Musik-Rezensionen: die besten Alben aus Pop, Jazz, Klassik

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Small Talk

Whitney

Nach dem Ende des Punk-Glamrock-Trios reformierten sich Julien Ehrlich und Max Kakacek mit handverlesenen Kollegen, weiter Songwriter eines Ensembles mit hochfliegenden Ambitionen und Schlagzeuger Ehrlich auch bei Prog-Rock-Abstechern mit seinem Falsett prominent in den Vordergrund gemischt, die Stimme ab und zu auch dezent „double-tracked“. In ihrem Perfektionsdrang fühlten sie sich von Beginn an beim Debüt „Light Upon The Lake“ dem um 1970 selbstverständlichen Ethos – dem von Crosby Stills & Nash, Harry Nilsson, Pink Floyd e tutti quanti bekannten Perfektionsdrang – auch und vor allem bei Aufnahmen und Mixes der Vokalharmonien verpflichtet. Mehrere Songs des dritten Albums thematisieren problematische und zerbrochene Beziehungen, „Dandelion“ Nachwehen und Herzschmerz mit den Versen „Might take a year to catch my breath / Shake it off / Find a new address / Fall back in love with central time“. Stargast im Duett mit Ehrlich ist die wunderbare Madison Cunningham. Der für seine Arbeit mit Prominenz wie Mavis Staples, Iron & Wine und Nathaniel Rateliff gerühmte Brad Cook, 2022 Produzent des Whitney-Albums „Spark“, hatte der Band geraten, die neuen Songs selber zu produzieren. Das ist ihr über handwerkliche Perfektion hinaus staunenswert gut gelungen. Die Bläser zeichnen sich durch viel Faible für Soulqualität aus, ohne altmodisch anzumuten, der Kollege an der Trompete gelegentlich eindrucksvoll mit kurzen Soli zu hören. Bei den großorchestralen Arrangements sind die Streicher perfekt integriert. Das Piano sorgt manchmal unvermittelt für hübsche instrumentale Tupfer. Bei den Aufnahmen profitierten sie davon, dass der Vater von Julien Ehrlich über Jahrzehnte hinweg gutes Aufnahmeequipment gesammelt hatte. Das konnten sie jetzt für diese analog klingenden Aufnahmen verwenden.

Musik: | Sound:

AWAL

12.01.2026 | Rezensent: Schöler, Franz