Memento Mori: Mexico City PopPopSynthie-Pop

Memento Mori: Mexico City

Depeche Mode

Depeche-Mode-Konzerte sind seit vielen Jahren weltweite Großereignisse, die Millionen in die Stadien ziehen. Der Wunsch, diese Shows für die Nachwelt zu bewahren, liegt daher nahe. „Memento Mori: Mexico City“ ist nach „Live In Berlin“ (2014) und „Spirits In The Forest“ (2020) bereits der dritte offizielle Live-Release der Briten im aktuellen Jahrtausend und dokumentiert über gut zwei Stunden die drei ausverkauften Konzerte im Foro-Sol-Stadion, bei denen Dave Gahan und Martin Gore im September 2023 mit ihrer Liveband gastierten: Peter Gordeno an Keyboard und Bass und Christian Eigner an den Drums – der Platz des verstorbenen Keyboarders Andrew Fletcher blieb leer. Zeitgleich erscheint mit „Depeche Mode: M“ ein Konzertfilm auf Blu-ray und DVD, ebenfalls in Mexiko-City aufgenommen. Was dieses Livealbum besonders stark macht, ist seine Lebendigkeit: Das Publikum wurde relativ laut gemischt, sodass jede ekstatische Regung auf Ansagen, Zwischenrufe oder Moves von Dave Gahan deutlich zu hören ist. Depeche Mode spielen zwar nicht immer perfekt – gerade im Gesang wurde der eine oder andere schiefe Ton belassen –, aber mit viel Verve und Atmosphäre, was durch den weiten, räumlichen Sound unterstrichen wird. Die Setlist enthält dankenswerterweise auch viele neuere Songs, darunter mit „My Cosmos Is Mine“, „Wagging Tongue“, „Speak To Me“, „Soul With Me“ und „Ghosts Again“ gleich fünf Tracks aus dem titelgebenden „Memento Mori“-Album. „World In My Eyes“ ist dem verstorbenen Fletch gewidmet, weitere emotionale Höhepunkte bieten das ausgedehnte „Enjoy The Silence“ sowie der famose Abschluss „Personal Jesus“. Für Fans besonders interessant: Enthalten sind auch vier exklusive Studiotracks aus den „Memento Mori“-Sessions, von denen vor allem „In The End“ heraussticht. Für Sammler empfohlen: die farbigen Vinyl-Ausgaben mit vier LPs.

Musik: | Sound:

Columbia

09.12.2025 | Rezensent: Blach, Sascha