Bluesound Powernode Test: jetzt mit 3 Kanälen!

Die neue Generation des Bluesound Powernode will im Test mit spannenden neuen Features beeindrucken.

Bluesound Powernode

Testfazit: Bluesound Powernode

Auch in seiner neuen Generation ist der Powernode von Bluesound ein hervorragender Streaming-Verstärker, der sogar mehr Leistung und ein kleines Klang-Upgrade gegenüber seinem Vorgänger bietet. Besonders die neuen Anschlussoptionen sowie die Erweiterungsmöglichkeit zum 3.0 bis 5.1-Heimkino-System gefallen.
Praxisnote: gut 2,3
Klangpunkte: 68 / 100

Pro

  • Upgrade bei Klang zum Vorgänger
  • Viele Anschlüsse und Streaming-Optionen
  • Viele AV-Features (inkl. Mittenkanal)

Contra

  • Keine inkludierte Fernbedienung
  • Kein Google Cast
  • Dirac-Upgrade kostet extra

Während der Node von Bluesound seit langer Zeit eine Art Paradebeispiel für einen kompakten HiFi-Streamer ist, darf man seinen Verstärker-Ableger Powernode seit seiner vor über zehn Jahren veröffentlichten ersten Generation getrost als selbiges für die Kategorie der Streaming-Verstärker bezeichnen. Mit der für die Marke typischen, simpel-eleganten Optik, dem mächtigen BluOS-Streaming-System inklusive Multiroom im Hintergrund sowie einem nicht zu hohen Preisschild bietet er einiges, ganz zu schweigen vom mehr als überzeugenden Klang. Wie auch bei anderen Geräten setzt Bluesound hier auf konsequente Modellpflege, sodass unter dem gleichbleibenden Namen nun die 2025er-Version des Powernode vor uns auf dem Tisch steht.

Das Update des Powernode dauerte ­etwas länger als bei dem 2024 zuletzt mit einer neuen Version versehenen Node. Die vorige Generation – ebenfalls genannt Powernode, mit dem technischen Beinamen N330, während der Neuling N331 heißt – kam 2021 auf den Markt. Dieser ist nach wie vor eine gern gesehene Referenz in unserem Hörraum und dank Updates für das BluOS-System alles andere als überholt. Aber Änderungen bei Anschlüssen oder Verstärkerschaltung können nur über ein neues Gerät in Serie gebracht werden.

Was ist neu beim Bluesound Powernode 2025 / N331?

Bei gleichem Design fällt die erste Änderung auf der Front auf: die Kopfhörerbuchse. Wie bereits beim Wechsel vom 2021er- auf 2024er-Node wurde aus dem 3,5-mm-Ausgang ein 6,35-mm-Ausgang. Das Spannende ist die dahinter liegende Schaltung, die Bluesound von THX ­bezieht. Und das Upgrade macht sich positiv bemerkbar, die Leistung ist ordentlich und der Klang kräftiger, offener und damit natürlicher als beim vorigen Power­node. Der Bluetooth-Input des Amps ist zudem bidirektional, er kann also auch Bluetooth-Kopfhörer ansteuern.

Größere Veränderungen, die den Powernode vom rein Streaming-fokussierten Amp noch mehr in Richtung Multitalent befördern, sind auf der Rückseite. Identisch zum Vorgänger sind USB für Sticks und Festplatten, ein Subwoofer-Ausgang (der hauseigene Pulse Sub+ verbindet sich kabellos), der für Heimkino und TV fast zwingend notwendige HDMI-eARC-Anschluss sowie der von Bluesound bekannte Kombi-Anschluss präsent. Dieser analoge Miniklinken-Input wird optional zum digitalen Eingang, da die Marke stets einen Adapter für optische Kabel mitliefert.

Neue Anschlüsse inklusive USB-C und Cinch

Doch die Liste geht ab sofort weiter, der neue Powernode bietet zudem ein paar „echte“ Cinch-Eingänge sowie einen normalen optischen Input an. Zuletzt hat der Verstärker, wie auch der Flaggschiff-Streamer Node Icon, eine USB-C-Buchse für direkte Streams, etwa von Computern.

