Musik-Rezensionen: die besten Alben aus Pop, Jazz, Klassik

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Still Screaming

Subway Jazz Orchestra

Seit seiner Gründung 2013 gehört das nach ihrer Kölner Spielstätte benannte Subway Jazz Orchestra zu den spannendsten Formationen der jüngeren deutschen Big-Band-Geschichte. Die nicht nur mit starken Stücken aus eigenen Reihen glänzt, sondern gern auch mal über den Tellerrand des Jazz schaut – und dann etwa Elvis, Britpop oder Motown-Klassiker druckvoll zu Gehör bringt. Der Titel des vierten und jüngsten Albums „Still Screaming“ ist natürlich – obschon in Vor-Corona-Zeiten eingespielt – ein veritables Lebenszeichen der mit lauter Musikern um die 30 Jahre besetzten Band. Und gleichzeitig eine Referenz an den Erstling „Primal Scream“ von 2016. Was damals schon in atemberaubender Präzision ein opulentes Breitwand-Vergnügen war, hat sich seither zu unglaublich dynamisch, melodisch und rhythmisch schillernder Klanggewalt verdichtet. Unter Leitung von Stefan Karl Schmid, der neben zwei Originals das Arrangement zu „Draumalandiđ“ des isländischen Komponisten Sigfús Einarsson (1877-1939) beisteuerte, entfalten kompakte, immer wieder gewitzt aufgebrochene Bläsersätze – stark das schneidend scharfe Blech – über treibenden Fundamenten einen wirkmächtigen Zauber. Wofür etwa „Wursthunger“ von Johannes Ludwig steht, der gleich darauf mit „Dance You Little Cheerful Bundle Of Joy“ hinreißend zeigt, dass er und das SJO auch in filigraneren Gefilden punkten können. Nur vordergründig konventionell, ist Jens Böckamps „The Blaze“ ein exemplarisches Vehikel für die durchgängige Grandezza wechselnd solierender Bläser, während Schmids „Mr. Palmer“ delikat den Gitarristen Philipp Brämswig vorstellt. Wie alle Tracks ein raffiniertes Vergnügen

Musik: | Sound:

Float Music / Galileo MC

14.10.2020 | Rezensent: Thielmann, Sven

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