Musik-Rezensionen: die besten Alben aus Pop, Jazz, Klassik

Bach: Concertos for Harpsichord & Strings, Vol. 1 KlassikBarock

Bach: Concertos for Harpsichord & Strings, Vol. 1

Johann Sebastian Bach,Masato Suzuki,Bach Collegium Japan

Gleich der Beginn dieses Programms ist eine nicht zu überhörende Aussage: Ein zartes Atmen, dann bricht das erste Ritornell von Johann Sebastian Bachs vielleicht bemerkenswertestem Cembalokonzert los, dem rauen, großangelegten d-Moll-Konzert BWV 1052. Das Ensemble aus einfach besetzten Streichern artikuliert mit Härte, auch behutsam gliedernd – in einer Differenziertheit, die vom Solo-Cembalo allerdings geradezu überrannt wird. Das liegt eher nicht an der Abmischung – die Balance der räumlich klaren und warmen Aufnahme wirkt glaubwürdig –, sondern an Virtuosität und Wildheit der Solopartie, die Masato Suzuki überzeugend herausarbeitet. Besonders intensiv gelingt das Adagio. Möglicherweise hätten die Ecksätze des fast monumentalen Konzerts aber eine größere Besetzung vertragen. Weniger breit und aufwühlend, aber ähnlich brillant sind die Konzerte f-Moll BWV 1056 und E-Dur BWV 1053 angelegt, und sie werden ebenso detailfreudig musiziert. Auch hier sorgt die Besetzung für eine Betonung der Solopartie. Wie empfindlich diese Balance ist, zeigt Masato Suzukis eigene Rekonstruktion des Cembalokonzerts d-Moll BWV 1059, das nur als Fragment des Kopfsatzes erhalten blieb; der ganze Satz und zwei weitere mit konzertanter Orgel, die das Konzert in Tonart und Affekt komplettieren, sind in der Kantate BWV 35 erhalten. Hier tritt eine Oboe zu den Streichern, und obwohl sie nicht konzertant geführt wird, rückt das Tasteninstrument mit seinen Umspielungen sofort in den Mittelgrund. Dem expressiven, stark chromatischen zweiten Satz tut gerade das gut. Insgesamt bleibt der Eindruck eines perfekt eingespielten Ensembles, das in Einzelheiten einen Hauch unter seinen Möglichkeiten bleibt.

Musik: | Sound:

BIS

14.10.2020 | Rezensent: Sprondel, Friedrich

Enable Notifications OK No thanks