DALI Sonik 7 im Test: Besser als die Oberon?
DALIs neue Sonik-Baureihe löst die erfolgreiche Oberon-Serie ab – wir haben die Sonik 7 für 1.500€ im Test.

Mit der Sonik 7 steht nun der Beweis vor uns, dass DALI eine Nachfolger-Serie für die Oberon hat. Wenn ein Hersteller ein derart populäres Erfolgskonzept wie die Oberon-Serie in Rente schickt, schwingt bei uns unweigerlich eine Mischung aus Wehmut und gespannter Erwartung mit. Diese stach immerhin durchaus dramatisch aus dem Angebot heraus und vermochte selbst deutlich teurere Mitbewerber klanglich in die Schranken zu verweisen, was ein Vergleichstest vor einigen Jahren nachdrücklich zeigte. So stimmig war die günstige Klasse selten, weshalb Oberon 5 und 7 über einen längeren Zeitraum Arbeitsgeräte der Redaktion waren.

Also eine enorme Verpflichtung zur Leistung, die durchaus zum Nachteil gereichen könnte, wenn sie enttäuscht würde. Man musste in Dänemark schon recht tief in die Magiekiste greifen, um die Oberon zu toppen. Ob DALI das mit der neuen Sonik-Serie gelungen ist?
Erster Vergleich von DALI Sonik 7 und Oberon 7
Bleibt man der Nomenklatur konsequent treu, so sollte die DALI Sonik 7 die Oberon 7 ins Visier nehmen (Test in STEREO 11/2018, hier lesen!). Die neue 7er kostet 1.500 Euro das Paar und landet damit ein wenig höher als die Vorgängerin. Als Standlautsprecher respektabler Größe – der sogenannten „Meterklasse“ – strebt sie Stellplätze auch in mittleren bis größeren Räumlichkeiten an und vermag sie auch souverän mit Musik zu füllen.

Dafür sorgen gleich zwei 7-Zoll-Tieftöner (18 Zentimeter) mit fortschrittlichem SMC-Magnetantrieb, die im Herzstück aus besonders homogenem, granulatförmigem und weichem Material statt nur konventionellem Ferrit geformt sind. Diese sollen für drastisch reduzierte Verzerrungen und Wirbelstromverluste verantwortlich zeichnen.
Die besondere DALI-Membran ist auch bei der Sonik 7 im Einsatz
Die verwendeten „Clarity Cone“-Membranen aus Papier- und Holzfasern sollen für ein ausgesprochen natürliches Timbre sorgen. Denn diese Fasern bilden eine sowohl gutmütige als auch teilweise chaotische Struktur innerhalb der Membran, was Partialschwingungen erschwert und Resonanzen entgegenwirkt.
Das alles sorgt gerade im Übernahmebereich zum Hochtöner für mehr Natürlichkeit und Sauberkeit, denn die Tiefmitteltöner sprechen auch im Mitteltonbereich schnell genug an und können dennoch gemeinsam einen größeren Tieftöner und dessen autoritäre „Wucht“ ersetzen. Zudem lassen sie natürlich eine schmalere Silhouette zu, was dem Wohnambiente maßgeblich zugutekommt. Ziel der Konstruktion war es, sowohl ein sattes, tiefes Fundament als auch straffe Konturen mit absoluter Impulskontrolle zu gewährleisten.

Dazu trägt eine großzügige, etwa faustgroße Bassreflexöffnung im Rücken des Lautsprechergehäuses ihren Anteil bei. So weit bewegen wir uns allerdings noch auf bekanntem Terrain, denn auch die Oberon 7 war und ist bei vergleichbarer Bauhöhe mit zwei sehr ähnlichen, wenn nicht gleichen 18er-Treibern und 29er-Kalotte bestückt und stellt ein reines Zwei-Wege-System dar. Bei der Sonik nimmt man also gewissermaßen die Oberon als Basis und denkt sie weiter, um deren Eigenschaften beibehalten und womöglich noch verbessern zu können.
Zweieinhalb Wege bedeuten normalerweise eine Konstruktion, bei der der Hochtöner mit einem der Bässe den gesamten Bereich abdeckt, während der zweite Basstreiber ähnlich einem Subwoofer in den unteren Lagen unterstützend hinzukommt, aber nach oben ausgekoppelt wird.
Hybridhochtöner mit Bändchen eingebaut
Nicht so bei der Sonik 7. Hier findet die unterstützende Erweiterung im Hochtonbereich statt, denn es kommt erstmals in diesen Gefilden der legendäre, aus den Spitzenmodellen der Dänen bekannte DALI-Hybridhochtöner zum Einsatz: ein Gespann aus Gewebekalotte und Bändchen. Das nennt man Teileregalpolitik oder – wenn Technologie nach unten durchgereicht wird – gern auch mal „Trickle-down-Prinzip“. Die Bässe arbeiten beide bis 2.300 Hertz, wo die Kalotte übernimmt, und der Bändchenhochtöner schaltet sich ab 14.000 Hertz parallel zur Kalotte dazu. Das macht die hochwertig bestückte Frequenzweiche ein wenig komplexer und den Lautsprecher um rund anderthalb Kilogramm schwerer.

