Robin Ticciati | Rachmaninov: Sinfonie Nr. 2

Bislang hat Robin Ticciati, seit 2017 Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, mit diesem Klangkörper vor allem französische (Debussy, Ravel, Duparc, Duruflé) und deutsch-österreichische Musik (Bruckner, Strauss) aufgenommen. Nun folgt mit Rachmaninows Zweiter das erste Album mit russischem Repertoire.

Auch wenn diese Sinfonie inzwischen zum Standard-Repertoire zählt und sich zahlreiche Dirigenten ihrer angenommen haben, sind hundertprozentig überzeugende Aufnahmen dieses Opus nach wie vor nicht allzu häufig auf dem Markt zu finden. Selbst Simon Rattle konnte mit seiner in London (mit dem LSO) entstandenen Einspielung nicht wirklich reüssieren – und das liegt nicht nur daran, dass er, wie viele andere Pultheroen auch, auf die Wiederholung der Exposition des Kopfsatzes verzichtet hat.

Robin Ticciati gelingt hier indes eine regelrechte Sternstunde. Zum einen liegt dies am wunderbar warmen, transparenten und dynamischen Klangbild (damit konnte das Barbican Centre, wo Rattles Aufnahme entstand, nicht dienen), zum anderen dirigiert er wirklich die ungekürzte Originalfassung. Vor allem aber liegt es daran, dass Ticciati auf die zahlreichen Oberflächenreize der Musik (sowohl klanglich wie emotional) zwar nicht verzichtet, aber sie an keiner Stelle in den Vordergrund stellt. Das Werk entwickelt sich folgerichtig aus den kleinsten motivischen Bausteinen. So klingt Rachmaninow unter seinen Händen gleichermaßen tief romantisch wie sinfonisch-logisch. Und Ticciati gelingt dies mit natürlich fließenden Tempi. Rachmaninow selbst, der Sentimentalität  in seiner Musik verabscheute, hätte wohl schnellere Tempi gewählt – aber Ticciatis Lesart sicherlich goutiert.

Thomas Schulz

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Robin Ticciati | Rachmaninov: Sinfonie Nr. 2

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Rachmaninow: Sinfonie Nr. 2; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Robin Ticciati (2020); Linn

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