei denen mehrere Monate umsonst sind, gibt es auch öfter, wobei wir diese für eine Bewertung nicht berücksichtigen.
Wer gar nichts zahlen will, kann bei Spotify, YouTube, Amazon und Deezer auch kostenlos über den jeweiligen Webplayer Musik hören, aber mit großen Beschränkungen: Die Musik wird von Werbung unterbrochen, meistens (seit kurzem mit der Ausnahme von Spotify) ist nur Zufallswiedergabe möglich, die Wahl an Auflösungen ist begrenzt, und Musik herunterzuladen ist auch nie möglich.
Haben alle Streamingdienste alles an Musik?
Im Gegensatz zu Video-Streamingdiensten ist die Abfrage des Katalogs bei Musikstreaming kompliziert. Gehen wir nach den aktuellen Infos der Firmen, haben alle Dienste heutzutage ungefähr gleich viel Musik – die Angabe von „über 100 Millionen Songs“ bis „über 120 Millionen Songs“ ist fast immer zu finden.
Es kommt durchaus vor, dass bestimmte Musik nur auf einem Streamingdienst vorhanden ist oder auf einem bestimmten nicht – wie etwa Neil Young, der zeitweise nicht auf Spotify war, oder US-Country-Star Garth Brooks, der einen Exklusivvertrag mit Amazon Music hat und abgesehen von wenigen Ausnahmen wie Live-Alben oder Compilations nur da zu finden ist. Dies ist aber extrem selten der Fall, sodass es in unserer Bewertung keinen Einfluss auf die Note hat. In einem Test mit verschiedenster Musik – aktuelle Charts, ältere Musik, verschiedene Genres – hatte stets jeder Dienst alle Songs im Angebot. Ein Unterschied im Katalog der Dienste konnten wir bei Musik also nicht feststellen.

Videos und Podcasts bei den Musik-Streamingdiensten im Vergleichstest
Wer zu seiner Musik auch ein Musikvideo schauen will, wird bei YouTube, Tidal, Apple, Amazon, Napster (ein Feature, das Napster exklusiv behält und nicht an ALDI weitergibt) und auch Spotify fündig.
Anders als bei Musik sieht es beim Thema Podcasts und Hörbücher aus. Bei Podcasts trennt sich das Feld in zwei Gruppen: Dienste mit Podcast-Angebot und Dienste ohne Podcast-Angebot. Abgesehen von exklusiven Formaten haben die meisten Dienste, die Podcasts anbieten, auch alle großen Podcasts im Angebot. Das sind hier Amazon*, Deezer und Spotify.
RTL+ und YouTube Music haben auch eine große Auswahl an Podcasts, aber nicht alle aus unserer Test-Auswahl. Zu beachten gibt es auch, dass viele Podcasts in Video-Form auf dem „normalen“ YouTube erhältlich sind. Tidal hat nur eine kleine, hauseigene Auswahl an Podcasts. Napster, ALDI und Qobuz gar keine. Auch Apple Music hat an sich keine Podcasts, da Apple sie in die eigene, kostenlose Podcast-App auslagert.
Hörbücher bei Streamingdiensten – „Die Drei ???“ hat jeder, Amazon und Spotify rüsten auf
Beim Thema Hörbücher war das Bild lange Zeit homogener, doch in letzter zeit haben die Musik-Streamingdienste das Thema scheinbar für sich entdeckt. Hörspiele als Kategorie, wie „Die drei ???“, hat jeder Service im Angebot enthalten. Auch einige Hörbücher gibt es immer, aber meist wenige, wenn man sowohl nach aktuellen Charts als auch Klassikern sucht.
Mit diesen als Grundlage haben wir einen „Testwarenkorb“ erstellt, dessen Hörbücher bei jedem Dienst gesucht wurden. Währen Qobuz aus dieser Auswahl eher wenig bietet, hat der Dienst insgesamt mehr Hörbücher im Angebot, als der Bestseller-Warenkorb impliziert und bietet zudem die Möglichkeit, nach „Hörbüchern“ zu sortieren. Eine etwas größere Auswahl aus unserem Testwarenkorb bietet RTL+, aber vor allem Spotify und Amazon haben dieses Segment in letzter Zeit ausgebaut.
