Nikola Djoric | Bach & Piazzolla

Um sie den Umständen der jeweiligen Aufführungen anzupassen, hat Bach einige Kompositionen bearbeitet. Die Cembalokonzerte etwa, die er für seine wöchentlichen Auftritte im legendären Leipziger Café Zimmermann mit dem von ihm geleiteten Collegium Musicum anfertigte, gehen ausnahmslos auf Kompositionen zurück, die zu seiner Zeit als Köthener Kapellmeister entstanden waren. Nikola Djoric hat also jede Berechtigung, sich diese Stücke anzueignen und auf seinem Instrument, dem Akkordeon, zum Besten zu geben.

Er braucht dafür den Bach’schen Notentext gar nicht zu bearbeiten, denn alles ist auf dem neuen Medium spielbar – zumindest dann, wenn man, wie er, keine spieltechnischen Einschränkungen kennt. Als der erste „Schock“ vorbei war, konnte sich dieser Zuhörer sehr schnell mit den für diese Musik ungewöhnlichen Klangfarben anfreunden, die dem akustischen Eindruck eines Orgelpositivs doch nicht allzu fern liegen. Problematischer scheint die artifizielle Klangbalance, die das etwas steif musizierende Orchester zu sehr hinter dem Solisten „versteckt“.

Noch näher verwandt ist das ursprünglich aus Wien stammende Akkordeon mit dem in Krefeld entwickelten Bandoneon, das in Folge seiner Auswanderung nach Argentinien zum emblematischen Instrument der Tangomusik werden sollte. Das hier eingespielte Konzert von Astor Piazzolla bietet Djoric ein weiteres Vehikel, seine Virtuosität unter beeindruckenden Beweis zu stellen. Dabei wird das Akkordeon geschickt in schöne Orchesterfarben eingebettet, und die prominenten Schlagzeugpartien sorgen für einige Gänsehautmomente: Immerhin ist das Werk nach dem höchsten Berggipfel Südamerikas benannt!

Carlos María Solare

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Bach: Konzerte für Cembalo in g-Moll und d-Moll; Piazzolla: Konzert für Bandoneon „Aconcagua“; Nikola Djoric, Kurpfälzisches Kammerorchester (2019); Berlin Classic

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