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Jazzer Stephan Braun hat sein Cello quer sitzen. Foto: Christoph Kalck
Jazzer Stephan Braun hat sein Cello quer sitzen. Foto: Christoph Kalck

Vom Cello-Studenten zum Cellisten

Die Cello Akademie Rutesheim rechnet wieder mit vielen Studenten, die die entscheidenden Zutaten lernen möchten, um von ihrem Cellospiel leben zu leben zu können.

Wenn sie mit ihren Instrumentenkästen aus allen Ecken von Rutesheim zum Cello-Campus im Schulzentrum pilgern, wird die jüngste Stadt Baden-Württembergs für eine Woche zum Nabel der Cello-Welt. Vom 30. Oktober bis 5. November 2016 ist es wieder soweit.

Mit Wolfgang Emanuel Schmidt, Jens Peter Maintz, Claudio Bohórquez, Wen-Sinn Yang, Danjulo Ishizaka und Troels Svane holt die Cello Akademie 2016 sechs Solisten und Professoren aus den Musikhochschulen in Weimar, Berlin, Stuttgart, München, Dresden und Lübeck nach Rutesheim. Das Angebot klassischer Meisterkurse wird durch einen Jazz-Meisterkurs für Streicher von Stephan Braun ergänzt. Sämtliche Meisterkurse sind für die Öffentlichkeit zugänglich und bieten interessierten Musikfreunden die Möglichkeit, aus allernächster Nähe zu erleben, wie renommierte Solisten ihre Bühnenerfahrungen an die nächste Generation weiterreichen.


Wer nach seinem Studium eine der begehrten Festanstellungen an Orchestern anstrebt, muss mehr können als perfekt Cello zu spielen. Es gilt, ein Probespiel erfolgreich zu absolvieren. Bei großen Orchestern spielt man gegen bis zu 200 Mitbewerber an – und wenn nach jahrelangem Üben nur wenige Minuten über den weiteren Lebensweg entscheiden, wird künstlerischer Wettbewerb zum gnadenlosen Wettstreit, der eigenen Regeln folgt. Wie man sich auf diese besonders anspruchsvollen Situationen effizient vorbereiten kann, ist Gegenstand des Probespiel-Trainings von Jakob Spahn, Solocellist an der Bayerischen Staatsoper München.http://www.cello-akademie-rutesheim.de/Meisterkurse

Zur Feier seines 70. Geburtstages sucht Cello-Legende David Geringas nach besonderen Orten, um sein Jubiläumsjahr gebührend zu feiern. Rutesheim ist dabei eine seiner Stationen. Gemeinsam mit seinem langjährigen Duopartner Ian Fountain wird er mit einem reinen Beethoven-Abend das erste Konzert der Cello Akademie am 30. Oktober bestreiten und am folgenden Tag den Reigen der Meisterkurse mit einem explizit für die Öffentlichkeit gestalteten Kurs eröffnen.

Der Kurs für Cello-Orchester ist einer der beliebtesten Kurse der Cello Akademie. Er wendet sich an Musiker, die hier unabhängig von Alter oder Leistungsniveau in Rutesheim zusammenfinden. In einer intensiven fünftägigen Zusammenarbeit erarbeiten sie sich ein Programm aus Musikstücken, die exklusiv für dieses Cello-Orchester arrangiert werden. Präsentiert wird das Gelernte in einem großen Abschlusskonzert, bei dem der Klang der bis zu 120 Cellisten mit einer aufwändigen Lichtshow zu einem faszinierenden Seh- und Hörerlebnis verschmilzt. Die professionellen Konzertvideos begeistern auch online und haben in YouTube schon mehr als ein halbe Million Aufrufe erzielt.


Vor acht Jahren hatte der aus Rutesheim stammende Cellist Matthias Trück eine kühne Vision: Er wollte jungen Cellisten aus der ganzen Welt die Möglichkeit geben, bei einigen mit ihm befreundeten Cello-Professoren in Meisterkursen zu studieren. Diese Ausnahme-Cellisten unterrichten nicht nur an den renommiertesten deutschen Musikhochschulen, sondern genießen auch als Solisten internationale Reputation. Was also lag näher als der Gedanke, sie neben ihren Kursen auch als Solisten auftreten zu lassen? Und weil die Bühne bekanntlich der beste Lehrmeister ist, würden auch die Studenten Konzerte geben. Doch damit nicht genug: Die öffentlichen Meisterkurse, eine Instrumenten-Ausstellung und ein hochkarätiges Rahmenprogramm für Cello-Freunde sollten sich zu einer regelrechten Cello-Akademie ergänzen.

Als studierter Cellist tourt Trück seit Jahren mit seinem Celloquartett quattrocelli von Japan bis in die USA und steht mit Künstlern wie den Fantastischen Vier und Phillip Poisel auf der Bühne. Er kennt das Musikgeschäft und wusste genau, was er sich vorgenommen hatte. Wie rasant sein Akademie-Projekt an Fahrt aufnehmen würde, hat jedoch auch den notorischen Optimisten Trück überrascht. Mit dem weitläufigen, während der Herbstferien nicht genutzten Rutesheimer Schulzentrum fand er gleich zu Beginn den idealen Campus für seinen ambitionierten Plan. In nur sieben Jahren entwickelte sich die Cello Akademie Rutesheim zu einer der weltweit bedeutendsten Stätten der Cellowelt. Seit 2009 sind die Meisterkurse stets ausgebucht, besucht von mittlerweile mehr als 450 hochbegabten Studenten aus allen Kontinenten. Zu einem Markenzeichen der Akademie wurden regelmäßige Uraufführungen von Cello-Werken bekannter Komponisten. Zu ihnen zählen jüngere Künstler wie Fabrice Bollon und Christian Jost ebenso wie Lalo Schifrin aus Hollywood (unter anderem Mission Impossible) und Enjott Schneider, der mit Musik zum Erfolgsfilm Schlafes Bruder für Furore sorgte. Nicht minder spannend ist die Auswahl an Gastsolisten, die Trück jedes Jahr nach Rutesheim holt, um die musikalische Vielseitigkeit des Cellos zu demonstrieren: Giovanni Sollima, Stephan Braun, Cello Duello, Wolfram Huschke und 2CELLOS sind nur einige der Künstler von Weltrang, die man in der Region sonst kaum zu hören bekommt.

Im Mittelpunkt der Cello Akademie steht jedoch die Förderung exzellenter Newcomer. Für die internationale Nachwuchs-Elite gehört das künstlerisch hochwertige Lehrangebot in Rutesheim mittlerweile zum unverzichtbaren Baustein ihrer Ausbildung. Dies belegen die Werdegänge von Absolventen wie Bruno Delepelaire, der noch vor wenigen Jahren als Nachwuchscellist bei der Cello Akademie zu hören war und heute als erster Solocellist der Berliner Philharmoniker Musikfreunde weltweit begeistert.

 

Für sämtliche Meisterkurse sind ab sofort Bewerbungen möglich unter: http://www.cello-akademie-rutesheim.de/Meisterkurse

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