Dabei arbeiten all drei dieser Dienste nach ähnlichem Konzept, dann die Hörbücher sind nie unbegrenzt kostenlos enthalten. Bei RTL+ müssen die Bücher, die über die Standard-Deezer-Auswahl hinausgehen, per „Credit“ gekauft werden. Jeder Abonnent bekommt dafür pro Monat einen Credit umsonst. Ähnlich ist es bei Amazon Music, in dem seit kurzem jeder Abonnent ein Hörbuch pro Monat kostenlos hören kann, über eine Verbindung zum ebenso Amazon-eigenen Hörbuch-Dienst Audible. Spotify hingegen gibt jedem Premium-Nutzer pro Monat 12 Stunden kostenlose Hördauer, weitere 10 Stunden müssen für je 10€ zugekauft werden.
Da ein Hörbuch auch gerne mal über 20 Stunden dauern kann, ist das Angebot bei Amazon möglicherweise etwas günstiger bei gleicher, sehr großer Auswahl. Für eingefleischte Hörbuch-Fans lohnt sich dann vielleicht ein dediziertes Hörbuch-Streaming-Abo – das kostet bei Audible etwa 10€ pro Monat für unbegrenztes Streaming, genauso viel wie 10 Stunden bei Spotify. Bei Qobuz hingegen sind alle vorhandenen Hörbücher ohne Aufpreis inkludiert, wobei der Dienst wie erwähnt im normalen Abo teurer als die Konkurrenz ist.
Die Einbindung dieser Nicht-Musik-Formate ist wiederum ein anderes Thema. Bei Tidal, Qobuz, Apple sowie Napster/ALDI fehlt zum Beispiel die beliebte Option, diese Inhalte schneller oder langsamer abzuspielen, was die anderen wiederum können. Letzterer ermöglicht es aber, eigene „Lesezeichen“ in Hörbücher zu setzen, was bei der Orientierung helfen kann. Das gibt es beim Amazon Music-Hörbuch auch, jedenfalls sofern man den Umweg geht, sich dieses in der Audible-App anzuhören.
Musik kaufen oder auch mal einen Artikel lesen?
Auch wenn Musik kaufen und herunterladen heutzutage kein großer Geschäftsbereich mehr ist, ist es immer noch eine weitere Möglichkeit, digitale Musik zu hören. Das ist bei Amazon, Apple und Qobuz möglich, bei denen die Käufe auch in die jeweilige Streaming-App integriert werden – und natürlich erhalten bleiben, falls das Abo endet. Qobuz ist zudem der Einzige, der hochaufgelöste Downloads anbietet.
Beim Thema „Zusatzangebote“ ist Qobuz ebenfalls gut und bietet relativ viele redaktionelle Inhalte in Form von Artikeln zur Musik, Interviews und auch HiFi-Tests. Das gibt es auch bei Tidal, aber weit weniger präsent. Unter dieser Kategorie werten wir alles, was zur Musik dazukommt, weswegen RTL+ etwa mit dem erwähnten Video-Streaming Spitzenreiter ist, aber musikbezogen relativ wenig anbietet.

Bei fast allen Diensten gibt es zudem „von Künstlern kuratierte“ Playlists, bei allen, außer ALDI, finden wir auch exklusive Interviews in Video- oder Audio-Form. Tidal, Deezer, Apple und Amazon haben zudem exklusive, für die jeweilige Plattform erstellte Live-Aufnahmen diverser Künstler. Da YouTube Music teilweise mit dem normalen YouTube verbunden ist, hat die Plattform zudem viele Aufnahmen von Live-Konzerten. Wer selbst auf ein Konzert will, findet zum Beispiel bei Apple, Deezer und Spotify Listen von Konzerten in der Nähe, Spotify zudem auch Merch-Shops von Musikern.
Von komprimiert bis Hi-Res: Musikformate der Streamingdienste
Wichtiger Punkt für Kunden vor allem im HiFi-Sektor ist die von den Musik-Streamingdiensten hier im Vergleichstest angebotene Klangqualität. Während die Unterschiede bei fast schon absurd hohen Auflösungen immer kleiner werden, ist die Verbesserung etwa von komprimierter Musik zu CD-Qualität zu Hi-Res schon deutlich – mehr dazu am Ende. Dieser Unterschied trennt die Kandidaten in drei Gruppen auf. Erfreulich ist, dass bei jedem Dienst die aktuell jeweils höchste Auflösung auch im Standard-Abo enthalten ist.
Die beste Note gibt es für Streamingdienste, die hoch aufgelöste Musik im Portfolio haben, also alles, was die gängige CD-Auflösung von 16 Bit/44,1 kHz überschreitet – das bedeutet so gut wie immer entweder 96 oder 192 kHz mit 24 Bit im Format FLAC. Qobuz ist hier schon seit längerer Zeit Vorreiter und laut eigener Aussage der Dienst mit den meisten Hi-Res-Titeln. Auch Tidal, Apple und Amazon haben inzwischen Musik von Auflösungen bis zu 192 kHz im Angebot.