Positiv hervorzuheben ist die Integration dieser physischen Eingänge (HDMI, USB, analog, digital) in das Multiroom-System. Denn es reicht ein Klick in der Bluesound-App, um ihr Signal vom Power­node an einen anderen BluOS-­Player zu streamen. Dazu zählen neben Bluesound-Geräten unter anderem diver­se Komponenten der Schwestermarke NAD sowie von DALI, Cyrus oder Roksan. Das gilt auch für angeschlossene USB-Laufwerke, was den Powernode in gewisser Weise zum Musikserver machen kann.

Die große Neuerung beim Bluesound Powernode: Ein Center-Kanal

Dem Stereo-Fan wird zudem noch etwas auf der Rückseite des neuen Verstärkers auffallen: eine dritte Lautsprecherbuchse. Die Beschriftung erklärt den ungewöhnlichen Anschluss schnell. Neben Links und Rechts ist das mittlere Paar der soliden Ausgänge für einen Center-Lautsprecher gedacht. Ohne seine Stereo-Qualitäten beiseitezulegen, eröffnet der Powernode damit die Möglichkeit, ein Heimkino-Set-up einfach aufzubauen und wird fast schon zum AV-Receiver.

Mit Subwoofer ist damit schnell und einfach ein 3.1-Set-up möglich, was für einige Stereo-Fans vielleicht den Weg in Richtung Mehrkanal-Sound ebnet, der etwa vom TV per HDMI kommt. Davon ausgehend ist man zudem schnell bei 5.1 – denn wie schon frühere Powernodes und die Bluesound-Soundbars kann der Neue als „Heimat“ für ein solches Set-up arbeiten. Die beiden hinteren Kanäle werden in einem solchen Fall von einem Paar Pulse Flex-Speaker oder einem zweiten Powernode bespielt, und das Surround-Erlebnis ist perfekt – das würde man der kleinen Kiste erst mal nicht zutrauen.

Der Bluesound Powernode als AV-Amp im Test

Bereits 3.1 oder 3.0 mit passendem ­Center und einer entsprechenden Dolby-Digital-Tonspur kann ein Upgrade für den Heimkino-Genuss darstellen. Vieles klingt gleich „immersiver“, ein „Der Herr der Ringe“-Schlachtengetümmel noch mal tiefer und mitreißend-glaubhafter als mit Zweikanal-Tonspur. Dank Center werden Stimmen besser verständlich, ohne Charakter zu verlieren. Und der Surround- und Immersions-Effekt wird bei einem „kompletten“ Set-up mit fünf Lautsprechern noch mal deutlicher. Die Leistung pro Box wird im Modus mit Center zwar etwas weniger, der Klang ist aber immer noch mehr als ausreichend für einen lauten Filmabend – und man hat ja auch einen Lautsprecher mehr. Einstellungen für die Subwoofer-Übernahmefrequenz, „Volume Trim“ des Center, also dessen relative Lautstärke, und Lautstärke der Rück­kanäle finden sich in der BluOS-App.

