HiFi-Kette für Streaming nachrüsten: was braucht es dafür?
Sie würden gern Streaming mit Ihrer Anlage ausprobieren? STEREO erklärt, wie ein einfacher Einstieg klappt und gibt Kauftipps.

Ganz zu Anfang eine kurze Klarstellung: Musik-Streaming ist nicht per se gleichzusetzen mit drahtloser Signalübertragung – auch wenn das in der Praxis oft der Fall ist. Streaming bedeutet vielmehr, dass sich die Musikquelle zum Abspielen nicht in einer HiFi-Komponente – wie Plattenspieler oder CD-Player – befindet, sondern auf einem digitalen Server, von wo aus sie quasi „live übertragen“ wird, mit leichter Zeitverzögerung.
Die Musik-Datenpakete werden vorab geladen, damit es beim Abspielen nicht zu Aussetzern kommt. Die letzte Etappe des Signalwegs kann per Funk, über WLAN oder auch per Kabel erfolgen. Sie können Musik statt aus dem Internet auch von einem lokalen Datenträger streamen. Dazu gleich noch mehr.
Wenn Sie Ihre bisher analoge HiFi-Kette für Streaming nachrüsten wollen, sollten Sie zunächst einiges Grundsätzliches wissen.
Technische Voraussetzungen
Der Weg der Musik von der Online-Streamingplattform bis zu Ihrem Lautsprecher beginnt beim Internetanschluss (s. Schaubild). Der Ratgeber in STEREO Ausgabe 2/2026 verrät Ihnen weitere Grundlagen, wie man ein gut funktionierendes Netzwerk für HiFi-Streaming aufbaut.

Außer der Hardware braucht es beim Streaming auch Software. In aller Regel liefert diese ein Streamingdienst. Hierbei sollten Sie, wenn Sie viel hören wollen, über ein Abonnement nachdenken. Gängige Anbieter sind neben Marktführer Spotify etwa Apple Music, Amazon Music oder Deezer. Während Spotify seit Neuestem Wiedergabe in CD-Qualität (Lossless, vgl. STEREO 12/2025) anbietet, setzen andere Plattformen wie Qobuz und Tidal auf hochauflösende Audioformate.
Die Preisspanne für die Monatsgebühr liegt allgemein zwischen ca. 10 bis ca. 25 Euro – je nachdem, ob nur Sie oder etwa auch Familienmitglieder streamen wollen. Anbieter wie Spotify bieten auch einen kostenlosen Account an, bei dem die Musikwiedergabe aber durch Werbe-Einspielungen unterbrochen wird. Zum Kennenlernen mag diese Variante aber erst einmal ausreichen.
DAC und Streamer im Zusammenspiel
Falls Ihr HiFi-Verstärker ein Gerät neueren Datums ist und über digitale Eingänge verfügt – etwa optisch/Toslink, koaxial S/PDIF oder gar USB‑Audio –, hat er mit großer Wahrscheinlichkeit auch einen integrierten Digital-Analog-Wandler, der abgekürzt auch als D/A-Wandler oder DAC bezeichnet wird. HiFi- oder AV-Receiver mit integriertem CD-Laufwerk haben zur Wiedergabe der auf der CD gespeicherten Musik immer einen DAC an Bord.
Sollte Ihr Verstärker nur analoge Eingänge besitzen, was bei vielen HiFi-Ketten sicher der Fall ist, brauchen Sie für bestmöglichen Klang beim Streaming einen externen DAC, den Sie als zusätzliche Komponente in Ihr System integrieren können.

Als Abspielgerät in Ihrer HiFi-Kette benötigen Sie, um Musik zu streamen, einen HiFi-Streamer oder Netzwerkplayer. Je nach Geräteklasse kann das durchaus etwas ins Geld gehen. Dafür stellt es aber die komfortabelste Lösung dar.
Ein solcher Streamer verbindet sich über WLAN oder Ethernet mit Ihrem heimischen Netzwerk, um Musikdaten von unterstützten Streamingdiensten oder lokalen Datenträgern – wie einem netzgebundenen Speichermedium, auch NAS abgekürzt (Network Attached Storage) – zu empfangen.
Diese digitalen Audiosignale wandelt sein integrierter DAC in analoge Signale um, um sie direkt an einen Verstärker oder Lautsprecher zu senden. Verfügt Ihr Verstärker schon über einen DAC, lässt sich fürs Streaming auch eine Streaming-Bridge einsetzen, die keinen eigenen D/A-Wandler hat.
Beim drahtlosen Streaming kann man neben WLAN auch auf Bluetooth als Möglichkeit zurückgreifen, wobei es hier einen Unterschied in der Audioqualität gibt: Im Gegensatz zu Bluetooth wird bei Übertragung via WLAN die Musik nicht gewandelt oder komprimiert, weshalb WLAN höhere Auflösungen ermöglicht. Neuere Apple-Geräte oder kompatible Streamer können für Drahtlos-Verbindungen auch Apples AirPlay-System nutzen.

