Marshall Middleton im Test: Bluetooth-Box im Retro-Look
In klassischer Marshall-Optik, mit netten Features und viel Klang will der Bluetooth-Lautsprecher Marshall Middleton im Test überzeugen.

Daran, dass der Middleton von Marshall kommt, gibt es keine Zweifel. Das bezieht sich zu Anfang am meisten auf den Retro-angehauchten Look des Bluetooth-Lautsprechers, der inklusive kleiner Trageschlaufe geliefert wird. Aber auch mit seinen Features und natürlich dem Klang soll der Middleton überzeugen. Für knapp 300€ UVP zählt er auch ja auch schon zu der Oberklasse der gängigen Bluetooth-Boxen. Was der Marshall Middleton alles kann und wo er schwächen hat, untersuchen wir in diesem Test.
Der Middleton verfügt über ein solides Ausstattungspaket, das gut, aber nicht komplett perfekt ist. Mit AUX als Zusatz-Anschluss zu Bluetooth ist er flexibel einsetzbar, auch wenn zum Beispiel Musikübertragung per USB nicht möglich ist. Zudem kann man ihn auch als Powerbank nutzen werden, und so externe Geräte wie Handys laden – natürlich auf kosten des eigenen Akkus. Die Akkulaufzeit von 20 Stunden ist gut und ausreichend für längere Ausflüge, das Nachladen dauert mit 4,5 Stunden dafür etwas länger.

Der Schutz gegen Wasser und Staub nach IP67 macht den Lautsprecher robust und für den Outdoor-Einsatz geeignet. Trotz seines vergleichsweise höheren Gewichts von 1,8 kg bleibt er durch seine kompakte Form leicht transportierbar. Immerhin geht er mit seinem Preis von 300€ schon in die Richtung von größeren Blueooth-Boxen wie einer deutlich schwerer zu transportierenden JBL Xtreme 4.
Ausgesprochen einfache Bedienung
In puncto Bedienung macht der Marshall Middleton eine gute Figur. Die Bluetooth-Kopplung erfolgt problemlos, und die Steuerung am Gerät ist intuitiv und benutzerfreundlich. Eine kleine LED-Leiste zeigt bei ihm neben Akkustand etwa auch die Lautstärke oder die EQ-Einstellungen an. Letztere können zudem direkt auf dem Middleton angepasst werden (Höhen und Bass).

Die App hingegen bietet diese Optionen zwar auch, ist aber etwas weniger überzeugend und könnte mehr Einstellungsmöglichkeiten bieten. Trotzdem kann mit ihr der Lautsprecher insgesamt solide gesteuert werden. Erfreulich ist, die Bluetooth-Verbindung des Marshall Middleton in unserem Test 50 Meter erreicht, und auch auf dieser Distanz noch Musik abspielte, sofern nichts zwischen Handy und Lautsprecher ist, was die Übertragung stören könnte.
Der Klang das Marshall Middleton im Detail und Vergleich
Der Klang des Marshall Middleton ist insgesamt gut ausbalanciert und aufgelöst. Obwohl er noch etwas direkter und damit vordergründiger klingen könnte, überzeugt der Lautsprecher mit einer guten Definition und damit auch Natürlichkeit. Der Bass ist ebenfalls präsent, wenn auch aufgrund der Größe erwartbar nicht allzu mächtig. Ziemlich selten für Bluetooth-Lautsprecher ist es zudem, dass der Middleton nicht mit einem zweiten Lautsprecher zu einem Stereo-Paar gekoppelt werden kann, was sonst oft der Räumlichkeit der Wiedergabe helfen kann.
Im Vergleich zu anderen Lautsprechern in der gleichen Preisklasse positioniert sich der Marshall Middleton als ein Allrounder mit einer soliden Leistung in allen Bereichen, sticht unter anderem durch seine vielseitigen und cleveren Steuerungsoptionen am Gerät direkt heraus. Ein JBL Xtreme 4 zum Beispiel bietet einen kräftigeren (teils vielleicht zu kräftigen) Bass, und ist im Vergleich deutlich unhandlicher. Der kompakte und edle Bang & Olufsen Explore hingegen ist leichter und bietet eine längere Akkulaufzeit, klingt in unserem Vergleich aber etwas schwächer und unnatürlicher. Der Middleton bietet zwar nicht ganz den audiophilen Klang eines DALI Katch G2 und ist nicht so kräftig wie ein Teufel Rockster Cross, seine ausgeglichener Sound, die robuste Bauweise und das eigenständige, schicke Design, machen ihn aber zu einem spannende Gesamtpaket.
