Musik-Rezensionen: die besten Alben aus Pop, Jazz, Klassik
KlassikBarock
Elgar & Beach: Piano Quintets
Amy Beach,Edward Elgar,Garrick Ohlsson,Takács Quartet
So wiedererkennbar das Coverdesign seit dem Wechsel zu Hyperion ist, so markant ist auch der ganz eigene Sound des Takács Quartet. In der ursprünglichen Besetzung noch gänzlich ungarischer Herkunft, ist die in Colorado beheimatete Formation seit Mitte der 1990er-Jahre Schritt für Schritt in die nächste Generation übergegangen. Geblieben ist indes ihr charakteristischer Klang, der bei aller kammermusikalischen Intensität auch im Solo bemerkenswert satt und erdig wirkt, im homofonen Satz bisweilen gar sinfonisch aufblüht. Dem bei jeder Einspielung von neuem gezeigten interpretatorischen Selbstbewusstsein entspringt schließlich auch jene kantige Rhythmik, die den bei der Gattung eigentlich so konstitutiven Konversationston vergessen macht: Das Takács Quartet unterhält sich nicht mit gelehrt-genügsamer Con- tenance, es lässt auch die hinter den Tönen stehenden Emotionen zu Wort kommen. Insofern erscheint es nur konsequent, dass sich das Ensemble seit Jahren auch dem weitaus großflächiger und pastos gedachten Klavierquintett widmet. Das Repertoire wird nun konsequent durch die beiden Kompositionen von Edward Elgar (a-Moll op. 84) und Amy Beach (fis-Moll op. 67) erweitert, die beide wahrlich keine Selbstläufer sind: Elgar etwa gibt sich sperrig, Amy Beach muss immer noch entdeckt werden. Nach der Zusammenarbeit mit Marc-André Hamelin übernimmt nun erstmals Garrick Ohlsson den Klavierpart als mitgestaltender Partner. Akustisch ist das famos aufspielende Quartett allerdings gegenüber dem Flügel etwas zurückgesetzt.
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14.10.2020 | Rezensent: Kube, Michael