Lossless-Musik besser als komprimiert, jedoch kein Hi-Res
Die zweite Kategorie bietet maximal CD-Qualität an. Da die Musik dafür nicht komprimiert wird, wird diese Stufe auch oft als Lossless (engl. „verlustfrei“) bezeichnet. Alle Dienste, die Hi-Res haben, bieten natürlich auch Lossless an, was eine Qualitätsstufe darunter ist. Lossless, aber kein Hi-Res gibt es aktuell bei Deezer, Napster und nach langer Spekulation seit kurzem auch beim Marktführer Spotify.
Als Letztes gibt es Streamingdienste, die nur komprimierte Musik anbieten und damit immer unter CD-Qualität liegen. Nach dem Upgrade auf Lossless bei Spotify betrifft das größtenteils YouTube Music. Hier wird auch ein Unterschied zwischen RTL+ und ALDI sowie deren Dienstleistern deutlich. Denn die Streamingdienste, die unter den Marken der deutschen Firmen laufen, haben nur komprimierte Streams, während Deezer und Napster wie erwähnt auch verlustfreie Musik anbieten. Meldet man sich via RTL+ bei Deezer an, bleibt es hingegen bei verlustbehafteter Musik
Warum eigentlich Hi-Res? Ein blinder Hörtest
In einem ausführlichen Hörtest werden auch Unterschiede in der Klangqualität zwischen den Auflösungen und damit den Diensten ersichtlich. Diese sind zwar nicht riesig, aber etwa ein Wechsel von Hi-Res zu einem komprimierten Stream kann je nach Musik schon deutlich sein. So bewahrheitet sich auch im praktischen Test die Theorie: Wer die höchste Klangqualität mit einer breiten Bühne, vielen Details und lebhaften, natürlichen Klangfarben will, ist mit Hi-Res am besten beraten. Ohne diesen Vergleich klingt aber auch komprimierte Musik auf einer guten Anlage akzeptabel bis gut – und je simpler die Anlage oder Kopfhörer, desto weniger merklich die Unterschiede.
[table “92” not found /]Bei mehreren Musikstücken klang zudem Amazon Music* ganz leicht besser als die Konkurrenz, was auch klarmachte, dass Musik trotz gleicher Auflösung leicht unterschiedlich klingen kann. Wobei das teils wirklich kleine Unterschiede sind, die teils auch Stilfragen sind. Im Vergleich gefiel uns Apple Music etwas weniger als die restlichen Hi-Res-Dienste – was aber primär an der von Apple bevorzugten, hauseigenen Übertragungsmethode Airplay lag, im Vergleich zu Chromecast, Tidal/Qobuz Connect oder in einen Streamer integrierte Streamingdienste.
Von Dolby Atmos über Sony 360 Reality Audio bis MQA
Einige andere Musikformate gibt es zudem auch bei den Streamingdiensten, aber weniger präsent als etwa Lossless-Musik. Am meisten Wert wird dabei auf das 3-D-Audio-Format Dolby Atmos gelegt, das Apple, Tidal, und Amazon anbieten. Hier wird immer mehr Musik in diesem Format erhältlich gemacht, das vor allem bei Soundbars und Kopfhörern beliebter wird. Ein ähnliches Format ist Sony 360 Reality Audio, das es nur bei Amazon Music gibt, nachdem Tidal sich davon verabschiedete.
Ebenso beendete Tidal vor einiger Zeit die Unterstützung des nach Insolvenzverfahren von der Firma Lenbrook gekaufte Format MQA, welches durch patentierte Verfahren hohe, „studioähnliche“ Klangqualität im kleinen Dateiformat verspricht. Lenbrook wiederum, der Hersteller hinter HiFi-Marken wie Bluesound und NAD, kündigte vor einiger Zeit einen eigenen Streamingdienst an, der auch MQA unterstützen soll, aber aktuell noch nicht erhältlich ist.
Wie man alle diese Formate auswählt und aktiviert, ist auch Teil der Bewertung der jeweiligen App der Dienste. Auch bei komprimierter Musik gibt es übrigens Unterschiede in der Datenrate. Das Umschalten etwa bei Deezer und Qobuz geht sehr einfach. Bei den meisten anderen Diensten braucht es ein paar Klicks in den Einstellungen, bei Apple Music auf iOS muss man sogar in die Geräteeinstellungen.
