JBL Grip im Test: Was kann der kleinere Flip?

Der Flip ist quasi „der“ Bluetooth-Lautsprecher – nun schließt JBL die Lücke zwischen ihm und dem kleinen Clip. Was kann der neue, preiswerte Grip?

JBL Grip

Testfazit: JBL Grip

Mit dem Grip schließt JBL die Lücke zwischen Hosentasche (Clip) und „Gerade noch kompakt“ (Flip). Er bietet alle Praxis-Features, die man in dieser Klasse erwartet, sowie eine nette, wenn auch vielleicht nicht kaufentscheidende Lichtshow. Und spielt dabei relativ laut und sauber.
Praxisnote: gut 1,9
Klangpunkte: 70 / 100

Pro

  • Lichtshow
  • Gute Praxis
  • Für Größe und Preis klanglich relativ laut und sauber

Contra

  • Nicht extrem viel Bass
  • Keine Anschlüsse
  • Keine Extra-Features

JBL dominiert den Markt für Bluetooth-Lautsprecher und verbessert seine beliebten Modelle vom superpreiswerten Go bis zur mächtigen Boombox regelmäßig, zuletzt etwa mit der 7. Generation des Bestsellers Flip Anfang 2025. Und nun war man anscheinend der Meinung, dass besagter Flip noch ein weiteres kleines Geschwisterchen gebrauchen könnte, welches zwischen der ausgewachsenen Bluetooth-Box und dem schon deutlich kleineren, hosentaschenfreundlichen Clip sitzt.

Somit ist seit Kurzem der Grip in seiner ersten Generation erhältlich, der sich passend zum Namen gut und einfach greifen lässt. Mit knapp 360 Gramm ist er alles andere als schwer, und sein Grundriss von 15 x 6,5 cm platzsparend. Zusätzlich unter­stützt eine kleine Schlaufe – genug für einen kleinen Finger oder Karabiner – die Mobilität des Lautsprechers.

Besonderes Feature des JBL Grip: seine Lichtshow

Viel markanter als seine Handlichkeit ist dabei vielleicht erst mal seine deaktivierbare und in der Helligkeit anpassbare Lichtshow, mit der er dem größeren Flip voraus ist und die das Erbe der JBL-Partyboxen nahelegt. Ganz so extravagant und vielseitig ist die Beleuchtung des kleinen Speakers nicht, aber doch ein cooler ­Bonus. Zur Auswahl stehen insgesamt fünf verschiedene, auch per Knopf auf dem Grip anwählbare Leuchtmodi, welche eine simple, aber nette Show bieten, von konstanter Farbe („Freeze“) über ­intensiver werdendes Leuchten („Switch“) oder den selbsterklärenden „Bounce“ zu „Trim“, bei dem der Leuchtstreifen von beiden Seiten zur Mitte aufleuchtet. Bei diesen vier gibt es jeweils drei Farben zur weiteren Auswahl, beim Modus „Neon“ wechselt die Farbe automatisch ohne ­Anpassungsoption.

Die Farben zur Auswahl sind passend zu der Farbe des Speakers, sodass unser rotes Testmodell drei Schattierungen zwischen Pink und intensivem Rot anbietet. Farbvarianten gibt es zunächst sieben, wie bei einigen anderen JBL-Modellen bietet die Firma auch beim Grip die Möglichkeit an, gegen einen kleinen Aufpreis das äußerliche Design zu personalisieren, mit Farben, Text und sogar eigenen Bildern, gedruckt auf das laut Hersteller aus Recycling-Material bestehende Gehäuse.

IP68, Auracast und mehr: gute Praxis

Davon abgesehen macht der Grip vieles richtig, was man sich von einem Bluetooth-Lautsprecher wünscht – alles andere würde uns bei einem Namen wie JBL dann doch wundern. So ist Wasser- und Staubschutz gemäß IP68 an Bord, also fast das Maximum und für die gängige Praxis mutmaßlich mehr als genug; im praktischen Test erreicht der Grip eine Sendereichweite von mindestens 50 Metern. Das ist zwar heutzutage häufig (sofern nichts Störendes zwischen Speaker und Sender ist), aber nichtsdestotrotz lobenswert.

Wie bei vielen Produkten setzt JBL auch beim Grip auf Auracast, dem ein eigener Knopf am Gerät gewidmet wird. Zusätzlich zu der Bluetooth-Funktion, die „Broad­casts“ mit einem Sender und vielen Empfängern ermöglicht, nutzt die Marke Auracast ebenso, um mehrere Lautsprecher untereinander zu verbinden. Als „PartyTogether“ spielen so dann verschiedenste JBL-Lautsprecher gemeinsam, aktiviert mit nur einem Knopfdruck.

