Sarah Willis | Mozart y Mambo

„Mozart y Mambo“ – das klingt exotisch und schwungvoll, und so kommen die Tracks auch rüber: Die britische Hornistin Sarah Willis musiziert mit kubanischen Orchestermusikern und nimmt dabei hauptsächlich Wolfgang Amadeus Mozart aufs K(H)orn. „Die Entführung aus dem Serail“, das Hornkonzert und die „Kleine Nachtmusik“, unterlegt mit trockenen Congaklängen, Holzratsche und dem „kubatypischen“ Tanzrhythmus. Das macht Spaß zu hören und ist auf hohem Niveau interpretiert.

Doch wer sich durch die Filme der DVD schaut, muss auch immer mal schlucken. Eine blonde Frau im türkis-glitzernden Kleid allein unter People of Colour. Sie im Rampenlicht, die übrigen im Orchester, gelegentlich mit Soloeinsätzen an Flöte, Saxofon und Trompete dabei. Natürlich ist es dankenswert, wenn gutbetuchte und bekannte Musiker sich für in Europa weniger bekannte Nationen einsetzen. Doch muss das so eurozentristisch geschehen? Werden so nicht erst „Randgruppen“ in den Köpfen westeuropäischer Betrachter gebildet?

Wer sich mit kubanischer Musik auskennt, weiß, dass diese stilbildend für viele Arten des amerikanischen Jazz war und ist. Hier braucht sich niemand zu verstecken. Doch selbst der vielgepriesene Mambo muss sich hintanstellen. Denn improvisiert wird kaum. Wenn man den Fokus auf die (Nachwuchs-) Musiker des klassischen Kanons legen will, dann vielleicht mit etwas mehr Fingerspitzengefühl. Dennoch hinterlässt die Aufnahme starke Eindrücke, etwa „Dos gardenias“ von Isabel Carillo mit seiner traurigen Trompetenmelodie (Harold Madrigal). Auch erwähnenswert (neben vielen anderen) ist Yuniet Lombida am Saxofon und als Arrangeur.

Mirjam Schadendorf

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Sarah Willis: Mozart y Mambo; Sarah Willis (fr-h), José Mendez Patron (cond), Havana Lyceum Orchestra; alpha classics/Outhere (DVD)

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