Amazon Echo Studio im Test: Wie klingt der Amazon-Smartspeaker?

Ohne viel Pomp hat Amazon einen neuen Echo Studio auf den Weg gebracht, jetzt auch als Kugel wie die anderen Echos. Doch wie klingt das Top-Modell der Reihe?

Amazon Echo Studio

Testfazit: Amazon Echo Studio

Der neue Echo Studio hat allein wegen seines raumfüllenden Klangs seinen Reiz. Aber er ist eben kein Gerät, das den anspruchsvollen Audioliebhaber vollends zufriedenstellen kann. Dafür ist er aber preislich recht gut aufgestellt und taugt eben auch noch als Smarthome-Hub.
Praxisnote: gut 2,3
Klangpunkte: 77 / 100

Pro

  • Raumfüllender Klang mit sattem Bassvolumen

Contra

  • Luft nach oben im Mittel- und Hochton sowie bei der Schärfe

Amazons Echos sind so etwas wie die „Mutter aller Smartspeaker„. Allerdings immer ein wenig mit dem Nimbus, vor allem Sprachassistenten für den Alltag zu sein und weniger ein Genuss für audiophile Ohren. Dabei hatte schon der erste Echo Studio das Thema Klang in den Fokus gerückt und dabei keineswegs schlecht abgeliefert. Nun also gibt es einen neuen Studio, der optisch erst einmal gar nicht so sehr ins Auge fällt. Denn mit der Neuauflage ist nun auch das letzte Modell der Reihe zu einer Kugel mutiert. Die ist ungefähr vier Zentimeter größer als der klassische Echo, der jetzt in Abgrenzung zum kleinen Einstiegsmodell Dot übrigens Dot Max heißt. Gegenüber dem alten Studio ist das neue Modell allerdings deutlich geschrumpft.

In der Kugel stecken ein 9,5-cm-Tieftöner mit hohem Hub (high excursion) sowie drei Breitbandtreiber mit jeweils 5,7 cm Durchmesser. Das Set-up deckt einen Frequenzbereich von 30 bis 18.000 Hertz ab, was nominell sicher nicht die Spitzenklasse darstellt. Ob es sich auswirkt, dazu später mehr.

Wie bei allen Echos gibt es auch beim Studio keine Regler für Bässe und Höhen, lediglich die Lautstärke lässt sich anpassen, dazu existiert noch die Stummschalttaste für das Mikrofon. Ebenso findet sich abseits des Netzanschlusses keine weitere Buchse. „Reduziert“ trifft es hier ganz gut, denn auch in Sachen Anzeige bleibt alles beim Alten: Der neue „große“ Echo setzt auf den gewohnten farbigen LED-Ring, um etwa vorhandene Benachrichtigungen zu signalisieren.

Wie flexibel ist der Echo Studio beim Streaming?

Die Verbindung zwischen dem Echo, dem Rest der Welt und anderen Geräten erfolgt weiterhin ausschließlich per Funk. WLAN nach dem Wi-Fi-6E-Standard und Bluetooth 5.3 stehen hier zur Verfügung. Daneben unterstützt der Studio auch noch ZigBee, Matter und Threads, aber das ist eher für die Smarthome-Steuerung relevant als für die Musikwiedergabe.

Streng genommen ist auch Bluetooth für hohe Audioqualität kein Thema; der Echo Studio ist hier in Sachen Codecs lediglich mit SBC nicht auf die Wiedergabe von Hi-Res-Audio eingestellt. Hohe Bit- und Abtastraten bleiben der WLAN-Verbindung vorbehalten, die – eine entsprechende Gegenstelle vorausgesetzt – dafür auch mehr als genug Potenzial bietet. Es ist aber eben essenziell, dass Alexa den gewünschten Streamingdienst einbinden kann, was naturgemäß zuvorderst für Amazon Music zutrifft. Aber auch Spotify, Apple Music, Deezer und diverse Internetradios können mittels Skill genutzt werden. Auf diese Weise lässt sich auch der Zugriff auf DLNA-Server ergänzen. An der Stelle zeigt sich aber, dass die Alexa-App eben kein exklusives Audiotool ist und die Möglichkeiten zur Klanganpassung längst nicht so umfangreich sind wie etwa bei Revox oder Bose. Auch ist der Zugriff auf die entsprechenden Einstellungen nur bedingt komfortabel. Pluspunkte gibt es aber für Sprachsteuerung und Familienkompatibilität, wenn es um individuelle Nutzung von Diensten und den Zugriff auf Playlists geht.

Wichtig zu wissen ist noch, dass Amazon den Fokus deutlich auf die immersiven Fähigkeiten des Echo Studios legt, wozu auch Dolby Atmos gehört. Die Verwendung in einem Stereo-Set-up mit einem zweiten Exemplar, das früher bei den Echos auch beworben wurde, ist aktuell kein Thema mehr; zwei Echos oder Echo Studios als Heimkino-Lösung für Fire TV-Geräte dagegen schon. In dem Kontext fällt auf, dass der optionale Subwoofer, Echo Sub, aktuell nicht mehr erhältlich ist. Womöglich aus gutem Grund.

