UKW-Radio: Erste Lizenzen bis 2040 verlängert
DAB+ kommt nur schleppend voran, während seit 2010 über die Abschaltung von UKW diskutiert wird. NRW hat nun als Vorreiter Frequenzen bis 2040 zugewiesen.

Der analoge UKW-Rundfunk dominiert weiterhin den Radiokonsum in Deutschland, obwohl seine Abschaltung ursprünglich für 2010 geplant war. Laut öffentlich zugänglicher Quellen machen digitale Wege wie DAB+ und Webradio nur etwa ein Fünftel der Nutzung aus. Der überwiegende Rest entfällt auf analoge Wege, wobei UKW hier als dominant gilt.
Erst letztes Jahr berichteten wir von einer diesbezüglichen Gnadenfrist für die Abschaltung bis 2032. Die Marktdurchdringung von DAB+ verläuft entsprechend langsam. Hörer entscheiden sich selten aktiv für die Digitaltechnologie, sondern kommen meist über Ersatzgeräte (z.B. neue Autoradios) damit in Kontakt. Für die meisten Konsumenten ist das Programm, nicht der Verbreitungsweg, entscheidend.
Die Politik überlässt die Entscheidung über einen UKW-Ausstieg inzwischen weitgehend den Sendern. Da diese an der Analog-Verbreitung festhalten, verlängern die Bundesländer die Lizenzen. Nordrhein-Westfalen geht laut der Plattform digitalfernsehen.de nun einen Schritt weiter und hat als erstes Land Übertragungskapazitäten bis Ende 2040 zugewiesen. Konkret geht es um Frequenzen des Deutschlandradios in Bonn und Wuppertal.
Ob Deutschlandradio diese Frequenzen tatsächlich so lange nutzen wird, bleibt indes fraglich. Der Sender fokussiert sich zunehmend auf die digitalen Wege DAB+ und Internet und hat sich bereits von anderen UKW-Kapazitäten getrennt.
