Loewe Leo im Test: High End Kopfhörer mit KI & mehr

Der Loewe Leo ist absolutes High End für ANC-Kopfhörer und will seinen Preis mit starkem Klang und extrem vielen Features inklusive KI rechtfertigen. Klappt das?

Testfazit: Loewe Leo

Die Luxus-Hörer Loewe Leo decken alle Aspekte eines Bluetooth-Kopfhörers ziemlich gut ab, die KI-Boni sind interessant, aber in ihrem aktuellen Stand kein Gamechanger. Klanglich werden sie mit Klarheit und Präzision ihrem High-End-Anspruch gerecht, der Preis ist für einen Bluetooth-Kopfhörer aber trotzdem alles andere als niedrig.
Praxisnote: gut 1,8
Klangpunkte: 97 / 100

Pro

  • Sehr viele Optionen inklusive KI
  • Sauberer & präziser Klang
  • Nirgends schwach

Contra

  • Ziemlich teuer
  • Keine HiRes-Codecs
  • App manchmal unzuverlässig

Loewe ist eine Marke mit Gewicht und Historie, die mit dem Loewe Leo ab sofort auch bei Kopfhörern aktiv ist. Der Leo will das Feld von oben aufmischen, für 1.500 € spielt er am oberen Rand der ANC-Kopfhörer-Klasse, wo Design, Klang und Features Hand in Hand gehen müssen.

Okay, nach oben geht’s immer, etwa mit den gold- und diamantenbesetzten „Loewe X Jacob&Co.“-Kopfhörern – über das Preisschild dieses Luxus-Accessoires wollen wir gar nicht erst nachdenken. Die Leo sind vielleicht nicht ganz so extravagant, aber auch sehr hochwertig.

Design und Verarbeitung: edler Auftritt aus Aluminium und Leder

Das zeigt sich im Design, die Leo bestehen aus Aluminium gepaart mit Leder, zum Lieferumfang gehören ein robustes Hardcase und eine Ledertasche. Kopfband und Ohrpolster können (Letztere sehr einfach) abgenommen und ausgetauscht werden. Diese beiden Lederteile bestimmen auch die Farben, angeboten werden „Midnight Blue“ (unser Testmuster) und „Moonlight Beige“. Ein Austausch-Set für „Horizon Bronze“ kostet 200 € Aufpreis.

Für die Praxis stimmt vieles, die Akkulaufzeit von bis zu 65 Stunden ohne ANC und 45 mit ANC ist sehr gut. Leichter Wasser- und Staubschutz gemäß IP53 ist im guten Sinne ungewöhnlich – so edle Hörer will man nicht von ein paar Wassertropfen ruiniert sehen. Ein USB-C- sowie ein AUX-USB-C-Kabel sind im Lieferumfang dabei und können für die Wiedergabe verbunden werden. Bluetooth gibt’s mit LE Audio und LC3-Codec, auf andere höher aufgelöste und bei vielen teureren Kopfhörern gefundene Codecs wie LDAC oder aptX wurde hingegen verzichtet.

Die beiden Rädchen zur Steuerung der Hörer verhalten sich etwas unterschiedlich: Rechts für Lautstärke ist ein „echtes“ Rädchen, das linke wird nur „gekippt“, um vor- oder zurückzuspulen. Eigenheiten, wie etwa, dass man zum Aktivieren von ANC erst den linken Knopf drücken und dann das Rädchen kippen muss, sind relativ schnell gelernt. Die Steuerung ist insgesamt einfach; auch weil sich viele Funktionen in der App anpassen lassen.

Wie gut sind ANC und Mikrofone des Loewe Leo?

Inklusive ANC und Transparency sowie deren Intensität. Beim ANC hören wir zwar ein sehr leichtes Hintergrundrauschen sowie etwas mehr Bass im Klang, aber beides stört in der Praxis nicht wirklich. Denn das ANC arbeitet super, vermittelt ein gutes Gefühl der klanglichen Isolation und kürzt auch tiefe Frequenzen effektiv. Im Transparenzmodus klingt Sprache von außen klar und natürlich, auch hier stört das sehr leichte Hintergrundrauschen nicht.

Auch die Mikrofone der Kopfhörer überzeugen, welche die Stimme des Trägers sauber und gut verständlich aufnehmen. Selten hatten wir hier nur den Fall, dass Teile der Sprache abgeschnitten wurden, mutmaßlich von der zu starken Lärmunterdrückung.

Was steckt hinter der Leo-KI?

Aber für diesen Preis könnte man von einem Gerät auch mehr als „nur“ guten Klang und die üblichen Features erwarten. Das will Loewe auch bieten, zusätzlich zum hochwertigen Design. Ganz vorn steht dabei das Thema KI in der Rolle als Alltagsunterstützer – was in gewisser Weise zu Bluetooth-Kopfhörern passt, die mit ANC, Mikrofon und mehr auch Praxis-Allrounder sind.

Das Besondere bei Loewe ist, dass die eigene KI direkt in den Hörern bzw. der App eingebaut ist. Man kommuniziert also nicht direkt mit ChatGPT oder Googles Gemini, sondern „Loewe Leo“. Dieser basiert zwar auch auf OpenAIs GPT-Modellen, ist aber eigenständig und bietet einen KI-Chat sowie Live-Übersetzung.

KI-Chat und Übersetzung in der Praxis

Der KI-Chat ist darauf spezialisiert, Infos zu den Leo und ihrer Steuerung zu geben, eine Art interaktive Anleitung. Aber auch Alltagsfragen wie eine Rechenaufgabe oder ein Rezept erstellen meistert er natürlich. Auch die Übersetzung funktioniert bei uns etwa mit Deutsch-Englisch meist gut, auch wenn die Aktivierung bei uns nicht immer klappte.

