Google Pixel Buds Pro 2 Test: Hightech-In-Ears im Mini-Format

Die Pixel Buds Pro 2 von Google könnten ein echter Gamechanger sein. Ihr Formfaktor ist winzig trotz viel Technologie und Features. STEREO hat sie getestet!

Google Pixel Buds Pro 2

Testfazit: Google Pixel Buds Pro 2

Wir finden die Google Pixel Buds Pro 2 sehr gelungen – besonders dank ihres hohen Tragekomforts, der Top-Akkulaufzeit und dem sehr guten Noise Cancelling. Der Klang ist dazu völlig ausreichend für Situationen, in denen beste Wiedergabetreue nicht oberste Priorität hat. Top!
Praxisnote: sehr gut 1,5
Klangpunkte: 89 / 100

Pro

  • Hervorragender Tragekomfort
  • Top-Akkulaufzeit
  • Noise Cancelling und App super

Contra

  • Nicht die beste Klangqualität
  • Anrufe könnten besser klingen

Google ist wohl jedem ein Begriff. Bekannt für die ­beliebteste Suchmaschine, das beliebteste Betriebssystem für Smartphones und den beliebtesten Browser der Welt, bläst der Tech-Gigant seit einigen Jahren auch an der Hardware-Front zum Angriff. Wir haben uns die aktuellsten Kopfhörer des Milliarden-Konzerns bestellt: die Pixel Buds Pro 2.

Das Auffälligste an diesen Kopfhörern ist zweifellos ihre Größe. Während das in mattem Weiß gehaltene und hochwertig-griffige Case schon kompakt ist, so zeigen sich die Kopfhörer selbst als echte ­Zwerge. Das bestätigt nicht nur der Vergleich zu In-Ears anderer Hersteller (siehe Bild ­oben), sondern auch innerhalb der eigenen Produktfamilie: Die neuen Pixel Buds Pro 2 sind 27 Prozent kleiner als ihre direkten Vorgänger.

Tragekomfort der Google Pixel Buds Pro 2 im praktischen Test

Die offensichtlichste Hoffnung, die diese Abmagerungskur mit sich bringt, ist natürlich ein besonders hoher Tragekomfort. Wir haben die Pixel Buds daher über Wochen sehr ausgiebig getragen – im Büro und auf langen Bus- und Bahnfahrten sowie ständig in der Freizeit. Und das zugegeben nicht nur, weil der Test dies ­erfordert, sondern auch, weil diese Kopfhörer wirklich verdammt bequem sind. Die Google Buds sitzen fest, ohne zu drücken, das leichte Gewicht sorgt für unbe­schwertes Tragen, und es entsteht kaum Druckgefühl im Gehörgang.

Wirklich erstaunlich ist das ­verkleinerte Gewicht und Volumen, wenn man ­bedenkt, dass Google hier keineswegs an Features gespart hat – alles, was man sich wünschen könnte, ist an Bord. Da wären zum einen die drei eingebauten Mikro­fone, die neben Anrufen auch für das Active Noise Cancelling und den Transparenzmodus verantwortlich sind. Bei ­Anrufen ist die Qualität in Ordnung, aber da haben wir schon Besseres gehört. Die Google Buds klingen hier am „anderen Ende“ etwas dumpf und „kratzig“, die Verständlichkeit ist aber in Ordnung.

Was kann das ANC der Google-Kopfhörer?

Die Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelling) ist dagegen sehr gut und angenehm unaufdringlich, ohne störende künstliche „Artefakte“ im Sound und mit geringem Rauschen. Monotone tiefe Geräusche, wie etwa das Dröhnen einer Flugzeugturbine, sind für die Pixel Buds Pro 2 ein Leichtes, und auch die belebte Umgebung eines lauten Cafés wird deutlich abgedämpft. Hohe Töne gelangen recht unbehindert ans Ohr, das ist aber üblich und verkraftbar. Positiv hervorzuheben: Der Klang der Musik verändert sich nur minimal mit Aktivierung des ANC.

Der Transparenzmodus, bei dem Geräusche von außen durch die Mikrofone ans Ohr „weitergeleitet“ werden, ist sogar einer der Besten, der uns in dieser Rubrik untergekommen ist. Sehr natürlich und dreidimensional mit sehr niedrigem Rauschen und Verzerrungen. Auch die Akkuleistung ist beachtlich, gerade in Anbetracht des kleinen Formfaktors: Bis zu acht Stunden Laufzeit bei aktiviertem ANC nur in den Hörern und maximal 48 Stunden mit Case ohne ANC sind geboten.

App der Google Pixel Buds: super auf Android, nicht vorhanden auf iOS

Machen wir weiter mit der App. Diese ist ausgezeichnet – solange man Android verwendet, für iOS gibt’s nämlich keine. Akzeptabel, wie wir finden, schließlich hat der Konkurrent dieses Prinzip mit seinen AirPods schon lange vorgemacht, und wer ein Apple-Smartphone besitzt, wird wohl eh lieber im selben Marken-Kosmos bleiben.

