Ratgeber HiFi-Tuning: was machen bei Defekten in der Anlage?

Bei vermeintlichen Defekten tut ­guter Rat not, damit der Musikgenuss weitergehen kann. Aber es gilt auch schon im Vorfeld, bestimmte „Todsünden“ zu vermeiden.

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Hochwertige Musikwiedergabe ist Lebensqualität und ein Genuss! Jahrzehnte in diesem professionellen Umfeld bleiben nicht ohne Folgen für die Erfahrung, was an vermeintlichen Kleinigkeiten dem Klangerlebnis noch ein Quäntchen weiterhilft, was man zu vermeiden suchen sollte und was zu tun ist, wenn eines Tages doch mal etwas schiefgeht. Das reicht von echten Todsünden bis hin zu Schäden durch Kinderhand und Gratis-Maßnahmen, an die man nie gedacht hat.

Simples Problem: der fehlende Kanal

Fällt ein Kanal aus, so überprüfen Sie zunächst die Verkabelung. Mitunter ist nur ein Kabel aus dem Lautsprecher oder Verstärker gerutscht. Die Geräte- und Kabelfunktion können Sie überprüfen, indem Sie die Kabel tauschen, um zu sehen, ob der Fehler mitwandert, oder auf ein anderes Quellgerät umschalten. So kann man den „Übeltäter“ einkreisen.

Wie repariert man einen Lautsprechertreiber?

Lichteinfall (UV) führt zum Austrocknen und Zerbröseln von Schaumstoffsicken bei Konuslautsprechern. Gummisicken bleiben davor verschont, weshalb man diese auch zur Reparatur betroffener Treiber verwendet.

Das „Reconing“ ist nicht besonders teuer, bedarf aber einer gewissen Expertise und Sorgfalt, da man sonst einen „schielenden“ Treiber sieht und wiederum eine ausgeleierte Aufhängung (siehe unten) hört. Das „Reconing“ mit passenden Ersatzteilen übernehmen neben dem Hersteller Serviceunternehmen wie etwa Klangmeister.

Was macht man gegen Brummen in der HiFi-Anlage?

Brummen entsteht meist durch Erdungs- und Masseschleifen, wenn verschiedene Systeme wie Datennetz, Antennennetz und HiFi-Anlage in Konflikt geraten. Achten Sie auch auf zu nahe Abstände etwa zwischen Verstärkern und empfindlichen Plattenspielern. Oft sind Antennenkabel von TV-/Heimkinoinstallationen „schuld“, wobei sich die galvanische Trennung mittels Mantelstromfilter recht einfach bewerkstelligen lässt.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Verbindung verschiedener (digitaler) Komponenten, etwa Satellitenreceiver oder TV, mit einem masselosen Lichtleiterkabel herzustellen. Ermitteln Sie die Ursache zunächst durch systematisches Trennen der Komponenten, zuerst der Quellen, bis das Brummen verschwindet. Weisen Komponenten der Anlagen einen sogenannten „Ground Lift“ zur Auftrennung der Schutzerdung auf, so probieren Sie auch diesen. Für mechanisches Brummen aus dem Trafo sind oft Gleichstromreste die Ursache, dann hilft nur ein DC-Blocker weiter. 

Tipp für die Langzeitpflege von Lautsprechern

Im Laufe der Jahre sackt bei einem Tieftöner schon mal die Aufhängung der Schwerkraft folgend nach unten. So kann die Schwingspule mitunter im Luftspalt kratzen und schnarrende Geräusche verursachen, was sich zunächst nur bei bestimmten Frequenzen und Musiktiteln äußert. Oft hilft es – übrigens auch präventiv –, alle paar und für die nächsten paar Jahre den Treiber in der Schallwand um 180 Grad zu drehen.

Was machen bei einem eingedrückten Hochtöner?

Schnell ist es passiert, weil Hochtonkalotten wie Knöpfe aussehen und somit auf Kinderhände eine magische Anziehungskraft ausüben. Eine eingedrückte Textilkalotte lässt sich häufig mit kräftigem Paketband, einem größeren Strohhalm oder dem – nicht zu stark eingestellten – Staubsauger wieder vorsichtig in Form bringen.

Starre Metallkalotten müssen dagegen meist als irreparabel ausgetauscht werden. STEREO hat das einst ausprobiert und auch den Klirrfaktor gemessen, der bei einem wiederhergestellten Gewebehochtöner „wie neu“ war.

„HiFi-Todsünden“: Diese drei Fehler sollten Sie vermeiden

Verpolung von Lautsprechern

Die echte Praxissünde Nummer eins, die den Klang nachhaltig ruiniert, stellt die Verpolung eines oder beider Lautsprecher dar. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass an Verstärker und Lautsprecher alle Anschlüsse „in Phase“ sind. Auch uns passiert dieser Fehler manchmal. Ihn zu vermeiden ist aber extrem wichtig und entsprechende Hörtest-CDs, mit denen man das praktisch automatisch überprüft, helfen. Prüfen Sie gleich mit, ob alle Kabel für rechten und linken Kanal seitenrichtig angeschlossen sind.

Powerline-Adapter nutzen

Solche Zwischenstecker verlagern das Datennetzwerk in die Stromleitung, was praktisch ist, weil es Bohrungen und LAN-Kabelkanäle erübrigt. Allerdings hat STEREO nachgewiesen, dass ein Phonovorverstärker einen um 20 Dezibel schlechteren Störabstand produzierte, wenn ein Powerline-Adapter in derselben Netzleiste aktiv war. Analogwiedergabe und Streaming vertragen sich also parallel nicht gut. In solchen Fällen sollte man Powerline abschalten. 

Nicht zu viel putzen!

Das allzu feuchte Abwischen elektronischer Geräte ist ebenso potenziell tödlich wie der Staubwedel – oder auch die Katze – für den offenen Plattenspieler. So etwas gilt es unbedingt zu unterbinden.



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