Bluesound
Powernode
Produktart Vollverstärker mit Streaming
InternetadresseBluesound.com
Preis in Euro1,099
Abmessungen (BxHxT) in cm22 x 7 x 19
Gewicht in kg1.9
DeutschlandvertriebDALI GmbH
Kontakttelefonnummer+49 6251 8079010
Messwerte 30 %gut 1,8
Dauerleistung pro Kanal an 4 Ohm bei 1% Klirr (in Watt)gut (180)
Impulsleistung an 4 Ohm (1 kHz; in Watt)nicht messbar (Schutzschaltung)
Intermodulation bei 5 Watt ( in Prozent)sehr gut (0,0048)
Dämpfungsfaktor an 4 Ohmsehr gut (62)
Kanaltrennung (in Dezibel)gut (87)
Gleichlauf-Lautstärkesteller (in Dezibel)sehr gut (0,05)
Obere Grenzfrequenz (in kHz)ausreichend (21)
Klirrfaktor bei 5 Watt (in Prozent)sehr gut (0,01)
Rauschabstand bei 5 Watt (in Dezibel)befriedigend (81)
FFT-Spektrumgut
Stromverbrauch Leerlauf (in Watt)sehr gut ( 12)
Ausstattung 35 %gut 2,2
Haptik & Verarbeitunggut
Anzahl analoger Eingänge (Cinch/XLR)1xCinch, Miniklinke
Besondere SchnittstellenHDMI, DAC (USB-C/optisch), Kopfhörer (6,35mm, Bluetooth)
Klangregelung oder Raumeinmessungja
Pre-Outnein
Farbvarianten/AusführungenSchwarz, Weiß
StreamingstandardsAirplay, Spotify/Tidal/Qobuz Connect, Internetradio, Roon, UPnP/DLNA, Amazon, Deezer u.A. in der App
Musik-Formatesehr viele, inklusive HiRes bis 24 Bit / 192 kHz, DSD256, MQA
USB-Datenträgerja
Harter Netzschalternein
Handhabung & Bedienung 35 %befriedigend 2,8
Qualität der Fernbedienungkeine im Lieferumfang, kann angelernt werden
Bedienung am Gerät / Anzeige & DisplayBedienung gut, kein Display
Qualität der Anleitunggut
Qualität der Appsehr gut
Garantie in Jahren2
Praxis-Note2.3
KlangbeschreibungPräzise und offen, dabei plastisch und auch kräftig
Klangqualität68/100

Ebenso der Button für „Stereo Surround“, mit dem zweikanalige Signale vom angeschlossenen Surroundsystem entsprechend wiedergegeben werden können. Für einen Film ohne Surround-Tonspur könnte das ein Immersions-Upgrade bringen, bei Musik bringt es aber ein Minus unter anderem in Sachen ­Power, Präsenz und Natürlichkeit, es wirkt zurückhaltender. Trotzdem gefällt uns der Eingriff besser als einige vergleichbare Modi, und etwa bei einer Konzertaufnahme kann das interessant sein, wobei der Center-Kanal die klangliche Tiefe beiträgt.

Was kann das Streaming-System von Bluesound?

Trotz dieser Verbesserung bei Anschlussvielfalt und Surround-Möglichkeiten ist der noch kompakte Powernode aber natürlich weiterhin ein moderner Streaming-Verstärker, der alle Möglichkeiten des hauseigenen Streaming-Systems BluOS in einem All-in-one-Paket bietet.

Diese sind vor allem vielseitiges Musikstreaming inklusive eigenem Multiroom-System. Dafür bietet die App direkten Zugang zu zahlreichen Diensten, von Amazon Music über Deezer, Napster oder Highresaudio bis zu Tidal, Qobuz und diversen Internetradios. Für Streaming von anderen Apps stehen Bluetooth, AirPlay, Spotify (inklusive Lossless), Tidal und auch Qobuz Connect sowie Roon bereit. Einzig Google Cast gibt es nicht.

Mit Multiroom und Dirac-Raumkorrektur ausgestattet

Auch in der Funktionalität ist die BluOS-App nach wie vor ziemlich gut, arbeitet bei uns stets zuverlässig und erlaubt etwa einfaches Management von Multiroom-Systemen. Zudem gibt es unter anderem einen Zwei-Band-EQ, einen Balance-­Regler sowie den auf eine lippensynchrone Wiedergabe ausgelegten A/V-Modus mit anpassbarem Delay.

Wie schon aktueller Node und Node Icon bekommt der Powernode die Option, mit der Raumkorrektur-Software Dirac zu arbeiten. Mit einem Preis von 250 US-Dollar für die Dirac-Lizenz sowie für ein Messmikrofon (ein passendes von Bluesound kostet 45 Euro) ist das ein nicht ganz billiges Upgrade, kann dem Klang aber vielleicht die letzte Perfektion bringen.

