Lossless-Streaming bei Spotify: Man höre und staune
Besser spät als nie: Nach etlichen Gerüchten in diese Richtung führt Spotify nun tatsächlich Lossless-Streaming ein.

Während Mitbewerber schon lange „Lossless“-Streaming mit höheren Datenraten anbieten, hielt Spotify bislang an verlustbehaftetem Streaming mit maximal 320 kbit/s fest. Zum Vergleich: selbst bei CD-Qualität mit 16 Bit/44,1 kHz liegt die Bitrate bei 1.411 kbit/s – also über viermal höher. Angekündigt wurde ein „Spotify HiFi“-Angebot bereits Anfang 2021. Auch unter den Begriffen „Supremium“ und „Music Pro“ wurde es seitdem schon gehandelt, passiert war jedoch nichts.
Spotify „Lossless“-Option nur für Premium-Nutzer
Nun beginnt Spotify nach eigenen Angaben damit, die verlustfreie „Lossless“-Audio-Option für Premium-Nutzer anzubieten. Dazu sollen Abonnenten in der App eine Benachrichtigung erhalten, sobald die Funktion für sie freigeschaltet ist. Wer ein kostenloses Abo bei den Schweden hat, hat also das Nachsehen.

Künftig sollen Premium-Abonnenten mit bis zu 24 Bit/44,1 kHz im FLAC-Format bei Spotify Musik hören können. Dies liegt über der gängigen CD-Qualität von 16 Bit/44,1 kHz (in der etwa Deezer streamt) und umfasst laut Spotify nahezu alle verfügbaren Titel. In den Einstellungen soll man je nach Verbindungsart (WLAN, Mobilfunk) und für Downloads neben den Qualitäts-Stufen „Low“, „Normal“, „High“, „Very High“ jetzt auch „Lossless“ auswählen können. Spotify zeigt laut eigenen Angaben dabei an, wie viel Datenvolumen die jeweilige Stufe beansprucht.
Spotify gibt an, dass die „Lossless“-Option auf Smartphone, Desktop und Tablet sowie auf zahlreichen Spotify-Connect-Geräten nutzbar sein soll, darunter Modelle von Sony, Bose, Samsung und Sennheiser. Unterstützung für weitere Geräte, einschließlich solcher von Sonos und Amazon, soll im kommenden Monat folgen. Auch auf Geräten von KEF soll Lossless-Streaming ab sofort ohne Update funktionieren. Ebenso hat Cambridge Audio bereits angekündigt, 24-Bit Streaming mit Spotify Connect und Unterstützung für Qobuz Connect in viele seiner Netzwerkstreamer zu bringen.
Aktivierung der Spotify-Lossless-Option
In der App können Premium-Abonnenten laut Spotify im Menü über „Profil“ / „Einstellungen & Datenschutz“ unter „Medienqualität“ die Option Lossless getrennt für WLAN, Mobilfunk und Downloads einschalten.

Die Aktivierung muss pro Gerät separat vorgenommen werden, wird also nicht im Profil generell festgelegt. Nach Aktivierung kann es, wie Spotify angibt, kurz dauern, bis ein Titel startet. Nach dem Caching soll die Wiedergabe ohne Verzögerung erfolgen.
Kosten und Verfügbarkeit von Spotify Lossless
Lossless ist Bestandteil von Spotify Premium, kostet also keinen Aufpreis. Nachdem das schwedische Unternehmen jüngst seine Abo-Gebühren erhöhte, soll dies vermutlich einen höheren Anreiz bieten, das Abo nicht zu kündigen bzw. ein Premium-Abo abzuschließen. Doch selbst mit Lossless-Streaming hinkt der Marktführer der Konkurrenz weiterhin hinterher. Bei Anbietern wie Tidal, Qobuz, Amazon oder Apple Music kann man Musik in hochauflösendem Format hören, eine Qualitätsstufe über Lossless.
Die Lossless-Einführung erfolgt bei Spotify laut eigenen Angaben bis Oktober schrittweise in mehr als 50 Märkten. Premium-Abonnenten in Australien, Österreich, Tschechien, Dänemark, Japan, Neuseeland, den Niederlanden, Portugal, Schweden, den USA, Großbritannien und auch in Deutschland sollen bereits Zugang zu dem Angebot haben.