Die Apps der Musik-Streamingdienste im Vergleichstest sind oft ähnlich
Damit man die Musik auch hören kann, sollten die Streamingdienste natürlich auch auf möglichst vielen Geräten angeboten werden. Anwendungen für iOS- und Android-Handys gibt es schon mal immer – das würden wir auch als das Mindeste ansehen. Anwendungen für PC und Mac gibt es bei allen Diensten außer RTL+ und YouTube, bei Napster und damit auch ALDI muss man auf eine Mac-Anwendung verzichten. Zuletzt hat aber jeder Dienst eine direkt über einen Webbrowser erreichbare Oberfläche. Egal, wo: Die meisten Apps weisen genug Ähnlichkeiten zur Konkurrenz auf, sodass, wenn man sich mit einem Streamingdienst auskennt, die Bedienung der meisten anderen kein Problem sein sollte.
Eine weitere Besonderheit von ALDI Music: Während der Dienst eine eigene App hat, ist die Web-Anwendung dafür die von Napster. Die Kontoverwaltung liegt immer noch bei ALDI (bzw. Medion), aber die Oberfläche ist nicht nur identisch, es ist dieselbe Adresse und Oberfläche, abgesehen von einem „ALDI“-Schriftzug und der Anmerkung im Account, dass man zwar bei Napster ist, aber ein ALDI-Abo hat.
Im Grunde sind die mobilen Apps sehr ähnlich zu den Computer-Oberflächen der Streamingdienste, auch wenn die Apps teilweise noch etwas durchdesignter erscheinen. Weil sie auch häufigster Kontaktpunkt zum Dienst sind – mobiles Hören, Verbindung zu Kopfhörern, Steuerung der HiFi-Anlage –, haben wir die Apps auch genauer getestet. Aspekte wie Suchergebnisse, Empfehlungen oder Sortierung sind aber immer identisch zum Browser.
Welche App ist die Beste für Musikstreaming?
In Bedienung, Stabilität und Features zeigte dabei Spotify seine Erfahrung und konnte im Vergleichstest der Musik-Streamingdienste am meisten überzeugen, dicht gefolgt von Deezer. Letzterer hat mit einem Musikquiz und Musikerkennung („Songcatcher“) zudem einige nette, wenn auch nicht entscheidende, Sonder-Features. Auch die Apps von Tidal und Amazon überzeugen.
Musik hören geht an sich natürlich über jede App, wobei zum Beispiel die ALDI-Anwendung etwas instabil war. Bei YouTube Music ist vor allem die Verbindung zum normalen YouTube und das Mischen von Musik und Videos teilweise verwirrend.
Wie kommt die Musik auf die Anlage?
Während viel Musik unterwegs konsumiert wird – bei jedem Dienst kann Musik heruntergeladen und offline gehört werden –, ist es für den heimischen Musikgenuss wichtig, dass man den Streamingdienst auch mit seiner Anlage verbinden kann. Damit man von hoher Klangqualität Gebrauch macht, ist direktes Streaming auf die Anlage wichtig, während etwa Bluetooth Musik komprimieren würde.

Alle Dienste außer Apple Music (auf iOS) unterstützen schon mal Chromecast, womit für viele Verbindungen gesorgt ist. Wenn es um Integration in andere Systeme geht, sind Deezer (auch ein Pluspunkt für RTL+) und Tidal knappe Spitzenreiter, die je auf fast allen der größten HiFi-Streaming-Produkten verfügbar sind. Auch Amazon und Qobuz sind da gut vertreten. Napster hingegen kann auf ein paar ausgewählten Geräten genutzt werden (z.B. Bluesound, Sonos) – wovon ALDI profitiert. Für die HiFi-Integration bedeutet das jeweilige Abo von Napster oder ALDI dasselbe.
Eine Besonderheit bei Spotify, Tidal und Qobuz sind zudem die eigenen Connect-Protokolle. Damit kann die gesamte Fragestellung zu „HiFi-Integration“ nämlich theoretisch umgangen werden. Alle diese Optionen sind bei Streaming-Geräten meist Standardausstattung. Damit lässt sich Musik direkt aus der App eines Streamingdienstes auf ein Gerät streamen, was in der Nutzung einfach ist und bei allen Diensten gut funktioniert. Bei Tidal und Qobuz ist so auch HiRes-Übertragung möglich, bei Spotify (in den allermeisten Fällen) Lossless. Qobuz und Spotify hingegen erlauben es auch, alle jeweils zugehörigen Geräte von überall zu steuern, etwa einen Computer vom Handy.
