Musik-Rezensionen: die besten Alben aus Pop, Jazz, Klassik

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Conspiracy

Terje Rypdal

Sein Sound ist unverkennbar. Das allein schon müsste Terje Rypdal in den Olymp der Gitarrengötter katapultieren. Seit Jahrzehnten ist der Norweger auf seiner einzigartigen Klangreise unterwegs – im Gepäck die geliebte Fender Stratocaster, die er zum Singen bringt, mit Zerrlauten belegt, mit der er melodische Linien zeichnet – oft auch mit breitem orchestralen Pinsel. Auf seiner neuen CD „Conspiracy“ finden sich all diese musikalischen Ingredienzen noch einmal wie im Brennglas gebündelt. So macht die Einspielung ein großes Zeitfenster auf: 1978 erschien eine Platte ganz ohne Titel. Über der wundersam dunklen Landschaftsaufnahme, die das Cover zierte, standen da einzig die Namen der Akteure: Terje Rypdal, Miroslav Vitous, Jack DeJohnette. Drei Jahre später folgte „To Be Continued“ ein weiteres Album in derselben Besetzung. Mehr noch als manch andere Platte Rypdals erinnert „Conspiracy“ an diese frühen Trioaufnahmen mit ihrem musikalischen Raumgefühl. Das expressive Beckenspiel von Drum-Veteran Pal Thowsen (mit dem Rypdal bereits vor 40 Jahren gespielt hat und der hier furios zum heimlichen Star des Quartetts avanciert) und die sanglichen Linien, die Endre Hareide Hallre auf dem bundlosen E-Bass hervorbringt, verstärken die Soundgemälde, ebenso wie Keyboarder Stale Storlokken, der schon bei Rypdals Meisterwerk „Vossabrygg“ dabei war. Hier bedient er die Orgel, entlockt ihr warme Grundierungen. Und wie immer bei Rypdal frönt das Album der Gleichzeitigkeit von Jazz und Rockigem. Wunderbar, dass „Conspiracy“ auch als LP erscheint! Im Regal gehört sie damit direkt neben die beiden frühen Trioplatten.

Musik: | Sound:

ECM / Universal

14.10.2020 | Rezensent: Urbach, Tilman

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