Der Hybrid-Hochtöner beinhaltet erstens eine typisch skandinavische, sanftmütig-charmante 29er-Gewebekalotte mit ausgeprägten dynamischen Eigenschaften auch im oberen Mitten- und unteren Hochtonbereich. Ergänzt wird diese durch einen extrem massearmen und entsprechend schnellen, 17 x 45 Millimeter großen Bändchenhochtöner, der für Glanzlichter, mehr Weiträumigkeit, Lebendigkeit und feinste Details sorgt.
Details der DALI Sonik 7
Die Abstimmung dieses Doppelchassis ist zweifellos eine hohe Kunst, die DALI über die Jahrzehnte meisterhaft perfektioniert hat. Sie besteht darin, dass man beide Treiber als Einheit und nicht etwa separat hört, wie das mitunter bei ausgesprochenen Superhochtönern geschehen kann und anderswo auch geschehen ist. Sie ergänzen sich im Grunde kongenial. Kalotte und Bändchen verbinden hier ihre Stärken hoher Dynamik und Feinauflösung und strahlen gemeinsam zudem breiter ab.
Das Design in warmen Beige-Tönen ist sehr ambientefreundlich und gefällig, die Handhabung der mit rund 16 Kilogramm nicht allzu schweren, aber aus stabilem, CNC-gefrästem MDF gefertigten und strategisch versteiften Gehäuses angenehm einfach. Die DALI sollte aufgrund ihrer Bassreflexöffnung nicht unmittelbar an der Rückwand stehen, ist aber auch diesbezüglich keine Diva und fühlt sich in Räumen mit normaler Bedämpfung wohl.

Beim Anschlussterminal verzichteten die Dänen auf die Möglichkeiten des Bi-Wiring/Bi-Amping, was man in dieser Preisklasse auch locker wird verschmerzen können. Allerdings ist diese DALI so gut, dass man an dieser Stelle in ordentliche Kabel investieren sollte.
Wie stellt man die DALI Sonik 7 am besten auf?
DALI empfiehlt konsequent eine gerade Aufstellung ohne Einwinkelung zum Hörplatz. Wir würden das vom Raum und dessen Dämpfung sowie auch eigenen Präferenzen abhängig machen, aber zunächst stets mit dieser Herstellerempfehlung beginnen.
Unsere Messergebnisse geben trotzdem durchaus Anlass, die Boxen wie in den meisten Fällen zumindest leicht einzuwinkeln, damit der Hochtonfrequenzgang maximal ausgewogen ist.
| DALI | |
|---|---|
| Sonik 7 | |
| Produktart | Standlautsprecher Passiv |
| Internetadresse | dali-speakers.com/de |
| Preis in Euro | 1,498 |
| Abmessungen (BxHxT) in cm | 30 x 100,5 x 31,5 |
| Gewicht in kg | 16.2 |
| Deutschlandvertrieb | DALI GmbH |
| Kontakttelefonnummer | +49 6251 9448077 |
| Prinzip | Dynamisch, 2,5 Wege, Bassreflex |
| Terminal | Single-Wire |
| Infos zur Empfohlenen Aufstellung | frei, leicht eingewinkelt, Wandnähe möglch |
| Messwerte 40 % | sehr gut 1,4 |
| Frequenzgang | gut |
| Kennschalldruck (in Dezibel) | gut (90) |
| Impulsantwort | sehr gut |
| minimale Impedanz | sehr gut (4,6 Ohm bei 39 Hertz) |
| Verzerrungen bei 63/3k/10k Hz (in Prozent) | sehr gut (0,49/0,08/0,14) |
| Kombinationsfähigkeit | sehr gut |
| Ausstattung & Handhabung 60 % | gut 2,0 |
| Aufstellung | gut |
| Qualität der Anleitung | gut |
| Erste Inbetriebnahme | gut |
| Klangkorrektur möglich | nein |
| Gehäuseausführungen | sehr gut (4) |
| Lieferumfang | sehr gut |
| Haptik & Verarbeitung | gut |
| Garantie (in Jahren) | gut (5) |
| Praxis-Note | gut 1,8 |
| Klangbeschreibung | natürlich, flüssig, plastisch, temperamentvoll |
| Klangqualität | 56/100 |
Apropos Aufstellung, man sollte keinesfalls aus Bequemlichkeit auf die Montage der jeweils zwei Bodentraversen verzichten. Sie verhindern jede Kippgefahr, sorgen also für einen stabilen Stand und lassen sich, je nach Boden, mit klanglich vorzuziehenden Spikes oder schonenden Gummifüßen bestücken. Für die spitzen und maßvoll höhenverstellbaren Spikes werden Untersetzer mitgeliefert.
Messwerte der neuen DALI-Lautsprcher überzeugen
In Sachen Wirkungsgrad ist die DALI mit rund 90 dB ausgesprochen weit vorn, denn das ist rund 4–5 Dezibel über dem Durchschnitt und bedeutet nichts anderes, als dass sie bei wenig Eingangsleistung deutlich lauter spielt als die meisten Mitbewerber, also gut „am Gas“ liegt.
Zudem muss man der Sonik attestieren, dass sie derart sauber und unverzerrt aufspielt, dass man die Musik gern immer weiter aufdreht. Jeder Musikliebhaber weiß, dass das ein Qualitätsmerkmal und keineswegs ein Klischee ist. Tatsächlich gibt DALI an, dass sie Maximalpegel um 110 Dezibel verträgt – was infernalisch laut ist. Aber gut zu wissen, denn es ist zugleich mit Partytauglichkeit gleichzusetzen.
Für große und sehr große Räume bietet DALI mit der Sonik 9 noch ein größeres Modell an, das sich tonal nicht sehr von der Sonik 7 unterscheidet, ein wenig mehr Bass und Pegel bietet und mit 2.400 Euro das Paar zu Buche schlägt. Für die meisten Räume aber dürfte gerade die 7er ideal passen.
Die Sprungantwort spiegelt das Timing der eingesetzten Lautsprechertreiber als Ganzes wider und fällt bei der Sonik 7 als 2,5-Wege-Lautsprecher mit insgesamt vier zu synchronisierenden Treibern top aus.

