Hegel H150 Test: Streaming-Amp mit Vollausstattung
Hegel ist auch nach mehr als 25 Jahren eine eher kleine Firma. Dennoch erhielten die Norweger bereits mehrfach EISA-Preise. Ist der Streaming-Vollverstärker H150 der nächste Kandidat?

Da steht er nun, der nordisch-schlicht, aber dennoch wertig aussehende neue Vollverstärker H150 von Hegel. Mit seinen in klassischer AB-Schaltung erzeugten gerade mal 75 Watt Sinusleistung pro Kanal treibt er völlig unangestrengt eine große Gauder DARC zu mehr als befriedigenden akustischen Höchstleistungen an. Vielleicht ist ihm sein hausinterner Kosename „Prodigy“ – zu Deutsch Wunderkind – nicht unberechtigt verliehen worden? Hier spielt er jetzt jedenfalls, natürlich nach gebührender Einspielzeit, seit dem frühen Morgen und lässt die Kinnlade des Rezensenten immer wieder in ungekannte Tieflage geraten.

Dabei spielt es keine große Rolle, ob der H150 als Streamer dient oder wie in unserem Fall vom Eversolo DMP-A8 analog oder via Koax-Kabel digital seine Signale empfängt. Auch der USB-A-Verbindung für eine externe Festplatte können wir klanglich nur Lob aussprechen. Allerdings ist, um die Festplatte per App steuern zu können, eine LAN-Verbindung unumgänglich. W-LAN und Bluetooth-Verbindungen wurden, so verriet man uns bei Hegel, aus klanglichen Gründen nicht eingebaut.
Ausgesprochen gute Phonostufe eingebaut
Dafür gibt sich der H150 selbst über den MM-Phonoeingang keine Blöße, sondern lässt seiner Begeisterung für die ihm aufgetragenen Aufgaben freien Lauf. Der eingebaute Phonoverstärker überzeugt durch Neutralität, ein beeindruckendes Auflösungsvermögen und die Fähigkeit, sich in leisen Passagen durch fast vollständige Stille auszuzeichnen. So ganz nebenbei erledigt er seine Sache mit solcher Leichtigkeit, dass man der Musik gern und auch über längere Zeit voller Konzentration folgt. Und er vermag es sogar, 70er-Jahre-Chartsmusik, beispielsweise von Status Quo oder Alice Cooper, so zu präsentieren, dass die Darbietung erstaunlich viel Freude bereitet, weil man sich auf eine kleine Zeitreise mitgenommen fühlt. Auf die Möglichkeit, die Kapazität für den Tonabnehmer anzupassen, hat man verzichtet, was aber kein Beinbruch ist.

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