Streaming +88%, Vinyl +46 %

Vielleicht sind Sie allmählich genervt von den häufigen Wasser­standsmeldungen der Musikindustrie, aber was wir hier erleben, ist schon eine kleine Revolution. Die Einnahmen aus Musik-Streaming in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2016 um 88 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Vor einem Jahr trugen sie gerade mal knapp 13 % zum Gesamtumsatz der Branche bei –…

Vielleicht sind Sie allmählich genervt von den häufigen Wasser­standsmeldungen der Musikindustrie, aber was wir hier erleben, ist schon eine kleine Revolution. Die Einnahmen aus Musik-Streaming in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2016 um 88 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Vor einem Jahr trugen sie gerade mal knapp 13 % zum Gesamtumsatz der Branche bei – jetzt sind es schon über 24 %. Damit haben sie die Download-Umsätze (Anteil 14 %) weit hinter sich gelassen. Aber auch die Vinyl-LP setzte ihren Siegeszug fort – mit +46 % auf einen Umsatzanteil von 4,3 %. Dagegen brachen die CD-Umsätze um fast 10 % ein und tragen jetzt nur noch gut die Hälfte zu den Einnahmen der Branche bei. Insgesamt freut sich die deutsche Musikindustrie über einen Umsatzzuwachs von 3,6 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2015. In die Freude mischen sich aber auch kritische Töne. Prof. Dieter Gorny, Vorstandvorsitzender des Branchenverbandes BVMI, mit Blick auf die Einnahmen der Musiker aus dem Streaming: "Eine Beibehaltung der aktuellen Situation könnte eine deutliche Einschränkung professionellen Musikschaffens zur Folge haben.“ Indes: Was hindert die Labels eigentlich daran, die Musiker fairer an ihren wachsenden Umsätzen und Gewinnen zu beteiligen?