Die Nutzung von beiden KI-Features ist für insgesamt fünf Jahre nach Account-Registrierung und Aktivierung kostenlos. Will man sie danach ansprechen, braucht es ein Abo für Stand jetzt 7,99 € im Monat. An den restlichen Funktionen ändert das Ende des Zeitraums natürlich nichts, sie bleiben immer bestehen.

Aktuell ist beides als „Beta“ markiert, was den erwähnten Stolperstein erklären könnte und auch impliziert, dass es noch Veränderungen geben kann – denn auch wenn die KI-Einbindung in die Hörer ziemlich besonders ist, scheint ihr Nutzen aktuell etwas beschränkt oder vielleicht sogar redundant zu sein. Denn abgesehen vom vorprogrammierten Wissen zu den Leo-Kopfhörern können gängige KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Claude auch in ihren kostenlosen Varianten dasselbe und mehr als die Leo-KI. Und sind zudem auf modernen Handys ähnlich einfach ansprechbar.

Sprachsteuerung und App-Funktionen im Überblick

Thema „Sprechen“: Die Leo haben auch eine eigene Sprachsteuerung, im Zusatz zu Handy-Assistent und KI-Chat. Die „Voice Control“ funktioniert ohne Internet und ist direkt in die Hörer eingebaut – das ist relativ besonders. Endlos viele Optionen gibt es nicht, aber doch so ziemlich alle, die man beim Musikhören brauchen könnte. Und es klappt gut, damit Wiedergabe oder Lautstärke zu steuern – sobald man mit dem Timing von Aktivierungsphrase „Ok Headphones“ und Command („lauter“) etwas Übung hat.

Weitere Sonderfunktionen können in der – vielleicht aufgrund der Feature-Vielfalt bei uns manchmal etwas langsamen oder einen Neustart benötigenden – App genutzt werden oder als „Shortcut“ auf die beiden Knöpfe oder Sprachcommands gespeichert werden. Die Möglichkeit, ein Foto mit dem Handy zu machen, der Modus für niedrige Latenz oder „Fast Mute“ können somit „Hands-Free“ aktiviert werden. Auch bei „Spatial Audio“ spielen die Leo mit, neben „Optimized for Dolby Atmos“-Claim bieten sie eine „Räumlichkeits“-Option sowie selbige mit Headtracking.

Wie klingt der Loewe Leo?

Weiter geht’s mit „Mimi Personal Sound“, welches nach einem schnellen Hörtest den Klang anpasst. Das bringt Personalisierung – was auch über den 5-Band-Equalizer möglich ist –, aber auch eine Art „Hörgerät-Ersatz“ zum Ausgleich der im Alter abnehmenden Hörfähigkeit bestimmter Frequenzen, was in vielen Fällen ein Verstärken des Hochtons zur Folge hat. Selbst beim noch jungen Tester zaubert das auf Wunsch ein klareres, präsenteres Klangbild. Das ersetzt keinen ärztlichen Beistand, kann aber ein klanglicher „Quick Win“ sein; oder auch subjektiv zu viel Boost bringen.

Auch ohne das ist die Paradedisziplin der Loewe eine hervorragende Klarheit über den abgebildeten Frequenzbereich, dadurch wirken sie sehr transparent und direkt. Ein T+A Solitaire T – preislich fast der einzige Konkurrent – zeigt im Vergleich zwar einen kräftigeren Bass mit tieferer Bühne und etwas mehr Körper. Aber der Leo wirkt keinesfalls eingeengt, nur eher „präsent“ gegenüber „laid-back“. Das ist dann eben der Typunterschied an der Spitze unserer Kopfhörer-Bestenliste. Denn da spielt der Loewe zweifellos mit, bietet erstklassige Transparenz, ohne langweilig oder zu scharf zu wirken, ist mit guter Dynamik und auch Power im Bass ebenso für Spaß zu haben.

Loewe
Leo
Produktart Bluetooth-Kopfhörer mit ANC
Internetadresseloewe.tv
Preis in Euro1,500€
Abmessungen (BxHxT) in cm19 x 19 x 8,5
Gewicht (in Gramm)360
VertriebLoewe
Kontakttelefonnummer09261 990
FarbvariantenSchwarz, Beige, Braun (Aufpreis)
Bedienung 25 %gut 2,4
Koppelngut
Bedienung Ohrhörer: Funktionen und Bedienunggut
App: Funktionen und Bedienunggut
Tragekomfortbequem, sicher, etwas schwer
Ergonomie und Anpassbarkeitverstellbar, drehbar
Qualität der Anleitunggut
Links-Rechts-Kennzeichnungbefriedigend
Ausstattung & Funktionen 60 %gut 1,6
Akkulaufzeitsehr lang
Gleichzeitige Verbindung mit mehreren Gerätenja
Equalizerja
Auto-Pauseja
Sprachassistentenja
3D-Soundja
Analog-Anschlussnein
Enthaltenes ZubehörHardcase, Ledertasche, USB-C-Kabel, AUX-USB-C-Kabel
Verarbeitung und Materialsehr gut
Mikrofon-Qualitätsehr gut
Noise Cancellationgut
Ambient Modegut, leichtes Rauschen
Abschirmunggut
Service & Umwelt 15 %gut 2
Verpackungetwas groß, nur Pappe
Garantie (in Jahren)2
Praxis-Note1.8
KlangbeschreibungKlar, präzise, sauber und dynamisch
Klangqualität97/100


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