Musik-Rezensionen: die besten Alben aus Pop, Jazz, Klassik

Dmitri Schostakowitsch: Violin Concertos No.1 & 2 (opp.99 & 129) KlassikBarock

Dmitri Schostakowitsch: Violin Concertos No.1 & 2 (opp.99 & 129)

Dmitri Schostakovich,Alina Ibragimova,Staatliches Russisches Akademisches Sinfonieorchester „Evgeny Svetlanov“,Vladimir Jurowski

Mit einem Repertoire, das gern auch einmal den Mainstream verlässt, hat sich Alina Ibragimova bei Hyperion eine ansehnliche Diskografie aufgebaut, auf einem konstant hohen künstlerischen Niveau. Jetzt ist Dmitri Schostakowitsch hinzugekommen, und hier nicht nur das populäre erste Violinkonzert, sondern auch das immer noch wenig beachtete, ebenfalls für David Oistrach geschriebene Schwesterwerk von 1967. Immer mehr Geiger interessieren sich für dieses späte Konzert, das introvertierter und weniger äußerlich daherkommt und wohl deshalb nicht so häufig im Konzert erklingt. Alina Ibragimova profiliert sich als hochexpressive Geigerin mit fein schattierendem Ton, der auch eine große dynamische Spannweite kennt. Immer wieder nimmt sie sich zurück in extremes Pianissimo, einen Flüsterton an der Hörschwelle, etwa im „Nocturne“ des ersten Konzertes. Im Kontrast dazu gibt es messerscharfe Präzision, motorisches Drängen und explosiven Zugriff wie im Finale, der „Burleske“. Der Übergang in diesen furiosen Satz wirkt sehr effektvoll als Kontrasterlebnis nach der epischen „Passacaglia“ und der langen Kadenz. All diese gestalterischen Parameter werden auch im zweiten Konzert wirksam, das ebenso zum Hörerlebnis wird. Dieses Changieren zwischen vergrübelter Intimität und flammender Expressivität ist auch hier ausdrucksbestimmend. So nimmt das eher sperrige, nicht ganz leicht zugängliche Werk vollends gefangen. Orchester und Dirigent gestalten auf Augenhöhe mit, Klangbalance und Transparenz sind vorbildlich!

Musik: | Sound:

Hyperion

Listen on:

14.10.2020 | Rezensent: Hornig, Norbert

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