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13.12.2018

Poker um UKW-Sendeantennen

Sendeturm "Colonius" in Köln (Bild: Media Broadcast)

Ach wie war es doch vordem mit Media Broadcast so bequem… Das Unternehmen, ursprünglich eine Tochter der Deutschen Telekom, hatte bis Ende 2015 ein Monopol für den Betrieb von Radio- und TV-Sendernetzen. Lediglich die ARD-Anstalten durften ihre Infrastruktur selbst betreiben. Privatradios, aber auch die ARD-Anstalten in den neuen Bundesländern, übergaben ihre Radio- und TV-Signale am Funkhaus an die Media Broadcast, die sie über ihre eigenen Leitungen zu ihren eigenen Sendern führte und über die eigenen Antennen abstrahlte. Das war für die Media Broadcast, die inzwischen zur Freenet-AG gehört, ein einträgliches Geschäft – bis das Monopol fiel und Konkurrenz auf den Plan trat. Da entschied das Unternehmen, sich von seiner UKW-Infrastruktur zu trennen, und bot Sendernetze und Sendeantennen zunächst den Radioveranstaltern selbst sowie den neuen, konkurrierenden Sendernetzbetreibern zum Kauf an. Was nicht verkauft wurde, kam schließlich unter den Hammer, und zwar Sendernetze und Antennen getrennt. Die Sender gingen im Wesentlichen an zwei neue Wettbewerber, „Uplink“ und „Divicon“, aber auch an einige Radioveranstalter. Für einen Teil der Sendeantennen interessierten sich dagegen Finanzinvestoren. Und die witterten ihre Chance, durch ihre Schlüsselposition in der Übertragungskette hohe Mietpreise für die Nutzung der Antennen durchsetzen zu können. Programmveranstalter und Sendernetzbetreiber weigern sich aber, diese Preise zu bezahlen. Ein weiterer Player in diesem Pokerspiel ist die Deutsche Funkturm, nach wie vor eine Telekom-Tochter, der die Sendemasten gehören. Wenn sich all diese Beteiligten nicht einigen können, droht für etliche UKW-Programme das Aus: für die Deutschlandfunk-Programme, für den ARD-Hörfunk in den neuen Bundesländern und für Privatradios wie FFH in Hessen. Es sei denn, die Bundesnetzagentur oder das Kartellamt greifen ein.

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