Musik-Rezensionen: die besten Alben aus Pop, Jazz, Klassik

Hate That I Care PopRock

Hate That I Care

Dea Matrona

Weibliche Rock- und Popduos sind öfter Fans berühmter Bands und legendärer Idole, die Wilson-Schwestern beispielsweise (berühmt geworden als Heart) auch musikalisch Led Zeppelin nacheifernd, First Aid Kit schwärmerische Verehrer der Carter Family. Mollie McGinn und Orláith Forsythe musizieren seit zehn Jahren unter dem etwas bizarren Namen Dea Matrona (angeblich die göttliche Übermutter aus der keltischen Mythologie) und suchen die Gunst eines auch nicht alltägliche Musik schätzenden Publikums. Gleichwohl machten aus ihrem Faible für Vorbilder wie Fleetwood Mac, Led Zeppelin und The Cranberries nie einen Hehl. Mit dem Ohrwurm „Dead Man’s Heart“ demonstrierten sie auf dem Debütalbum ihre Kompetenz in Sachen Honky Tonk Country, und der Psych-Folk-Rock-Ohrwurm „Black Rain“ war so exzellent aufgenommen wie alles auf „Rumours“. Beim zweiten komplett in Eigenregie produzierten Album legten sie einmal mehr allergrößten Wert auf perfekte Vokalharmonien. Die sind manchmal dezent aber selbstbewusst im Mix und dann wieder sehr dominierend in den Vordergrund gemischt. Nicht sentimentale, aber doch leicht nostalgische Anklänge an Rockklassiker der 1980er-Jahre findet man in den Melodien und dem Retro-Charme der gesamten Produktion. Einen Allzeit-Ohrwurm wie die irischen Kollegen von den Cranberries mit „Dreams“ hat das Duo noch nicht komponiert. Aber der Ehrgeiz, mit jedem der sehr unterschiedlich produzierten Songs unmittelbar um Respekt und Gunst der Zuhörer zu buhlen, ist unverkennbar. Das gilt auch für den thematisch stark aus dem Rahmen fallenden, weil ziemlich politischen „A Rebel Song“, der mit den Versen „Bullets on the floor / The devil’s on your shoulder / Guardian angels walked out the door“ an die Bürgerkriegszustände in Irland vor noch gar nicht so langer Zeit erinnert.

Musik: | Sound:

AWAL

10.06.2026 | Rezensent: Schöler, Franz

Enable Notifications OK No thanks