Auf Android-Geräten ist die Steuerung der Pixel dafür tief integriert, man erreicht alle Einstellungen und Funktionen über die Bluetooth-System-Einstellungen oder alternativ über einen Klick auf die Pixel Buds-App. In der einfach zu bedienenden Anwendung findet sich auch ein Equalizer mit fünf Bändern sowie ein Tab für „Hörgesundheit“, der die aktuell abgespielte Lautstärke und eine Einordnung der Schallbelastung anzeigt.

Google
Pixel Buds Pro 2
Produktart/GruppeIn Ear-Kopfhörer mit ANC
Internetadressestore.google.com
Preis in Euro249
Gewicht (mit / ohne Ladeschale in Gramm)(60 / 4,7)
Bedienung 30 %sehr gut 1,1
Koppelnsehr gut
Bedienung Ohrhörersehr gut
App: Funktionen und Bedienungsehr gut
Tragekomfortsehr gut
Ausstattung & Funktionen 55, %sehr gut 1,5
Qualität der Ladeschalesehr gut
Akkulaufzeitsehr gut
Wasser- und SchmutzfestigkeitIP54
Gleichzeitige Verbindung mit mehreren Gerätenja
Bluetooth-Reichweite (in Meter)20 Meter
Equalizerja
Auto-Pauseja
Sprachassistentenja
3D-Soundja
Nur einen Ohrhörer nutzenja
Enthaltenes ZubehörLadeschale, Hörer, Ersatz-Aufsätze
Mikrofon-Qualitätbefriedigend
Noise Cancellationsehr gut
Ambient Modeja
Service & Umwelt 15 %gut 2,3
Verpackungsehr gut
Garantie (in Jahren)2
Testergebnissehr gut 1,5
KlangbeschreibungKlang weich und abgerundet, jedoch tonal gut und durchaus dreidimensional.
Klangqualität89/100

Extra-Funktionen von KI bis Gerät finden

Außerdem gibt es eine Funktion zur „Unterhaltungserkennung“, die automatisch den Transparenzmodus aktiviert, wenn man spricht. Das funktioniert bei uns gut und sehr zuverlässig. Leises Mitsummen oder kurzes Seufzen etwa wurden nicht erkannt. Erst wenn tatsächlich gesprochen wurde, haben die Kopfhörer umgeschaltet. Eine praktische Funktion der Pixel Buds ist außerdem der im Case eingebaute Lautsprecher. Hat man die Hörer mit der „Mein Gerät finden“-Funktion von Google verknüpft, kann man nicht nur deren letzten Standort anzeigen lassen, sondern auch einen Ton abspielen.

Besonders stolz ist Google auf seine KI-Funktionen, diese funktionieren aber nur zusammen mit einem Android-Smartphone, auf dem Gemini – Googles künstliche Intelligenz – installiert und als Voice Assistant hinterlegt ist. Dann lässt sich Gemini direkt über die Kopfhörer ansteuern, indem man „Hey, Google“ sagt oder auf dem dafür programmierten Hörer die Touch-Geste lange gedrückt hält. Der Vorteil der Pixel Buds gegenüber anderen Kopfhörern ist, dass dieser Aufruf des Assistenten auch funktioniert, wenn das Smartphone gesperrt ist.

Google Pixel Buds Pro 2 beeindrucken mit schneller Reaktion

Dass Google in den Pixel Buds sicher auch deswegen einen leistungsstarken „Tensor“-Chip eingebaut hat, bringt zusätzlich noch andere Vorteile, wie die blitzschnellen Reaktionen der Hörer, die möglicherweise auf dessen Konto gehen. Während man bei vielen Konkurrenten oft eine kurze „Bedenkzeit“ merkt, wenn man die Hörer zum Beispiel aus ihrem Case nimmt oder ein Kommando per Touch-Geste ausführt, so sind die Pixel Buds hier überaus zackig unterwegs, was den Besitzer im Alltag regelmäßig erfreut. Top ist auch die Auswahl farbenfroher Varianten, von denen vier an der Zahl geboten werden – bei In-Ears alles andere als gewöhnlich, viele Konkurrenten bieten hier sogar nur eine Variante.

Klanglich müssen sich Besitzer der ­Pixel Buds 2 dagegen mit weniger Auswahl zufriedengeben, denn hochauflösende Klang-Codecs wie LDAC oder aptX gibt es keine. Auch sonst ist die Klangqualität sicher nicht „audiophil“, wenngleich alles andere als schlecht. Tonal ist die Musik zwar etwas auf der warmen Seite, aber nicht übermäßig verfälscht. Strukturen sind tendenziell etwas verwaschen und übermäßig „dicht“ arrangiert. So tun die Pixel Buds sich schwer, die Instrumente bei Myrkurs „Leaves Of Yggdrasil“ sauber voneinander und von der Sängerin abzugrenzen. Die Abstimmung nimmt scharfen Sibilanten aber auch Ihre Härte.



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