Musik-Rezensionen: die besten Alben aus Pop, Jazz, Klassik
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Valentine
Bill Frisell
Wie nur wenige andere Gitarristen versteht es Bill Frisell, die musikalischen Facetten seiner stilistischen Vielseitigkeit stets neu auszuloten. Mit unbeirrbarer Konsequenz fließen in seiner Musik Elemente aus Blues, Jazz, Rock, Country und World Music ein. Auch auf seinem aktuellen Trio-Album „Valentine“ setzt er diese Strategie ein. Anders als im Cover-Text angedeutet wird, nahm er mit kleinen Besetzungen schon lange zuvor zahlreiche Platten auf. Angefangen bei seinem im Jahr 1982 für ECM eingespielten Debüt „In Line“ – im Duo mit dem Bassisten Arild Andersen – bis hin zu den 2016 im New Yorker „Village Vanguard“ aufgezeichneten Alben „Small Town“ und „Epistrophy“ im Duo mit dem Bassisten Thomas Morgan, der auch auf „Valentine“ dabei ist. Dazu gesellt sich Drummer Rudy Royston. Ein Trio, mit dem Frisell schon lange zusammenarbeitet und in den letzten Jahren ausgiebig tourte. Wie geschickt Royston Frisells folkloristisch angereicherte Gitarrenlicks in „Baba Drame“ – einem Stück des afrikanischen Musikers Boubacar Traore – perkussiv untermalt und Thomas Morgan dazu verbindende Strukturen kreiert, zeugt von der künstlerischen Einheit der Protagonisten. Dabei sind die meisten Tracks von Bill Frisell. Der thematisch verzwickte Titelsong erinnert an die Kompositionen von Thelonious Monk. Gegen Ende der schnellen Neobop-Improvisation kommt es zu motivreichen Dialogen des Leaders mit dem Rhythmus-Team. Frisells Affinität zu Country-Klängen kann er in dem Stück „Keep Your Eyes Open“ frönen. Großartig!
Musik: | Sound:
Blue Note/ UniversalListen on:
14.10.2020 | Rezensent: Filtgen, Gerd