Foto: Lena Mucha

DR. DR. DANIELE G. DAUDE

Ein Gespräch mit der Musik- und Theaterwissenschaftlerin Dr. Dr. Daniele G. Daude über ­Schwarze Menschen in der klassischen Musik.

Sie haben selbst die Erfahrung gemacht, in einem musikalischen Umfeld die einzige Schwarze Person zu sein: als Doktorandin der Musikwissenschaft in Paris, als Doktorandin der Theaterwissenschaft in Berlin, als Geigerin in Jugend- oder Studierendenorchestern in Frankreich und Berlin. Wie kommt es, dass so wenige Schwarze Menschen in der klassischen Musik präsent sind?

Es geht nicht nur um Schwarze Menschen, sondern um alle, die nicht-weiß sind, also Indigene oder People of Color. Und es gibt sehr viele Möglichkeiten, auf diese Frage zu antworten. Fangen wir mit der Ausbildung in den Musikhochschulen an: Wer wird dort aufgenommen, wer nicht? Wer wird gefördert und wer nicht? Denn selbst wenn jemand die Aufnahmeprüfung bestanden hat, wird die Förderung von Professorinnen und Musiklehrern gebraucht, um weiterzukommen. Dann die Probespiele im Orchester: Das ist ein sehr intransparentes Verfahren, und es ist nicht anonymisiert. Wenn dort hauptsächlich ältere weiße Herren sitzen, wählen sie erfahrungsgemäß immer jemanden aus, der ihnen ähnlich ist: eben einen weißen Mann, heterosexuell und so weiter. Es ist ein sich wiederholendes System, es sind geschlossene Kreise, und solange das der Fall ist, solange immer dieselben Menschen in den Kommissionen sitzen und die Entscheidungen treffen, wird sich nichts ändern.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Ausgabe FONO FORUM Februar 2022.

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Heftinhalt Ausgabe 02/2023

INTERVIEW & PORTRÄT

RAPHAELA GROMES
Auf ihrem neuen Album „Femmes“ widmet sich die junge Cellistin Werken von 23 Komponistinnen aus neun Jahrhunderten

ANDREAS STAIER
Bekannt ist er vor allem als Cembalist und Hammerklavier-Spezialist. Nun stellt Andreas Staier erstmals Selbstkomponiertes vor

JULIA BULLOCK
Die amerikanische Sopranistin nimmt keine gewöhnlichen Wege durch das klassische Opern- und Konzertrepertoire

VÁCLAV LUKS/COLLEGIUM 1704
Das Prager Ensemble Collegium 1704 spielt Smetanas „Má vlast“ auf historischen Instrumenten – ein Hörerlebnis
 

MUSIKGESCHICHTE

EMILIE MAYER
Über 100 Jahre wurde sie nicht gespielt: Nun feiert Brandenburg an der Havel mit Emilie Mayer die vielleicht größte Komponistin der Musikgeschichte
 

HINTERGRUND

UKRAINISCHE KOMPONISTEN
Gerade in schweren Zeiten ist Musik Medium von Identifikation, Zusammenhalt und Trost

MUSIKWETTBEWERBE
In ihrer Dissertation hat Nora Sophie Kienast strukturelle Schwächen von Musikwettbewerben untersucht – und macht Verbesserungsvorschläge

SCHWEIZER FONOGRAMM
Abseits fusionierender Musikkonzerne hat sich ein kleines Label etabliert, das sich in der selbst entwickelten Nische pudelwohl fühlt
 

DIE ZEHN BESTEN

SCHLAGZEUGSTÜCKE
Die Emanzipation des Rhythmus gehört zum visionären Programm der musikalischen Moderne. Diese zehn Perkussion-Werke sollte man kennen
 

KLASSIKKANON

DIE SCHÖNE MÜLLERIN
Weit über 200 Mal wurde der erste Liederzyklus der Musikgeschichte eingespielt. Wir stellen die wichtigsten Aufnahmen vor
 

HIFI FORUM

ZWEI PREISWERTE KOPFHÖRER
Drahtlos mit Geräuschunterdrückung präsentieren sich zwei Kopfhörer von Technics und Ultrasone

EINE PREISWERTE KOMPLETTANLAGE
Gutes HiFi muss nicht unbezahlbar sein, das beweist die Komplettanlage von Pier Audio und Indiana Line
 

JAZZ FORUM

JAZZ AUS DER TÜRKEI
Jazzmusiker oder -musikerinnen aus der Türkei arbeiten zumeist im europäischen Ausland

MATHIAS RÜEGG
Soeben 70 geworden, frönt der Gründer des legendären Vienna Art Orchestra heute der Romantik
 

FOYER

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Wen haben wir im Sinn?
Fünf Fragen, fünf Antworten: Katharina Wildermuth
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