Vergleichstest Musik-Streamingdienste: Fazit
Die Angebotsvielfalt bei Musikstreaming ist heute groß, und es wird etwas gefährlich für Spotify. Der Marktführer ist bei Podcasts sowie inzwischen auch Hörbüchern gut, hat eine super App und ist mit Funktionen wie „Connect“ und anderen Extras sehr vielseitig. Und bringt immer wieder neue Features, ganz zu schweigen davon, dass der Dienst seit kurzem endlich Lossless-Musik bietet.
Aber gleichzeitig noch kein Hi-Res, was aus HiFi-Sicht für die beste Klangqualität wünschenswert ist. Unter den Hi-Res-Anbietern findet sich auch unser Testsieger: Amazon Music. Mit Vielseitigkeit von Dolby Atmos bis Hi-Res, guter App und Steuerung sowie netten Boni wie etwa Hörbücher liefert der Dienst schlicht das vielseitigste Angebot.
Aber alle Dienste aus dem Hi-Res-Sektor schneiden gut ab, etwa Tidal und Qobuz als audiophile und dank Connect jeweils praktische Optionen – Qobuz zusätzlich mit einem aufwendigen redaktionellen Part. Auch Apple Music bietet hier viel, hat aufgrund etwas schwächerer App und HiFi-Integration aber ebenso kein „Rundum-Sorglos-Paket“. Dank Lossless landet Spotify auf nun auf dem dritten Platz insgesamt – aber kostet dabei auch mehr als etwa Amazon, Apple oder Tidal!
Für Kunden, die nach einem preiswerten Anbieter suchen und denen Musik ohne Extras in komprimierter Klangqualität reicht, ist ALDI Music vielleicht interessant. Hier ist an sich jede Musik vorhanden, die man sich wünschen könnte, zum Musikhören reicht’s also. Wer wiederum gleich das Entertainment-Paket von RTL+ wünscht, bekommt dann ein ziemlich gutes Gesamtpaket, auch wenn das Musikstreaming eher nebensache ist.
Musikformate und -Auflösungen kurz erklärt
In den letzten Jahren wird viel über die Auflösung der Musik bei Streamingdiensten diskutiert, und auch wir nehmen die Verfügbarkeit verschiedener Formate mit in die Bewertung der Angebote auf. Wie bei vielem gilt zuerst: Mehr ist besser, eine große Angebotsvielfalt gibt Pluspunkte.
Die Grundlagen: Dateien haben eine Bittiefe (Bit) – wie viele Informationen in einem „Sample“ sind, was bei Musik große Auswirkungen auf die Dynamik haben kann – und eine Taktfrequenz/Samplerate (kHz) – wie viel einzelne Samples pro Sekunde vorhanden sind. Diese multipliziert mit den Kanälen ergibt die Bitrate. Je höher Bit oder kHz also bei einem Signal – wir sprechen meist von höherer Auflösung –, desto mehr einzelne Informationen sind in einer Sekunde Musik enthalten. Im Gegenzug werden bei niedrigeren Auflösungen Informationen weggerechnet. Die Musik bleibt die gleiche, aber jeder „Happen“ Musik hat weniger Einzelteile. Der Klang kann dadurch flacher, verwaschener, undynamischer oder weniger detailliert werden.
Hi-Res: Alles, was über CD-Qualität hinausgeht, bezeichnen wir als „High Resolution“, also hoch aufgelöst. Das kann einerseits eine höhere Bitrate bedeuten (meistens 24 oder 32) oder eine höhere Samplerate. Diese ist entweder ein vielfaches von 44,1 oder 48. Bei Musik sind 96 und 192 kHz häufig und auch die höchsten Formate, die die Streamingdienste anbieten.
Lossless/CD-Qualität: Die bei CDs standardisierte Auflösung ist 16 Bit/44,1 kHz. Also errechnet sich 16 Bit x 44,1 kHz x 2 Kanäle = 1.411,2 kBit/s. Wird Musik mit dieser Auflösung (egal in welchem Format, meistens FLAC) gestreamt, hat man theoretisch die gleiche Qualität wie beim Hören einer CD. Da hier bei der Wandlung von CD zu Streaming nichts verloren geht, spricht man auch von Lossless.
MP3/AAC/OGGVorbis/…: Die niedriger aufgelösten Formate haben etwa zwischen 60 und 320 kBit/s. Um die niedrigere Bitrate und damit eine kleinere Dateigröße zu erreichen, wird die Datei komprimiert. Auch wenn „MP3“ das gängige Wort für komprimiertes Audio ist, streamen die meisten Dienste in anderen Formaten, die bei gleicher Dateigröße durch bessere Verarbeitung höhere Klangqualität bieten.
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