Alles zum neuen STEREO Bewertungsverfahren
Wir wollen uns konstant verbessern – und haben dafür nach viel Feedback einige wichtige Änderungen an unserem Bewertungssystem vorgenommen.

Mit der Ausgabe 01/24 führte STEREO ein neues Bewertungsverfahren in Schulnoten ein, das unser vorheriges Verfahren mit Prozenten und Sternen ablöste. Es war an der Zeit für eine Modernisierung – und wir stehen voll hinter dieser Änderung. Das neue Verfahren war deutlich transparenter, kritischer und berücksichtigte alle Aspekte eines jeden Testgeräts ganzheitlich.
Allerdings ist die Klangbewertung nach Schulnoten angesichts der enormen Preisspanne unserer Testgeräte problematisch. Um günstige, aber gute Geräte nicht im absoluten Vergleich zur Spitzenklasse ungerechtfertigt abzustrafen, haben wir alle Testergebnisse der letzten zwei Jahre nach Preisklassen gegliedert.
Das bisherige Problem
Es erreichten uns bald immer wieder Zuschriften, die oft viel Positives zu sagen hatten, jedoch scharf die fehlende Vergleichbarkeit zwischen den Preisklassen kritisierten. Ein Leser schrieb kürzlich etwa Folgendes:
»Die Einteilung von Klangqualitäten in von Ihnen willkürlich gesetzte Preisklassen ist für mich nicht nachvollziehbar. In der Preisklasse 5.000–10.000 € steht die Canton Reference 5 mit einer Klangqualität von 1,3. In der Preisklasse darüber hat die Gauder Akustik Capello 80 AL DV einen deutlich höheren Preis, aber nur ein Klangurteil von 1,8. Wie kann ich solche beiden Lautsprecher nun vergleichen?«
Die unbefriedigende Antwort lautete schlicht: gar nicht! Die Zuschriften häuften sich, und mit unserer Leserbefragung aus STEREO 11/25 war für uns klar: Wir müssen handeln! Hier stellte sich heraus, dass knapp 21 Prozent sehr unzufrieden mit der Bewertung innerhalb geschlossener Preisklassen waren – rund 50 % vergaben maximal drei von fünf Punkten.

Das war die mit Abstand niedrigste Bewertung in der gesamten Befragung. Hinzu kamen Hunderte von Kommentaren, die unsere Verwendung von Preisklassen bemängelten. Wir haben uns also der Herausforderung gestellt, ein besseres Verfahren zu entwickeln. Das Ergebnis möchten wir Ihnen hier vorstellen.
Das neue System: Klangqualität ist das wichtigste!
Ab sofort, mit der STEREO-Ausgabe 01/26, gilt ein neues Bewertungssystem, das die ideale Verschmelzung aus Alt und Neu darstellt. Alle Noten der letzten beiden Jahre bleiben erhalten, während wir gleichzeitig wieder eine absolute Klangskala einführen konnten, wie wir sie bis 2023 verwendeten. Dafür haben wir die Bewertungen aufgeteilt: Klang wird nun auf einer Skala bis maximal 100 Punkte für sich allein bewertet. Preisklassen gibt es keine mehr. Ergänzt wird die Bewertung durch eine Praxis-Note, die nichts anderes ist als die bisherige Gesamtnote unter Ausschluss des Klangs. Die Sortierung im Testspiegel erfolgt wieder nach Klang.
Damit die Ergebnisse der letzten beiden Jahre erhalten bleiben, musste für jedes getestete Gerät die Praxis-Note errechnet werden. Dafür haben wir die Prozentanteile der Gesamtnote, die vorher auf den Klang entfielen (z. B. 60 %), gleichmäßig auf alle restlichen Testpunkte verteilt, sodass deren summierte Gewichtung wieder 100 % ergibt.
Aufwendige Umrechnugen zugrunde
Für jedes Testgerät galt es ferner, aus der ursprünglich vergebenen Klangnote, nun die entsprechenden Klangpunkte zu errechnen. Dafür haben wir feste Punkte-Bänder pro Preisklasse festgelegt. So bekam etwa in der Rubrik Vollverstärker die Preisklasse „über 10.000 €“ das Punkteband 91–100 zugewiesen. Innerhalb dieses Bandes wurden nun alle Schulnoten nach dem immer gleichen Schlüssel umgerechnet in Punkte. Das obere Ende des Punktebands ist dabei der „1,0“ vorbehalten, während das untere Ende der in dieser Preisklasse niedrigsten vergebenen Note zugewiesen wurde. Das ist die zugehörige Formel:
Punkte = round( B_max – ( (n – 1,0) / (n_min – 1,0) ) * (B_max – B_min))
Natürlich haben wir alle neuen Bewertungen nach der Umrechnung aufmerksam geprüft. Dabei haben wir ganz besonders auf die Grenzbereiche zwischen ehemaligen Preisklassen geachtet und die inhaltliche Konsistenz und Korrektheit aller Klangpunkte mit Adleraugen gecheckt. Wo die mathematische Umrechnung nicht perfekt war, haben wir manuell eingegriffen, was aber nur selten notwendig war. Wir sind davon überzeugt, dass diese neue Reihenfolge die Realität ausgezeichnet widerspiegelt. Ab dieser Ausgabe wurden bereits keine Umrechnungen mehr vorgenommen. Die Preisklassen sind damit Geschichte, und der Klang ist wieder das Maß aller Dinge!
Sie sind gefragt: Leserumfrage
Die beschriebenen Änderung haben wir aufgrund Ihres Feedbacks vorgenommen. Wir bedanken uns bei jedem Einzelnen, der sich die Zeit genommen hat, uns Leserbriefe zu schreiben oder an der Leserbefragung teilzunehmen. Um diesen Austausch aufrecht zu halten, spielen wir Ihnen den Ball direkt zurück: im folgenden finden Sie eine kleine Befragung zum neuen Bewertungsverfahren. Sagen Sie uns Ihre Meinung – wir sind gespannt!
