Fixed & Variable Output bei Streamern: was ist der Unterschied?
Die meisten Netzwerkplayer können auf „Fixed“ oder „Variable“ gestellt werden – was bedeutet das, und was ist die richtige Wahl?

Wer einen Musikstreamer oder Netzwerkplayer in seine HiFi-Anlage integriert, stößt in vielen Fällen früher oder später auf die Option zwischen „Fixed“ (festgelegtem) und „Variable“ (variablem) Ausgangspegel. Diese Einstellung bestimmt, an welcher Stelle im Signalweg die Lautstärke kontrolliert wird, kann also auch unter Namen wie „Lautstärkesteuerung (de)aktivieren“ oder „Vorverstärker-Modus“ gefunden werden und wird meistens in der App eines Streamers umgeschaltet. Die Wahl kann Auswirkungen unter anderem auf den Bedienkomfort und die Signalqualität haben.

Doch eigentlich hat diese Auswahl erstmal nichts mit dem Netzwerkplayer an sich zu tun. Denn sie bezieht sich auf die Aktivierung, bzw. Deaktivierung der Lautstärkereglung, was an sich die Hauptaufgabe eines Vorverstärkers ist. Nur haben eben viele moderne Streamer die Funktion des Vorverstärkers bereits eingebaut. Aber dadurch kann die Frage zum Unterschied zwischen Fixed und Variable auch auf Vorverstärker erweitert werden, sowie zum Beispiel auf einige CD-Player oder Digital-Analog-Wandler (DAC), wenn sie ebenfalls eine Lautstärkeregelung bieten.
Was bedeutet Fixed Output?
Im Modus „Fixed Output“ gibt ein Netzwerkplayer das analoge Signal nach der Wandlung durch den internen D/A-Wandler (Digital-Analog-Wandler) mit einem fest definierten, maximalen Pegel aus. In der Regel liegt dieser bei ca. 2,0 Volt für die meistens gängige, unsymmetrische Cinch-Verbindungen (RCA). Diesen Wert testet STEREO im Labor bei jedem Testgerät, und Abweichungen sind extrem selten, abgesehen von vernachlässigbaren Unterschieden von 0,1-0,2 Volt.
In diesem Zustand fungiert der Streamer als reine Quelle. Die interne Lautstärkeregelung des Geräts wird vollständig umgangen („bypass“). Die eigentliche Pegelung findet erst im nachfolgenden Gerät statt, also im Vollverstärker oder Vorverstärker. Dadurch übernimmt der Streamer nur die Wiedergabe der Musik, etwaige Klanganpassungen (z.B. Equalizer oder Raumkorrektur) und die Wandlung in ein analoges Signal.
Ein Streamer, der keinen D/A-Wandler besitzt und der sein Signal nur digital ausgibt, wird übrigens „Streaming Bridge“ genannt. Auch gibt es Player, die zwar einen Wandler bieten, aber keinen Vorverstärker (wie zum Beispiel der Naim NSS 333). Diese finden sich vor allem im High End Bereich, wo Spezialisierung auf eine Aufgabe und Maximierung der Klangqualität über Funktionsvielfalt steht. Bei beiden diesen Gruppen erübrigt sich die Frage nach Fixed vs. Variable Output, da sie nur Fixed bieten.
Was bedeutet Variable Output?
Im Modus „Variable Output“ übernimmt der Streamer oder ein anderes Gerät die Funktion eines Vorverstärkers. Der Ausgangspegel lässt sich über die App, eine Fernbedienung oder einen Drehregler am Gerät absenken. Die Lautstärkeregelung kann dabei entweder digital oder analog ausgeführt werden, was entscheidend für den Klang sein kann.
Aktuelle Netzwerkplayer im Test:
Da ein Streamer mit „Variable Output“ dann die Rolle eines Vorverstärkers übernimmt, braucht es diese Komponente nicht mehr. Also wird der Streamer direkt an die Endstufe oder Aktivlautsprecher (sofern diese keinen eingebauten Vorverstärker bieten) angeschlossen. Ein Streamer kann natürlich auch mit Variable an eine Vorstufe angeschlossen werden. Das macht aber die Signalverarbeitung unnötig komplizierter und kann zu Verwirrung führen, da man dann beide Regelungen beachten muss, ist also nicht zu empfehlen.
Der Unterschied in der Praxis: Vor- und Nachteile von Variable Output
Im Kern ist die Unterscheidung zwischen Fixed & Variable Output bei Netzwerkplayern die Entscheidung, ob man diesen als Vorverstärker nutzen will, oder diese Komponente separat haben möchte. In einem Vollverstärker ist die Vorstufe immer eingebaut. Falls dieser keine separaten Eingänge für seine Endstufe hat, sollte man hier den Streamer also „Fixed“ anschließen.
Hat man aber die Möglichkeit, zwischen „Streamer auf Fixed und Vorverstärker“ oder „Streamer auf Variable“ zu wählen, wird die Entscheidung komplizierter. Nutzt man seinen Streamer auch als Vorstufe, spart man sich eine Komponente inklusive Kabeln, was günstiger ist und bedeutet, dass das Signal weniger verarbeitet wird.