JBL
Grip
Produktart Bluetooth-Lautsprecher
Internetadressede.jbl.com
Preis in Euro100
Abmessungen (BxHxT) in cm6,5 x 15 x 6,5
Gewicht in kg0.36
Ausstattung 40 %gut 1,6
SchnittstellenUSB-C (laden)
Einsatzspektrum: koppelbar / gleichzeitig verbindbare QuellenStereo-Koppelbar / Multipoint (Auracast)
Extras: Mikrofon / Powerbankkeine
Bluetooth-Standards5-Jan
Wasser / Staubschutz (Schutzklasse)IP68
Mobilitätsehr leicht und schmal
Bedienung 35 %gut 1,9
Bluetooth-Koppelungeinfach
Steuerung am Gerätbefriedigend
Qualität der Appgut
Qualität der Anleitungbefriedigend
Bluetooth-Reichweitesehr gut (≥50m)
Service & Umwelt 25 %gut 2,3
Garantie (in Jahren)2
Verpackungkompakt, nur Pappe
Akkulaufzeit / Ladezeit in Stunden12 (14 mit Playtime Boost) / 3
Praxis-Note1.9
Klangbeschreibungfür die Größe relativ laut, eher wenig Bass, aber insgesamt klar
Klangqualität70/100

Zur Steuerung kommen neben dem Auracast-Button die von JBL bekannten Knöpfe für Wiedergabesteuerung, Lautstärke, An/Aus und Bluetooth zum Einsatz, was erst mal eine solide Kontrolle ermöglicht. Für alles Weitere gibt es natürlich eine App, die neben der Lichteinstellung noch einen Equalizer – mit Presets oder in sieben Bändern selbst einstellbar –, die Erstellung von Stereo- oder Multi­point-Gruppen (besagtes „PartyTogether“) sowie den „Playtime Boost“ bietet.

Wie klingt der JBL Grip mit seinem „Playtime Boost“?

Dieser verlängert die Akkulaufzeit und lässt den Grip gleichzeitig lauter spielen. Wie dieser scheinbar widersprüchliche Effekt funktioniert? Im Hörtest merken wir, dass der Gesamt-Sound zwar lauter ist, aber dafür die unteren Frequenzen reduziert werden, der Speaker also nicht mehr ganz so tief wie sonst hinabreicht, wodurch der Klang möglicherweise zwar lauter, aber ebenso etwas „dünner“ klingt. Wie stark man das merkt, hängt von der Musik ab.

Damit wächst die Akkulaufzeit auf 14 Stunden, ohne ist der Grip bei 12 Stunden. Das ist für die Praxis vermutlich meist genug, für den Preisbereich vollkommen im Durchschnitt und im Vergleich zu den 14–16 Stunden des Flip nicht viel weniger.

Unterschiede zwischen Flip 7 und Grip von JBL

Mit Lichtshow und der kompakten Form macht der Grip schon etwas her, und eine UVP von 100 Euro ist durchaus nicht viel – wurde also am Klang gespart? Im Vergleich zum aktuellen Flip 7 ist der Grip zudem gar nicht mal so viel kleiner, um 3 cm in der Höhe und ein paar Millimeter in der Breite übertrifft er den neuen kleinen Bruder. Teils typische Features größerer Modelle, wie eine Powerbank-Funktion, gibt es bei beiden kompakten Speakern nicht.

Im Inneren sind die größeren Unterschiede. Wo beim Flip 7 ein Hoch- und ein Tieftöner sowie zwei Passivradiatoren an den Seiten für den Sound sorgen, kommt beim Grip nur ein einziger Fullrange-Lautsprecher zum Einsatz, der zudem ­etwas weniger Leistung hat.

Wie klingt der neue kleine Lautsprecher JBL Grip?

Trotzdem kann der Grip in puncto Lautstärke ziemlich gut mithalten – nicht genug für eine große Party, er muss sich aber vor etwas größeren Speakern nicht verstecken. Gegenüber dem Flip ist er beim Bass dafür schwächer, klingt nicht so kräftig und tief wie der große Bruder, dessen Klang dadurch freier und größer ist.

Davon abgesehen spielt der Grip aber schön sauber und klar, das Minus im Bass wird durch einen relativ präzisen Hochton ausgeglichen. Auf hohen Lautstärken kann er dadurch je nach Musik etwas Schärfe bekommen, behält aber stets einen für den Preis guten Grad an Natürlichkeit und (Stimm-)Verständlichkeit.



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