Sollten Sie sich fürs Streaming keine große, zusätzliche Komponente zulegen wollen, weil diese vielleicht gar nicht mehr in ihr HiFi-Rack passt, gibt es mit dem WiiM Mini (Bild oben) eine denkbar kleine Variante eines Streamers auf dem Markt. Der WiiM Mini ist für drahtlose Übertragung per WLAN gedacht, weshalb er auf einen Ethernet-Anschluss verzichtet. Trotz seines Zwergformats ist er mit einem DAC ausgestattet.
Preiswerte Streamer für den Einstieg
Statt der knapp 100 Euro, die der WiiM Mini kostet, können Sie etwas mehr investieren? Perfekt! Auf den kommenden beiden Seiten finden Sie höherwertige, von uns getestete Geräte, die auch nicht allzu teuer sind: einmal zuvor erwähnte externe DACs und zum anderen Streamer und Netzwerkplayer, bei denen ein DAC schon integriert ist. Diese HiFi-Komponenten lassen sich direkt an Ihren Verstärker anschließen. Wenn Sie Ihre bestehende HiFi-Kette fürs Streaming nachrüsten und dafür noch tiefer in das Thema einsteigen wollen, finden sie zum Beispiel in Ausgabe 9/2025 einen Ratgeber mit vielen Tipps dazu.
Der Computer als Streamer
Drahtloses Musikhören per Bluetooth wird sehr oft als Gegenmodell zum kabelgebundenen Pendant gehandelt. Das muss aber nicht heißen, dass sich das gegenseitig ausschließt.

Ein sehr einfacher Einstieg ins Streaming ist die Möglichkeit, einen PC, einen Laptop oder mobile Geräte wie Tablet oder Smartphone dafür zu benutzen. Die meisten von Ihnen dürften solch ein Gerät bei sich zu Hause haben: Es kostet Sie also nichts extra. Die Apps der Streaminganbieter laufen darauf problemlos. Ein Computer als Streamer bietet dazu den Vorteil, dass Sie sich hier auf eine gute Kompatibilität in Sachen Streamingdienste verlassen können, während es bei HiFi-Streamern vorkommen kann, dass der ein oder andere Dienst nicht mehr unterstützt wird oder keine Updates mehr angeboten werden.

