JBL Bar 800 MK2 & 1000 MK2 im Test – Duell der Top-Soundbars
JBLs Bar 800MK2 und Bar 1000MK2 sehen fast aus wie Zwillinge; wie groß die Unterschiede sind, zeigt unser Test.

Weder die Bar 800 noch die Bar 1000 sind echte Neulinge in der Soundbar-Welt, aber in der aktualisierten Version MK2 noch recht frisch. Eine Preisdifferenz von 250 Euro legt dabei nahe, dass die optisch sehr ähnlichen Klangbalken-Sets allerdings mehr unterscheidet, als der erste Eindruck vermuten lässt.

Gemeinsam ist beiden Systemen der Downfiring-Subwoofer, der jeweils drahtlos angesteuert wird und abgesehen von der Verbindungstaste keine weiteren Einstelloptionen bietet. Zudem eint beide Klangbalken die gleiche, geniale Idee, die hinteren Surround-Lautsprecher bei Nichtgebrauch an den Seiten der Soundbar einhängen und aufladen zu können. Denn auch die Speaker sind per Funk angebunden und werden per Akku mit Strom versorgt.
Besonderheit der JBL Bar 800 MK2 & 1000 MK2: Abnehmbare Rear-Speaker
Das ist spannend für alle, die zwar guten Filmsound hören, aber nicht ständig im Wohnzimmer um das komplette Lautsprecher-Setup herumtanzen möchten, wobei die Laufzeit von rund zehn Stunden auch für einen sehr ausgedehnten Kinoabend ausreicht. Eine dezente Wandhalterung für die hinteren Boxen ist dabei jeweils ebenso im Lieferumfang wie zwei Montagewinkel für die Wandmontage der Soundbar selbst. Alle Elemente lassen sich aber auch einfach auf einem Sideboard oder auf Boxenständern aufstellen.

Der offensichtlichste Unterschied zwischen den beiden Soundbars sind neben der Anzahl der HDMI-Eingänge – zwei bei der 800 und vier bei der 1000 – die Lautsprechergitter auf der Oberseite der Bar 1000 nebst ihren Surround-Speakern. Denn das teurere der beiden Systeme ist ein 7.1.4-Setup, während die Bar 800 nur eine 7.1-Konfiguration bietet; hier fehlen die Upfiring-Treiber. Dennoch unterstützen beide Versionen Dolby Atmos. Immersives DTS wiederum setzt die 800 als DTS Virtual:X um, die große Schwester als DTS:X. Beide Soundbars lassen sich zudem per WLAN bzw. per LAN-Kabel ins Heimnetzwerk einbinden und auch mittels Bluetooth ansteuern
Aufbau der JBL-Soundbars im Test
Die Inbetriebnahme funktioniert bei beiden Geräten problemlos; alles wird praktisch automatisch erkannt und verbunden. Sowohl Fernbedienung als auch Display allerdings sind sehr reduziert, sodass in jedem Fall die App zur weiteren Einrichtung die bessere Wahl ist. Die leitet einen dann beispielsweise sehr gut durch die automatische Kalibrierung, die für ein ausgewogenes Klangbild sorgen soll. Kurzum: Man hat innerhalb weniger Minuten ein funktionsfähiges Soundsystem, ohne sich besonders viel mit der Technik auseinandersetzen zu müssen.

Das Erste, was bei beiden Soundbars auffällt, ist der recht brachiale Bass. Insgesamt gibt es hier vier Intensitätsstufen, und fast immer ist man mit Stufe 1 gut bedient, zumindest in einem Wohnzimmer mit knapp 40 Quadratmetern. Das Zweite, was auffällt, ist der Umstand, dass die App nicht nur etwas reduziert wirkt, sondern es auch ist. Es gibt zwar einen Equalizer, aber nicht wirklich viele Optionen, den Klang digital zu optimieren oder auch nur die Wiedergabe zu beeinflussen. Für bestimmte Szenarien oder Genres optimierte Klangprogramme sucht man vergeblich.
Wie schlagen sich die JBL Bar 800 MK2 & 1000 MK2 bei Musik?
Das ist besonders schade, weil die App die Verknüpfung mit zum Beispiel Spotify oder Tidal Connect ermöglicht oder auch Amazon Music einbinden kann. Und auch Google Cast sowie AirPlay sind möglich. Aber eben keine wirkliche Optimierung für die Musikwiedergabe. Und das macht sich tatsächlich bemerkbar, denn beide Soundbars haben eine klangliche Lücke im Tieftonbereich oberhalb des Subwoofers. Es fehlt also etwas an Körper und Volumen nach unten hin; der Klang ist dadurch recht hart, weil wiederum die Ansprache sehr präzise ist. Das macht sich gerade bei Liedern bemerkbar, die auch abseits des Tiefbasses viel Substanz im niedrigeren Frequenzbereich besitzen; Yellos „Oh Yeah“ etwa oder auch „Sail“ von Meute kicken hier nicht zu hundert Prozent.