Kräftiger Bass und raumfüllender Klang

Ein Grund für ein mögliches Aus des Subwoofers mag darin liegen, dass der neue Echo Studio keinen mehr benötigt. Was die nur etwa handballgroße Kugel im Tieftonbereich raushaut – so muss man es wohl nennen –, ist sowohl im Hinblick auf Druck als auch auf Volumen mehr als beeindruckend. Tatsächlich dürfte sich mancher Uneingeweihte hier verstohlen nach dem Versteck für einen zusätzlichen Basswürfel umblicken.

Es wird hier auch schnell klar, was Amazon mit immersivem Klang meint. Der Studio liefert kein typisches 3D-Audio; er füllt einen Raum mit Sound. Dabei misst er sich selbst ein, was dazu führt, dass der Eindruck selbst in einem L-förmigen Zimmer mit rund 50 qm erhalten bleibt. Für Stereo-Puristen ist das überhaupt nichts, aber ansonsten sehr beeindruckend, mit welcher akustischen Wucht diese kleine Kugel aufwarten kann.

Nun gehört zum guten Klang noch mehr als ein satter Bass und viel Räumlichkeit. Vor allem Trennschärfe sowie ausgewogene Mitten und Brillanz in den Höhen würden eine gelungene Wiedergabe komplettieren. Leider schwächelt der Echo Studio hier.

Wo der Amazon Echo Studio im Hörtest schwächelt

Im unteren Mitteltonbereich fehlt es hörbar an Substanz, und auch die Höhen wirken „abgeschnitten“. Hier mag die obere Frequenzbegrenzung bei 18.000 Hertz eine Rolle spielen. Zumindest liegt das insofern nahe, als es sich auch mittels des nicht gerade üppigen Alexa-Equalizers nur bedingt korrigieren lässt.

Dieses eigenwillige Klangverhalten fällt etwa bei einem Song wie „Stella Maris“ von den Einstürzenden Neubauten besonders auf. Blixa Bargelds im Original kräftige, doch recht tiefe Stimme bleibt flach, Meret Beckers Part aufgrund fehlender Höhen gleichermaßen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch viele Musikstile, und gerade Songs, die nicht vom Tiefbass leben, leiden etwas. So bleibt etwa Madness‘ „One Step Beyond“ eher blass, weil der Ska-typische Bläsersatz nicht voll zur Geltung kommt. Und auch bei Ravels „Boléro“ macht sich bemerkbar, dass der Echo Studio in den Mitten deutlich weniger Wucht besitzt als beim Bass. Bei „Sultans of Swing“ der Dire Straits wiederum bleibt die charakteristische Hochton-Brillanz von Mark Knopflers Fender Stratocaster auf der Strecke, was den Klang steril wirken lässt.

Auch die Auflösung hat noch Luft nach oben. Bei komplexen, diffusen Sounds wie stark verzerrten Gitarren klingt der Echo Studio ab einer gewissen Lautstärke unscharf und verschwommen. „Zombie“ von den Cranberries oder Radioheads „Creep“ etwa haben wir schon sauberer gehört. Und auch der mongolische Kehlkopf-Metal von The Hu dringt in die Grenzbereiche der Klangstabilität des Smartspeakers vor. Gut dagegen funktioniert präzise elektronische Musik wie etwa „Oh Yeah“ von Yello.

Amazon
Echo Studio
Produktart Smartspeaker
Internetadressewww.amazon.de
Preis in Euro240
Abmessungen (BxHxT) in cm155 x 142 x 147
Gewicht in kg1.63
Ausstattung 25 %befriedigend 3,3
SchnittstellenBluetooth, WLAN, Matter, ZigBee
EinsatzspektrumStandalone, Multiroom, Heimkino
integrierte SprachassistentenAmazon Alexa
StreamingstandardsAmazon Music, Spotify Connect
Bedienung 50 %gut 2
Inbetriebnahmesehr gut
Smarthome-KompatbilitätAmazon Alexa, Google Home
Sprachassistent deaktivierbarja
Bedienung am Gerätausreichend
Sensibilität der Spracherkennungsehr gut
Qualität der Appgut
Qualität der Anleitunggut
Service & Umwelt 25 %gut 1,9
Garantie (in Jahren)1
Verpackungsehr nachhaltig, praktisch nur Pappe
Stromverbrauch: Leerlauf (in Watt)3.36
Praxis-Note2.3
KlangbeschreibungSehr raumfüllend mit sattem Bass. Aber leichte Schwächen bei der Schärfe, den unteren Mitten und den Höhen
Klangqualität77/100


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