MoFi MasterDeck im Test: innovativer High End-Plattenspieler
Für MoFi hat Allen Perkins zwei starke Plattenspieler entwickelt. Doch werden diese jetzt im Test vom großen MasterDeck noch übertroffen.

Dass ein Musik-Label eigene Plattenspieler herausbringt, ist eine echte Besonderheit. So geschehen Anfang 2017, als der legendäre US-Reissue-Spezialist „Mobile Fidelity Sound Lab“, kurz MFSL, mit dem StudioDeck diesbezüglich seinen Erstling vorstellte. Der in STEREO 5/17 im Zusammenhang mit dem ebenfalls unter eigener Regie herausgebrachten MM-Tonabnehmer StudioTracker getestete Dreher sollte der oft bestechenden Klangqualität von MFSLs Top-Vinylausgaben bekannter Alben gerecht werden. Bald darauf folgte das in vielen Punkten höherwertige UltraDeck (Test in STEREO 2/19), das es auch im attraktiven Fender-Design gibt, für das der in seiner Güte angepasste MM-Abtaster UltraTracker kam.

Die flachen, schlicht schwarzen Plattenspieler mit dem auffälligen gelb-orangen Riemen und geradem 10-Zoll-Tonarm bieten tatsächlich eine besonders ausgeprägte Musikalität. Insbesondere ihr sensibles Timing, aber auch die ausgeprägte Farbigkeit ihrer Darbietungen – gerade im Set mit den hauseigenen Abtastern – verschafften ihnen schnell einen Fan-Kreis.
Auch die kleineren MoFi-Dreher bestechen
Eine Idee vom richtigen Vinylklang zu haben und diesen praktisch in Plattenspielern wie Tonabnehmern umzusetzen, ist freilich zweierlei. Aus diesem Grund beauftragte MFSL die gleichsam von einer mystischen Aura umgebene Analog-Kapazität Allen Perkins mit der Entwicklung. Dieser hatte unter seiner eigenen, insbesondere in den USA, aber auch anderen Ländern populären Marke Spiral Groove bereits einige höchstbeachtete Dreher erschaffen.

Und nun vervollständigt der Meister MoFi Electronics’ audiophil orientiertes Dreher-Duo zum Trio, indem er diesem das MasterDeck voranstellt. Dieses übertrifft mit einem Preis von knapp 8.000 Euro die kleineren Modelle, die ebenfalls ohne Pick-up um 1.500 respektive 2.600 Euro kosten, nicht nur preislich deutlich. Der getriebene Aufwand stieg im gleichen Maße.

Während man etwa die Geschwindigkeit bei Letzteren simpel durch das manuelle Umlegen des typisch hellorangen Riemens in die kleinere (33) oder aber größere (45) Riemenscheibe des Motor-Pulleys ändert, verfügt der Antrieb des MasterDecks über eine ausgefuchste, sensorgestützte Steuerung für dessen dreiphasigen Gleichstrommotor, der in einem schwingungstechnisch isolierten Extragehäuse untergebracht ist. Diese ist mit einer digitalen Anzeige kombiniert, die das jeweilige Tempo bis hinters Komma genau angibt.

Die digitale Umdrehungsanzeige ist bis hinters Komma genau; weiter Regelbereich.
Bedient man den bei MoFi traditionell gelblich durchleuchteten Start/Stopp-Knopf des Drehers, der kurze Zeit nach dem finalen Stoppen erlischt, setzt sich der 6,5 Kilogramm schwere sowie vier Zentimeter hohe Sandwich-Teller aus einem Aluminiumträger mit resonanzarmer Auflage aus dem technischen Kunststoff Delrin gemächlich in Rotation. Dabei zählt das Display die Umdrehungen von Null bis zum gewünschten Wert hoch. Dieser darf als dritte Option sogar 78 rpm betragen.
Display für exakte Drehzahlanzeige
Der benachbarte „Trim“-Regler erlaubt eine Feinregulierung sämtlicher Tempi, was ebenfalls im kleinen Sichtfenster dokumentiert wird. Beim ersten Kontakt mit der Netzspannung oder nach einer zwischenzeitlichen Trennung von dieser kalibriert sich das MasterDeck nach kurzem Aufleuchten des geschwungenen MoFi-Logos innerhalb von knapp zwei Minuten selbsttätig auf die korrekten Drehzahlen und schaltet sich danach in den Stand-by-Modus. Ab dann ist es startklar.

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