Musik-Rezensionen: die besten Alben aus Pop, Jazz, Klassik

Clouds JazzCreative Music/ContemporaryKlassikadaption

Clouds

Adam Baldych,Vincent Courtois,Rogier Telderman

Das ist eigentlich ein klassisch besetztes Trio: Klavier, Geige und Cello. Und es kommt hier tatsächlich besonders wohlfühlig daher. Es wurzelt klar im Jazz und greift doch weiter aus – jenseits aller Kategorisierung. Vor zwei Jahren traf Geigenvirtuose Adam Baldych den Cellisten Vincent Courtois und den Pianisten Rogier Telderman beim „Sound of Europe Festival“ im niederländischen Breda. Keine 24 Stunden später saßen und standen sie umjubelt gemeinsam auf der Bühne. Jetzt ist ihr erstes Studioalbum herausgekommen. Zu hören ist ein beinahe intuitives Musikverständnis, ein sinnliches Interagieren und geradezu wolkenloses Miteinander. Schon im ersten titelgebenden Song macht das Klavier mit wenigen arpeggierten Akkorden den Raum auf, die Geige setzt den klanglichen Kontrapunkt, bevor sich dunkel und satt das Cello einfügt. In wunderbarer Trioarbeit geht es weiter. Alle drei Akteure haben eigene Songs beigesteuert. Nun ist das Konzept akustischer Instrumente, die den Raum ausschreiten, nicht eben neu. Aber hier gelingt es traumhaft. Das ist vor allem Baldychs überragender Musikalität geschuldet. Die Aufnahmetechnik rückt dabei den Instrumenten auf die Pelle. Und nivelliert jeden Größen- und Lautstärkeunterschied. Tatsächlich meint man die Fasern eines jeden Bogens zu spüren. Und wenn Rogier Telderman die Tasten herunterdrückt, hört man den ganzen Körper des Flügels mit. Dass alle drei Musiker über einen klassischen Hintergrund verfügen, hört man deutlich. Möchte man ein Attribut vergeben, das diese Musik beschreibt, so ist es die Melancholie. Unter ihrer atmosphärischen Dunstglocke entdecken die drei ihr ganz persönliches Traumland.

Musik: | Sound:

ACT / Edel

14.10.2020 | Rezensent: Urbach, Tilman

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