DALI Gardian OW6 im Test: Top Outdoor-Lautsprecher

Klar kann man einen Bluetooth-Lautsprecher mit in den Garten nehmen. Man kann aber auch DALIs Gardian OW 6 montieren. Das ist dann mehr als nur Understatement.

DALI Gardian OW 6

Testfazit: DALI Gardian OW 6

Ein durchweg hervorragender Klang trifft hier auf eine sehr gute Reichweite in allen Lautstärkebereichen. Dazu kommt eine hochwertige Verarbeitung sowie ein unterm Strich durchdachtes Befestigungskonzept
Praxisnote: sehr gut 1,5
Klangpunkte: 91 / 100

Pro

  • Sehr gute
  • gleichmäßige Klangausbreitung
  • hochwertige Verarbeitung.

Contra

  • Anschlussterminal für größere Kabelquerschnitte nicht geeignet.

Machen wir uns nichts vor: Es gibt heutzutage erstklassige Bluetooth-Speaker mit Akkubetrieb, die gerade im Außenbereich klanglich mehr als auf der Höhe sind. Da­runter auch Exemplare, die einen kräftigen Regenguss problemlos abkönnen. Warum also sollte man sich stattdessen die Mühe machen, ein paar Passiv-Lautsprecher wie die DALI Gardian OW 6 aufwendig zu montieren und mit einen externen Stereo-Verstärker zu verkabeln?

Eine Antwort könnte sein, dass eine solche Lösung sehr viel eleganter ist, denn schließlich sehen die DALI ziemlich chic aus. Auch die bessere Kontrolle der Klangausbreitung kann ein Argument sein. Viel entscheidender für viele dürfte aber sein, dass man mit einem klassischen Verstärker auch den CD-Player oder Plattenspieler als Zuspieler verwenden kann und nicht allein auf Streamingdienste oder MP3s festgelegt ist.

Die Einsatzmöglichkeiten der DALI Gardian OW 6

Davon abgesehen sieht DALI die Boxen keineswegs nur im Garten oder generell draußen. Sie können auch in Sauna- oder Schwimmbadbereichen sowie in der Gastronomie zum Einsatz kommen, sind also auch im professionellen Umfeld eine Überlegung wert.

Die Gardian sind mit gut vier Kilogramm pro Lautsprecher keine Schwergewichte und sollten für die meisten Wände keine Herausforderung darstellen. DALI liefert keine Schrauben oder Dübel mit, was angesichts der großen Bandbreite an Wandmaterialien und den damit verbundenen verschiedenen Befestigungsanforderungen durchaus in Ordnung geht.

Aufhängung und Montage der DALI-Lautsprecher

Die Wandhalter selbst machen, wie die Boxen auch, einen sehr soliden Eindruck. Der Preis dafür ist ein nur eindimensional verstellbares, aber eben sehr stabiles Gelenk. Im Halter befindet sich zudem das Anschlussterminal, in welches das Kabel wahlweise verdeckt von hinten oder von außen – dann seitlich respektive von unten – eingeführt werden kann. Laut Montagehinweis wird der Halter mit Terminal nach oben montiert, was bedeutet, dass nur die Neigung verstellbar wäre. V

on DALI selbst gibt es aber auch Fotos, auf denen die Boxen horizontal zueinander gedreht sind, die Halter entsprechend um 90° gedreht angeschraubt sind. Bei beiden Varianten ist sichergestellt, dass nach einem Regen Wasser von den korrosionsfreien, da vergoldeten Kontakten ablaufen kann; eine gesonderte Abdichtung gegen die Wand besitzt der Halter nicht.

Insgesamt hat das Konzept der verkabelten Halter, die dann über eine pro­pri­etäre Steckverbindung den Kontakt zum Lautsprecher realisieren, mehr Vor- als Nachteile. Es erhöht den Diebstahlschutz des rund 900 Euro teuren Boxenpaares erheblich. Ohne Halter sind sie nicht funktionsfähig. Da sie aber nur durch das Lösen einer unscheinbaren Sperrklinke von diesen abgenommen werden können, hilft auch kein gewaltsames Durchtrennen der Halter; dadurch würden die Gardian praktisch wertlos. Weiß man allerdings, wo die Klinke sitzt, lassen sie sich einfach und ohne Abkabeln von der Wand nehmen, um zum Beispiel im Hausinneren zu überwintern. Außerdem lässt sich so die Montagesituation mit praktisch einem Griff von waagerecht zu senkrecht ändern.

Ist der besondere Anschluss gut oder unpraktisch?