| JBL | JBL | |
|---|---|---|
| Bar 800MK2 | Bar1000MK2 | |
| Produktart / Preisklasse | Soundbar | Soundbar |
| Internetadresse | www.jbl.de | www.jbl.de |
| Preis in Euro | 899.00 | 1,149.99 |
| Abmessungen (HxBxT) in cm | 116 x 5 x 13 / 33 x 40 x 33 (Sub) | 120 x 5 x 13 / 33 x 40 x 33 (Sub) |
| Gewicht in kg: Soundbar / Subwoofer / Rücklautsprecher (jeweils) | 5 / 0,7 / 8,1 | 5,5 / 0,9 / 8,1 |
| Soundsystem | 7.1 | 7.1.4 |
| Gesamtleistung in Watt | 780 (maximal) | 1.000 (maximal) |
| Ausstattung 50 % | gut 2,3 | gut 2,2 |
| Lieferumfang | sehr umfangreich | sehr umfangreich |
| Schnittstellen | 1 x HDMI eARC, 1 x HDMI, optisch, LAN | 1 x HDMI eARC, 3 x HDMI, optisch, LAN |
| Erweiterbarkeit | sehr gut (schon werksseitig) | sehr gut (schon werksseitig) |
| Wireless-Konnektivität | WLAN; BT, Chromecast, Tidal, Spotifiy, Airplay | WLAN; BT, Chromecast, Tidal, Spotifiy, Airplay, Roon |
| Design & Verarbeitung | matter Kunststoff, aber wertig | matter Kunststoff, aber wertig |
| Surround-Formate | DTS-X (virtual), Dolby Atmos, JBL MultiBeam 3.0 | DTS-X, Dolby Atmos, JBL MultiBeam 3.0 |
| 3D-Audio | Dolby Atmos | Dolby Atmos |
| Steuerung 35 % | gut 1,7 | gut 1,7 |
| Erste Inbetriebnahme | sehr einfach | sehr einfach |
| Qualität der App | gut | gut |
| Steuerung über Fernbedienung / am Gerät | gut | gut |
| Sprachsteuerung | ja | ja |
| Qualität der Anleitung | gut | gut |
| Service & Garantie 15 % | gut 1,7 | gut 1,7 |
| Verpackung | vergleichsweise kompakt, überwiegend Pappe | vergleichsweise kompakt, überwiegend Pappe |
| Strromverbrauch Betrieb / Standby (in Watt) | sehr gering | sehr gering |
| Garantie in Jahren | 2 | 2 |
| Testergebnis | gut 2 | gut 2 |
| Klangbeschreibung | Musikwiedergabe mit leichten Schwächen im Tieftonbereich; Wiedergabe insgesamt sehr präzise, guter Surround-Sound, ordentliche 3D-Objektverortung | Musikwiedergabe mit leichten Schwächen im Tieftonbereich; Wiedergabe insgesamt sehr präzise, sehr guter Surround-Sound, sehr präzise 3D-Objektverortung |
| Klangqualität | 81/100 | 84/100 |
Insgesamt klingen beide Soundbars im Hinblick auf Musikwiedergabe trotzdem recht ordentlich, wenn auch sicherlich nicht so, dass sie audiophilen Ansprüchen genügen würden. Trotzdem macht gerade basslastige Musik wie New Orders „Blue Monday“ allein wegen des Subwoofers Spaß, wobei dahingestellt sei, ob das auch für Nachbarn gilt.
JBL-Soundbars sind besser für Filme geeignet
Anders wiederum sieht es bei der Filmwiedergabe aus. Hier geht das Klangkonzept sehr gut auf, zumal es hier eben auch noch Optionen zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit gibt. Beide Soundbars liefern einen beeindruckend guten Raumklang. Die Höhenvirtualisierung der Bar 800 liefert gut ab und sorgt so für ein deutlich wahrnehmbares 3D-Klangerlebnis, das von seiner Intensität über klassischen Surround-Sound klar hinausgeht.

Man merkt jedoch im direkten Vergleich, was die vier Upfiring-Speaker der Bar 1000 für einen Mehrwert bieten und warum der Aufpreis von 250 Euro für Filmfans durchaus gerechtfertigt ist. Die Positionierung von Klangobjekten im Raum funktioniert hier äußerst präzise; Geräusche von sich bewegenden Elementen werden auch in der Höhendimension sehr gut abgebildet.
Dolby Atmos & Fazit zu JBL Bar 800 MK2 & 1000 MK2
Die Dolby-Atmos-Wiedergabe ist hier ausgesprochen realistisch, und wer im Dunkeln einen Horrorfilm wie etwa „A Quiet Place“ schaut, dürfte mehr als einmal zusammenzucken, weil man plötzlich in seinem Rücken von unten Geräusche hört. Wichtig ist hierbei allerdings, dass die hinteren Lautsprecher nicht zu weit von den Hörenden entfernt sind und vor allem auch immer wieder dort aufgestellt werden, wo sie eingemessen wurden. Hier übrigens hat dann auch der kräftige Subwoofer seine Stärken, weil er gerade Action-Szenen auch noch spürbar macht.

Beide Soundbars – sowohl die MK2-Version der Bar 800 als auch der Bar 1000 – sind auf ihre Art gut und erwartungsgemäß in weiten Teilen gleichwertig, vor allem unter der Prämisse, dass sie für Film- und Fernsehton konzipiert sind. Dabei ist die Bar 1000MK2 hinsichtlich der 3D-Wiedergabe eine Klasse für sich, zumal sie im Vergleich zu anderen ähnlich guten Soundbars etwa von Bose oder Sonos preislich sehr attraktiv ist. Allerdings gewinnen weder die Bar 800 noch die Bar 1000 einen Preis für die beste Musikwiedergabe.