Auf der anderen Seite ist Vorsicht geboten. Ein Software-Fehler oder ein unbedachter Wisch in der App kann den Pegel schlagartig auf 100% setzen. Ohne analogen Begrenzer kann dies Lautsprecher schaden. Zudem verliert man beim Weglassen eines eigenen Vorverstärkers auch dessen Vorteile, etwa die Fernbedienung (viele Streamer bieten nur eine App), die Möglichkeit zum Anschluss von mehr Quellen oder einen besonderen Klangcharakter (z.B. bei einem Röhrengerät).

Abschließend ist die Qualität der Vorverstärker-Sektion auch sehr wichtig. Wenn Sie einen günstigen Streamer an einen hochwertigen Verstärker anschließen, ist es für den Klang wahrscheinlich am Besten, dem Verstärker so viele Aufgaben wie möglich zu überlassen – also etwa auch die D/A-Wandlung und die Lautstärkeregelung. Teurer heißt natürlich nicht automatisch besser, aber für bestmögliche Klangqualität sollte auch die Lautstärkeregelung hochwertig sein. Viele vor allem günstige Streamer bieten diese Funktion eher als „Bonus“, während dedizierte Vorverstärker darauf spezialisiert sind. Zudem setzen Netzwerkplayer oft auf eine digitale Lautstärkeregelung, der eine schlechter Qualität als analoge Schaltungen nachgesagt wird.
Digitale oder analoge Lautstärkeregelung?
Die gängige Empfehlung für beste Klangqualität im HiFi ist, den Streamer auf „Fixed“ zu stellen, und einen Vorverstärker zu nutzen. Doch wieso? Der Grund ist die Unterscheidung zwischen digitaler und analoger Lautstärkeregelung. Streamer bieten meist eine digitale Schaltung, klassische Vor- oder Vollverstärker eine analoge. Bei einer digitalen Regelung wird der Pegel im DSP (Digital Signal Processor) vor der Wandlung reduziert. Bei einer analogen Regelung hingegen kommt nach dem DAC eine analoge Widerstandsleiter oder ein Potentiometer zur Abschwächung des Signals zum Einsatz.