Eine gewisse Ambivalenz lässt sich beim Terminal selbst feststellen. Wir verwenden aufgrund der Montage am Balkenrahmen eines Holzsichtschutzes robuste und gegen Nässe sehr unempfindliche PA-Kabel mit 2,5 mm² Querschnitt. Für die Anschlussklemmen der DALI sind diese allerdings zu dick. Nun sind angesichts der Tatsache, dass eine Terrasse alles, aber kein perfekter Hörraum ist, eventuelle Qualitätsverluste durch ein dünneres Kabel vernachlässigbar. Hier geht es dann tatsächlich eher darum, dass die IP67-zertifizierten DALI adäquat witterungsbeständig angeschlossen werden können.

Trotzdem haben dünnere Kabel unter Umständen einen erheblichen Vorteil, davon abgesehen, dass sie dezenter zu verlegen sind, was gerade bei nachträglichen Installationen ein unschätzbarer Vorteil ist. Aber auch der Mauerdurchbruch kann, sofern der Verstärker im Inneren des Hauses und nicht direkt im Wintergarten vor der Terrasse steht, sehr minimalistisch ausgeführt werden. Eventuell wäre dann sogar eine Fensterdurchführung mittels Flatwire-­Kabel denkbar.

Der klangliche Kern der Outdoor-Lautsprecher

Letztlich nützt aber die beste Befestigungs- und Verkabelungslösung nichts, wenn am Ende der Klang nicht passt. Über diesen Verdacht sind die DALI Gardian OW 6 allerdings eindeutig erhaben. In den Zwei-Wege-Speakern arbeitet ein Tieftöner mit 5,25 Zoll Durchmesser, in dem eine 1-Zoll-Hochtonkalotte sitzt. Beidseitig dieses Treiber-Set-ups gibt es noch zwei passive Basstreiber, die praktisch als Ersatz für eine Bassreflexöffnung fungieren. So ist sichergestellt, dass das ganze System geschlossen im Sinne von wasserdicht ist.

Klanglich geht das Konzept voll auf: Die Gardian liefern an unserem Bluesound Powernode erstklassig ab, ohne dabei zu aufdringlich zu sein. Schließlich geht es in erster Linie nicht darum, im Garten sein privates „Wacken“ zu veranstalten, sondern um einen guten Klang während eines entspannenden Abends auf der Terrasse. Die DALI können beides. Schon im unteren Lautstärkebereich punkten sie mit viel Volumen, was angesichts eines fehlenden umgebenden Raums beachtlich ist.

Wie klingen die DALI Gardian OW 6?

Besagtes Volumen kommt besonders dann zur Geltung, wenn die Boxen mit komplexen, anspruchsvollen Klanggebilden gefüttert werden, egal ob Ravels ­„Boléro“ oder Meat Loafs „Paradise By The Dashboard Light“. Die Lautsprecher bleiben jederzeit präzise und sauber im Ton. Und auch das, was richtig dreckig klingen soll, klingt gewollt so und nicht deshalb, weil die Gardian mit verzerrten Gitarren oder tiefen Bässen überfordert wären. Das ändert sich auch bei höheren Lautstärken nicht. Bevor es gelingt, die Speaker klanglich aus der Bahn zu werfen, hat irgendein Nachbar längst die Polizei wegen Ruhestörung gerufen.

Denn die DALI verfügen über eine sehr bemerkenswerte Ausbreitungscharakteristik. Schon leise Musikwiedergabe ist selbst in 15 Metern Entfernung noch gut und klar zu hören, wirkt sogar kaum leiser als in relativer Nähe zu den Boxen. Dreht man den Pegel höher, sollte man entweder einen ziemlich großen Garten oder ein sehr frei stehendes Haus haben. Die mit dem Testaufbau frei beschallbare Fläche unseres Gartens misst rund 250 m², die sich locker in eine Open-Air-Disco verwandeln ließe, ohne dass es klangliche Einbußen gäbe. Wobei es eben auch kein Problem wäre, die Disco bei weiterhin hoher Soundqualität auf die nächsten drei Grundstücke auszuweiten. Allerdings heißt das auch, dass bei einem Song wie „Wolf Totem“ von The Hu und Jacoby Shaddix akustisch Dschingis Khans Reiterhorden durch den Garten marodieren, was hier aber absolut positiv zu verstehen ist. Schließlich resultiert dieser Effekt aus der hohen Präzision der Speaker und deren hohem Dynamikumfang.

DALI Gardian OW 6 im Test: unser Fazit

Wenn man ein Argument für passive Lautsprecher im Garten braucht, sind die DALI Gardian OW 6 ein ziemlich gutes. Ein durchweg hervorragender Klang trifft hier auf eine sehr gute Reichweite in allen Lautstärkebereichen. Besonders beeindruckt, dass die Speaker es schaffen, im kompletten Garten einen satten Klangteppich auszubreiten. Dazu kommt eine hochwertige Verarbeitung sowie ein unterm Strich durchdachtes Befestigungskonzept. In Summe macht das die Gardian OW 6 zu einer echten Empfehlung.



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