Steuerung und Amp-Sektion des Bluesound Powernode

Was ebenso fest zu Bluesound gehört, ist die elegante Steuerung am Gerät – einzig der gleich teure, aber endstufen­lose Node Icon ist dank Bildschirm etwas ­voraus – über ein Glas-Touchpanel auf der Oberseite des Verstärkers. Das per Näherungssensor aufleuchtende Panel gibt es auch hier, womit der Powernode elegant gesteuert werden kann, inklusive Presets. Bluesound-typisch muss eine Fernbedienung optional dazugekauft (69 Euro) oder angelernt werden, wobei man sie im täglichen Gebrauch nicht wirklich vermisst, da die App- und Gerätesteuerung stets ausreichen und dank Auto Sense der Eingang automatisch auf ein aktives Signal springt.

Aber nicht nur mehr Anschlüsse, auch im Inneren hat der Hersteller dem Power­node und seinem „DirectDigital“-Verstärker ein Upgrade verpasst. Wie der Name impliziert, handelt es sich dabei um einen „echten“ digitalen Verstärker als Abwandlung eines Class-D-Konzepts, bei dem der D/A-Wandler erst direkt vor den Lautsprecherbuchsen sitzt. Der soll so etwa dank Optimierungen an der Schaltung noch dynamischer mit niedrigen Verzerrungen spielen, und das sowohl mit ­Stereo-Lautsprechern als auch in einem Set-up inklusive Center.

Der neue Bluesound-Verstärker bietet ordentlich Leistung

Im Labor sahen wir durchaus bessere Werte, etwa beim Rauschabstand oder der Intermodulation, was für eine interne Verbesserung spricht. Mutmaßlich aufgrund des Digitalverstärker-Konzepts gestaltete sich einzig die Leistungsmessung etwas kompliziert und endete mit teils verschiedenen Werten, an denen die Schutzschaltung einsetzt oder die Messnorm von 1 % Klirr erreicht ist, meist zwischen 160 und 180 Watt an 4 Ohm.

Sprich deutlich über den Leistungswerten des Vorgängers und imposant für eine so kleine Kiste sowie in der Praxis genug, um mit verschiedensten Lautsprechern ordentlich Dampf geben zu können. Im „Surround-Modus“ mit hochgerechnetem Stereo-Signal erreicht er eine ähnliche maximale Leistung, mit den heruntergeregelten Stereo-Kanälen bei je 50 Watt und dem Center-Kanal bei 280 Watt – auch dieser Output ist also ein ordentliches Bauteil.

Wie klingt der Bluesound Powernode von 2025?

Trotz aller spannenden Neuerungen ist der Powernode immer noch ein Stereo-Streaming-Verstärker, mit dem hervorragend Musik gehört werden kann. Ob es an der höheren Leistung liegt oder an den anderen Anpassungen, können wir nicht sagen, aber uns fällt im Vergleich zur vorigen Powernode-Generation doch ein Plus an Volumen im Klangbild auf. Aufgebläht wirkt es dadurch keineswegs, vielmehr bekommen Stimmen mehr glaubhaften Körper, und die gesamte, weiträumige Wiedergabe wirkt noch tiefer.

Geerbt hat der Neuling die kontrollierte Definition des vorigen Powernode, er zeichnet das Geschehen präzise und glaubhaft, etwa in „Draw Your Swords“ des Geschwisterpaars Angus und Julia Stone. Beide Stimmen haben Raum, sich zu entfalten, sind aber ebenso eingebettet in die Musik, von der entspannten und scharf umrandeten Akustikgitarre zum Start des Songs bis zum dynamischeren, von Schlagzeug und Bass unterstützten Finale. Die Plastizität gefällt, das Klangbild ist frei, mitreißend und auch impulsiv, wird weder langweilig noch künstlich.

Für den im Vergleich zu einigen Konkurrenten eher schlichten Auftritt bietet der Powernode viele Optionen und wird in seiner neuen Version nochmals vielseitiger und einzigartiger in Sachen Heimkino. Aber auch Stereo-Fans können interessiert zu ihm schauen, er ist schlicht eine bessere Version eines bereits ziemlich guten Streaming-Amps. Und so rüstet sich Bluesound für neue Horizonte und beweist gleichzeitig, dass man in der eigenen Paradediszi­plin nach wie vor stark ist.



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