Und einer solchen analogen Regelung wird oft ein besserer Klang nachgesagt als der digitalen Option. Der Grund dafür liegt in der digitalen Mathematik. Eine digitale Reduzierung der Lautstärke bedeutet oft eine Reduktion der Bittiefe. Um ein Signal leiser zu machen, werden Bits „weggerechnet“. Bei einer starken Absenkung kann die effektive Auflösung deutlich sinken, selbst wenn das Ursprungssignal HiRes ist. Das bedeutet ultimativ der Verlust von Informationen, was den Klang verschlechtern kann.
Das wiederum kann bei einer analogen Lautstärkeregelung nicht passieren. Da es dafür spezifische Bauteile braucht, ist eine analoge Schaltung zudem oft teurer, als eine digitale Regelung, die nur den Algorithmus benötigt.
Doch es gibt auch Sonderfälle, vor allem in höheren Preisregionen. Denn natürlich gibt es auch Hersteller von Netzwerkplayern, welche dieses Problem angehen wollen. So haben diverse Marken etwa eine analoge Lautstärkeregelung in ihre Streamer eingebaut (Etwa Eversolo beim DMP-A10). Oder aber die digitale Lautsärkeregelung wird optimiert, bis der Auflösungsverlust so weit in den unhörbaren Bereich verschoben wird, dass er in der Praxis kaum bis nicht relevant ist – zum Beispiel bei Lumin und dem „Leedh Processing“, welches uns auch klanglich im Test überzeugt.
Musikstreamer auf Fixed oder Variable stellen? Unsere Empfehlung
Was am Ende wichtig ist: Der mögliche Unterschied in der Klangqualität von Fixed und Variable Output kommt sehr auf die konkret genutzten Geräte an. Probieren Sie es also aus! Schließen Sie Ihren Streamer (im Variable Mode) direkt an Ihre Endstufe an. Vergleichen Sie den Klang mit der Kette Streamer (auf Fixed) > Vorstufe > Endstufe. Bei diesem Test ist es nur wichtig zu beachten, beim Wechseln vorsichtig zu sein. Falls ein Streamer sein Signal „Fixed“, also auf maximaler Lautstärke, an eine Endstufe gibt und diese keine Schutzschaltung hat, kann der verbundene Lautsprecher durch das zu starke Signal Schaden nehmen!
Der besser Aufbau ist ganz einfach der, in dem es für Sie auf gleicher ausgegebener Lautstärke besser klingt, was besser gefällt. Wenn Sie keinen Unterschied hören, können Sie theoretisch den Vorverstärker weglassen, da Sie dann ein Gerät weniger benötigen. Nur beachten Sie, dass ein Vorverstärker auch dafür gemacht ist, verschiedenste Quellen an die Anlage anzuschließen. Und somit doch wieder zwingend notwendig wird, falls der (besser klingende) Streamer keine Eingänge für Plattenspieler (Phono), Fernseher (HDMI) oder CD-Player (digital/analog) hat.
Fixed vs. Variable Output: Häufige Fragen
Nicht zwangsläufig, aber meistens ja. Fixed Output gibt in der Regel den Maximalpegel aus. Variable Output startet aus Sicherheitsgründen oft nicht bei 100%, oder die maximale Lautstärke muss erst in der App oder am Gerät aktiviert werden. Wenn alles bei „Variable“ auf 100% steht, sollte der Pegel aber identisch zum Fixed Output sein.
Ja, es ist aber nicht empfehlenswert, da dann zwei Lautstärkeregler im Signalweg aktiv sind, was mehr möglicherweise negative Eingriffe ins Signal bedeutet. Steht etwa der Streamer zu leise, müssen Sie den Verstärker weit aufdrehen, was das Grundrauschen verstärken kann. Zudem kann es natürlich zu Verwirrung in der Bedienung kommen, da die Lautstärke an zwei Stellen verändert werden kann.
Das sollten Sie wenn möglich vermeiden. Wenn Sie von einem heruntergeregelten „Variable“-Level auf „Fixed“ umschalten, springt das Gerät sofort auf 100% Ausgangsspannung. Das Signal kann extrem laut sein und im schlimmsten Fall Ihre Lautsprecher beschädigen. Senken Sie die Lautstärke am Verstärker immer auf Null oder schalten Sie ihn aus, bevor Sie den Modus ändern.
Bei der digitalen Regelung wird der Pegel mathematisch im Signalprozessor (DSP) reduziert, was (vor allem bei starken Absenkungen) die Auflösung mindern kann. Bei der analogen Regelung wird das Signal erst nach der Wandlung durch Widerstände oder Potentiometer abgeschwächt. Dies erhält die volle digitale Auflösung. In beiden Fällen kann aber durch eine günstige oder einfache Schaltung des Signal negativ beeinflusst werden, oder durch eine hochwertige Schaltung eben nicht.