An der auch aktuell bei uns im Test befindlichen, hervorragend aufspielenden, dreiteiligen Onkyo Icon-Anlage fühlte sich die neue DALI pudelwohl und musizierte wie der Teufel, mit enormer Spielfreude und Temperament, knackig, aber ebenso mit Feingefühl und Übersicht. Lebendigkeit und Dynamik des Vortrags ließen keinen Wunsch offen, ebenso überzeugte die Dänin für diese Preisklasse mit Plastizität und großer Abbildung.
Gute Verstärker für die DALI Sonik 7
Wir haben sie auch kombiniert mit dem Streaming-Vollverstärker Bluesound Powernode, aber auch mit deutlich kostspieligerer Elektronik wie dem Symphonic Line RG 9, einem Lieblings-Arbeitsgerät der Redaktion. Dieser Spitzenvollverstärker holt buchstäblich alles aus der Dänin, und das ist eine ganze Menge. Die Sonik wächst mit der Qualität der Elektronik, was auch für den CD-Spieler, Streamer oder das Zubehör wie Kabel und Netzleiste gilt. Das bedeutet aber auch, dass eine DALI Sonik ihren Platz als sichere Investition längere Zeit verteidigen und manchen Aufrüstungspfad mitgehen kann.

Wer die Befürchtung hatte, die Fußstapfen der Oberon könnten zu groß für eine ähnlich preiswerte Nachfolgerin sein, hat nun eine Sorge weniger. Für 1.500 Euro ist das hier Gebotene sensationell. Dabei wurde die enorme Stimmigkeit der Oberon-Serie praktisch vollständig beibehalten und das Klangbild dennoch erwachsener gemacht, indem man den wesentlich breiter abstrahlenderen und feiner auflösenderen Bändchenhochtöner der höherwertigen Modelle ergänzte. Zudem wirkt die Sonik im direkten Vergleich mit ihrer Vorgängerin insgesamt audiophiler, strukturierter und sogar noch etwas lauter, was wir am Verstärker ausgleichen mussten.
Wie klingt die DALI Sonik 7 im Test?
Sie schließt damit durchaus ein wenig nach oben auf und kommt den Spitzenmodellen dank des geglückten Technologietransfers näher. Man kann mit Fug und Recht sagen, die Sonik ist eine „Oberon mit Sahne“. Das ist High-End-Touch! Ein bemerkenswert gelungener Balanceakt.
Außer in Eiche Natur gibt es die DALI und ihre Geschwister in Weiß, Esche Schwarz und Walnuss, allesamt mit passender, magnetisch haltender Bespannung zum jeweils gleichen Preis, der schon fast wie ein Sonderangebot wirkt. Somit hat man die Wahl zwischen eher technischer Anmutung mit offenliegender Chassistechnologie oder der zurückhaltenderen Bespannungsvariante. Auch der Heimkino-Fan wird mit Center und der Auswahl an tonal aufeinander abgestimmten Stand-, Kompakt-, Wand- und Center-Lautsprechern auf Wunsch bestens versorgt.

1.500 Euro das Paar sind attraktiv, auch wenn das schon eher Leute ausgeben, die es recht ernst meinen mit dem Wunsch nach hochwertiger Musikwiedergabe. Aber die DALI Sonik ist das Dauergrinsen, das sie im Gesicht ihres zufriedenen Besitzers erzeugt, unbedingt wert! Ein Traum, der bezahlbar ist.
