EU-Parlament fordert gerechtere Streaming-Vergütung

Die EU-Kommission soll sich für eine faire Bezahlung auch weniger bekannter Künstler einsetzen. Unterdessen zeigt eine deutsche Statistik, dass ganz überwiegend aktuelle Veröffentlichungen gestreamt werden, darunter sehr viele deutschsprachige.

In einer mit großer Mehrheit angenommenen Entschließung fordern die EU-Abgeordneten, das Ungleichgewicht bei der Verteilung der Einnahmen aus dem Musikstreaming-Markt zu beseitigen, da die Mehrheit der Urheber und ausübenden Künstler derzeit nur eine sehr geringe Vergütung erhält. Das Gros der Einnahmen komme großen Labels und einigen wenigen beliebten Künstlern zugute, während die weniger populären Musikrichtungen und die weniger häufig gesprochenen Sprachen seltener gespielt werden. Die Parlamentarier fordern einen neuen EU-Rechtsrahmen für diesen Sektor, für den es derzeit keine EU-Vorschriften gibt. Zudem sollen die Streaming-Dienste verpflichtet werden, ihre Empfehlungs-Algorithmen transparent zu machen. Und die EU soll Maßnahmen ergreifen, um die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit europäischer Musikwerke sicherzustellen. Dazu soll die Möglichkeit geprüft werden, den Musikstreaming-Plattformen Quoten für Musik aus Europa vorzuschreiben.

Für deutschsprachige Musiker scheint die Lage allerdings gar nicht so schlecht zu sein, wie der Bundesverband Musikindustrie berichtet. Neun der zehn in Deutschland meistgestreamten Musiker mit Titeln, die in den letzten vier Jahren veröffentlicht wurden, waren deutschsprachig. Außerdem zeigt die Statistik, dass Produktionen aus den 2020ern im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte aller Streams beisteuerten. Songs aus den 2010er Jahren machten 30 Prozent aller Streams aus, die aus den 2000ern acht Prozent. Die Jahrzehnte davor landeten zusammengerechnet bei zehn Prozent. Es werden also wenig Klassiker und wenig Oldies gestreamt.

www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20240112IPR16773/musikstreaming-branche-gerechte-bezahlung-fur-kunstler-und-faire-algorithmen

https://www.musikindustrie.de/presse/presseinformationen/aktuelle-deutschsprachige-musik-praegt-das-streaming-jahr-2023-ueber-200-milliarden-abrufe-insgesamt



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