Für die PC- oder Mobil-App gibt es hingegen ziemlich sicher stetige Updates. Die D/A-Wandler eines Computers sind für HiFi-Ansprüche allerdings oft nicht ausreichend. Wenn Sie die Wiedergabe-Qualität beim kabelgebundenen Streaming von Computer, Smartphone & Co. verbessern wollen, empfiehlt es sich, einen DAC zwischenzuschalten. Dies muss noch nicht mal ein größeres, stationäres Gerät sein.
Es gibt auch sehr kompakte mobile Wandler. In STEREO 2/2025 hatten wir diesbezüglich einen Vergleichstest. Ein günstiges Einsteiger-Modell ist etwa der GO link Max von iFi (links im Bild oben). Ein wertiges Kabel zum Anschluss an den Verstärker bürgt für guten Klang.
HiFi-Streamer-Kaufberatung: die besten Modelle für den Einstieg
Die besten Streamer bis 1.100 Euro
FiiO S15 Preis: 1.100 Euro
Der FiiO S15 ist ein in Klang und Ausstattung guter Streamer. Seine besondere Stärke liegt im speziellen Android-System, das ihn extrem flexibel für Streaming und andere Anwendungen macht. Für Roon, AirPlay, DLNA und externe digitale Quellen ist er eine spannende Option mit einem runden, präzisen, aber nicht zu analytischen Klang. Als guter DAC verarbeitet er anspruchsvolle Dateien, wobei er per USB DSD512, MQA und Auflösungen bis zu 768 kHz und 32 Bit unterstützt.
Cambridge Audio CXN 100 Preis: 1.050 Euro
Der Cambridge Audio CXN100 punktet mit audiophilem Klang aus einer höheren Preisliga. Die Quellenauswahl ist großzügig und beinhaltet Spotify bzw. Tidal Connect, Qobuz, Tidal und Deezer über die App sowie die Anbindung weiterer Dienste via Chromecast oder AirPlay. Er ist Roon Ready und liefert messtechnisch Topwerte mit niedrigem Jitter und marginalem Rauschen oder Verzerrungen. Er verarbeitet PCM-Dateien bis zu 32 Bit/768 kHz und DSD512..
Volumio Primo V2
Der Volumio Primo (V2) ist der ausgereiftere Nachfolger des 2020 mit dem EISA-Award prämierten Netzwerkspielers. Als „Rundum-sorglos-Lösung“ erhalten Käufer automatisch alle Volumio Premium-Features ohne Abo. Das Gerät überzeugt klanglich durch gute Dynamik und saubere Strukturierung und bietet umfangreiche Streamingmöglichkeiten über die App (u.a. Qobuz, Tidal, Internetradio) sowie Standards wie Airplay, Spotify/Tidal Connect, Roon und UPnP. Die KI-gestützte „Super-Suche“ und optionale Plug-ins (z.B. für DSP-Klang-Anpassung oder YouTube) erweitern die Funktionen. Der Preis liegt bei 799 Euro.
Bluesound Node
Der Bluesound Node (N132) ist die neueste Entwicklungsstufe des erfolgreichen Netzwerkplayers und eine Bank in seiner Disziplin. Er klingt deutlich detailreich, dynamisch und überzeugt mit einer überlegenen Raumabbildung. Mit dem firmeneigenen BluOS-Streaming-System an Bord bietet er ein großes Ausstattungspaket inklusive Multiroom, Spotify/Tidal Connect, Roon und Zugang zu zahlreichen Streaming-Anbietern. Ein integrierter Kopfhörerverstärker (6,35 mm Buchse) rundet das Gerät technisch ab.
Die besten Streamer bis 350 Euro
WiiM Pro
Der WiiM Pro ist ein preiswerter, aber super ausgestatteter Netzwerkplayer. Dieser Streamer ist digital äußerst vielseitig, da er sowohl Google Cast als auch Apple AirPlay unterstützt und über die WiiM Home-App Zugriff auf nahezu alle Streamingdienste (u. a. Spotify Connect, Tidal, Qobuz, Amazon Music) bietet. Ebenso unterstützt er auch Roon und UPnP/DLNA sowie natürlich Internetradio und Bluetooth. Trotz des niedrigen Preises spielt er neutral und impulsiv und kann dank optischem, koaxialem und analogem Cinch-Ausgang problemlos in jede HiFi-Anlage integriert werden.
Bluesound Node Nano
Als besonders preiswerte Einsteigerlösung von Bluesound bietet der Node Nano feinen, dynamischen und tonal ausgewogenen Klang. Er verzichtet – außer einem USB-Anschluss für externe DACs oder Sticks – auf Eingänge und hat auch keinen Subwoofer-Ausgang oder HDMI-Anschluss. Davon abgesehen bietet er das BluOS-Paket mit Multiroom und vielen Streamingdiensten und eignet sich ideal als Klanglieferant für das erste Set-up für den Streaming-Einstieg. Hier bekommt er in seiner Preisklasse ein dickes Plus.
Die besten D/A-Wandler bis 500 Euro
iFi Zen DAC 3
Der iFi Zen DAC 3 verkörpert echtes HiFi zum Einsteigerpreis. Er ist primär für die Verwendung an einem Computer gedacht und gleichzeitig als Kopfhörerverstärker ausgelegt. Hierfür hat er Buchsen im 4,4-mm- und 6,3-mm-Format. Er kann auch in einer HiFi-Kette platziert den Klang von
Streaming-Bridge oder CD-Transport aufwerten, wobei hier zu beachten ist, dass er lediglich über einen USB-Anschluss verfügt. Über diesen verarbeitet er allerdings neben MQA und DSD512 PCM-Dateien bis zu 32 Bit/768 kHz.
Chord Electronics Mojo 2
Der Mojo 2 hat ein sehr kompaktes Maß. Dabei ist er klanglich stark und bietet vielseitige digitale Anschlüsse (USB-C, Micro-USB, koaxial, optisch). Als externer DAC einer HiFi-Anlage benötigt er ein Kabel von 3,5 mm auf Cinch. Darüber kann er den Klang digitaler Quellen verbessern und verarbeitet hohe Auflösungen bis zu 768 kHz und DSD256. Hinter dem LED-Menü verbergen sich viele nützliche Klanganpassungsoptionen: So beherbergt einer der Knöpfe auf der Oberseite ein Menü mit Ein-
stellungen unter anderem für Equalizer und Crossfeed.
