Kopfhörer Putzen: so pflegt man seine Audio-Geräte richtig

Hörgeräte-Träger wissen, dass sie ihre Hightech-Hilfsmittel regelmäßig pflegen müssen, damit sie dauerhaft gut funktionieren. Aber wie sieht es mit Earbuds und Kopfhörern aus?

Sieht man vielleicht mal von Fernbedienungen ab, gibt es im Audio-Bereich nichts, was so eng und intensiv mit dem Körper in Kontakt kommt und demnach auch beim Thema Putzen Relevanz hat wie Kopfhörer und Earbuds. Das hat schon beim Kauf von Kopfhörern ganz pragmatische Folgen: Denn wenn man nach dem ersten Hören feststellt, dass das gerade erworbene Modell nicht so klingt wie erwartet, ist eine Rückgabe oft ein Problem. Kopfhörer gelten als Hygieneartikel, weshalb Händler oder Hersteller sie nicht mehr annehmen müssen, sobald die Originalverpackung geöffnet wurde.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, um sich vorzustellen, warum das so gehandhabt wird. Spätestens wenn man Kopfhörer beim Sport getragen und geschwitzt hat, wird es für andere eher unappetitlich. Und nach einiger Zeit womöglich auch für einen selbst. Denn Earbuds & Co. werden mit zunehmender Nutzungsdauer nicht sauberer. Gerade In-Ear-Modelle, die ständig dem latent feuchten Klima im Gehörgang ausgesetzt sind, machen diesbezüglich besonders viel mit. Das kann auf Dauer dann zulasten des Klangs gehen, weil irgendwann Schallkanäle und Öffnungen sich zusetzen. Daher ist eine regelmäßige Pflege mehr als sinnvoll.

Kopfhörer richtig reinigen: Spezielles Werkzeug nutzen!

Es versteht sich wohl von selbst, dass Geräte, die mit hochwertiger Elektronik vollgestopft sind, nicht unbedingt mit Wasserkran und Wurzelbürste kompatibel sind. Deshalb gibt es spezielle Reinigungs-Sets, die man für etwa 10 Euro bekommt. Sie enthalten diverse Utensilien und Bürstchen, mit denen sich leidlich filigran arbeiten lässt. Tatsächlich erinnern die Teile ein wenig an Kosmetik- oder Dentalpflegeprodukte, die sich als Notlösung auch verwenden lassen.

Sinnvoll ist es, die Reinigung auf einer sauberen Unterlage vorzunehmen und eventuell ein Schälchen für die Silikon-Ohrstöpsel bereitzustellen. Die sollten als Erstes entfernt werden. Bei Over-Ears wiederum nimmt man zunächst, sofern möglich, die Polster ab. Die Silikon-Stöpsel lassen sich mit Spülmittel oder auch im Ultraschallbad reinigen, bei den Polstern hängt das sehr vom Material ab, ob und wie gut man sie säubern kann. Meist kommt man mit einem feuchten Tuch und eventuell etwas Spülmittel recht gut zum Ziel.

Aufpassen bei Velours und Leder

Alles, was allerdings in Richtung Velours oder, wie unter anderem bei Beyerdynamic, auch Leder oder Alcantara geht, sollte von Spülmittel verschont bleiben. Hier werden spezielle Lederpflegemitteln empfohlen. Wer unsicher bezüglich bestimmter Materialien ist, kann übrigens auch bei vielen anderen der jeweiligen Hersteller spezifische Tipps bekommen und eventuell – wie im Falle von verschlissenen Polstern – Ersatzteile anfragen.

Nachdem man die Kopfhörer so weit von Polster oder Silikon-Elementen befreit hat, sollte zunächst eine Sichtprüfung auf Anhaftungen oder Verkrustungen erfolgen. Die lassen sich zum Beispiel mit einem Zahnstocher oder aber einem speziellen Werkzeug entfernen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn die Öffnung für den Schallaustritt oder auch andere Öffnungen trifft man schnell.

Die Reinigung von In-Ears ist leicht, solange man aufpasst

Und wenn dann die dahinter liegende Elektronik beschädigt wird, hat sich die weitere Reinigung erledigt. Auch bei Abdeckgittern gilt: Die schützen zwar, was dahinter liegt. Aber die feinen Drahtgeflechte sind eben selbst auch recht empfindlich, wenn man mit einem spitzen Gegenstand darin hängen bleibt.

Für die weitere Reinigung genügt bei In- oder Open-Ears dann in der Regel eine kleine Bürste, mit der man in etwaige Vertiefungen kommt. Um solche Öffnungen zu säubern, gibt es zudem spezielle Reinigungsknete, die sich zum Beispiel auch in die Schalllöcher bei Over-Ears drücken und mitsamt dem Schmutz dann wieder herausholen lässt. Ladebuchsen lassen sich damit ebenfalls von Staub befreien, was gleichermaßen für In-Ear-Cases gilt. Die dürfen übrigens auch gern innen gesäubert werden, was zum Beispiel gut mit einem Wattestäbchen funktioniert.

Wie putzt man Over-Ear-Kopfhörer am besten?

Bei Over-Ears darf je nach Aufbau dann auch das feuchte Tuch zum Einsatz kommen, wobei man hier, will man besonders hygienisch reinigen, auch entsprechende Tücher aus der Drogerie verwenden kann. Das aber sollte eher die Ausnahme bleiben, denn eventuell enthaltener Alkohol kann bei zu häufiger Verwendung Kunststoff, Gummi oder Leder zusetzen.

Bei den großen Kopfhörern lassen sich die erwähnten Hygiene-Tücher nutzen. Und auch Ear-Buds lassen sich damit abwischen. Doch was ist mit unzugänglichen Stellen? Denkbar ist die Verwendung von Desinfektionsspray, zumindest wenn die Hörer ein Mindestmaß an Schutz gegen Wasser besitzen, also nach Schutzklasse IPX4, 5 oder 6 zertifiziert sind. Ansonsten ist die Kombination von Elektronik und Flüssigkeit selten zielführend.

Eine gute Alternative ist ein UV-Sterilisator. Das ist eine Art Box, in der UV-Licht Bakterien und Viren abtötet. Das Ganze dauert kaum zwei Minuten, und die Kopfhörer sind dann wieder hygienisch einwandfrei. Kostenpunkt für so ein auch anderweitig nutzbares Gerät sind etwa 20 bis 30 Euro.

Kopfhörer richtig Putzen: Fazit & Empfehlung

Regelmäßige Pflege erhält nicht nur den guten Klang bei Kopfhörern. Sie sorgt auch dafür, dass die Haptik und der Tragekomfort angenehm bleiben; wer hat schon gern speckige Polster auf den Ohren oder Schweißränder am Kopfband? Dabei ist der Pflegeaufwand gering, die Reinigung in ein paar Minuten erledigt. Die Zeit sollte einem gerade ein teureres Modell wert sein.



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