Kurt Horres war Intendant der Deutschen Oper am Rhein 1986-1996. Bild: Eduard Straub/Theatermuseum
Kurt Horres war Intendant der Deutschen Oper am Rhein 1986-1996. Bild: Eduard Straub/Theatermuseum

Trauer um Kurt Horres

Kurt Horres ist am 2. Januar 2023, wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag, nach langer schwerer Krankheit in Düsseldorf verstorben. Die Deutsche Oper am Rhein trauert um ihren ehemaligen Generalintendanten, der das Haus von 1986-96 leitete.

Der 1932 in Düsseldorf geborene Kurt Horres studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Köln und besuchte anschließend die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Sein erstes Engagement als Regie­assistent führte ihn an die Komische Oper Berlin im damaligen Ostberlin. Nach Regietätigkeiten in Wuppertal, Köln, Bonn und als Oberspielleiter an den Lübecker Bühnen war er elf Jahre als Operndirektor an den Wupper­taler Bühnen engagiert. Die erste Intendanz übernahm er 1976 am Staatstheater Darmstadt, von dort wechselte er zur Hamburgischen Staatsoper. Als Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein über­nahm er von 1986-96 als Nachfolger von Grischa Barfuss die Leitung der Theatergemeinschaft Düsseldorf Duisburg.
 
Als erster regieführender Intendant des Hauses lag ihm das Repertoire des 20. Jahrhunderts ganz besonders am Herzen. Unter den etwa 60 Opernproduktionen seiner Intendanz finden sich rund 20 Werke des 20. Jahr­hunderts, etwa von Wolfgang Fortner, Giselher Klebe, Erich Wolfgang Korngold, Franz Schreker und Udo Zimmermann – nicht wenige setzte er selbst in Szene. Der von Kurt Horres inszenierte und zusammen mit der Oper Köln produzierte Wagner-Zyklus „Der Ring des Nibelungen“ blieb weit über seine Intendanz hinaus im Repertoire der Deutschen Oper am Rhein. Mit künstlerischen Partnern wie Hans Wallat, der von 1986-96 als Generalmusik­direktor an der Deutschen Oper am Rhein wirkte, Chefdramaturgin Vita Huber, Chordirektor Rudolf Staude und imponieren­den Sängerinnen und Sängern im Ensemble gelang es Kurt Horres trotz größer gewordener Sparzwänge das künstlerische Niveau der Deutschen Oper am Rhein zu halten und ihre gesell­schaft­liche Relevanz immer wieder unter Beweis zu stellen. Gastspiele innerhalb seiner Intendanz führten das Ensemble u. a. nach Brüssel, Wien und Moskau, nach Japan, Spanien und im Oktober 1989, kurz vor dem Mauerfall, mit den beziehungs­reichen Werken „Die tote Stadt“ und „Der Jüngste Tag“ an die Staatsoper Unter den Linden in Ostberlin. Das Ballett der Deutschen Oper am Rhein setzte starke Akzente unter Ballettdirektor Heinz Spoerli, der 1991 auf Paolo Bortoluzzi folgte.
 
„Mit großer künstlerischer Leidenschaft wirkte Kurt Horres vor allem als Wegbereiter der Moderne, der fest an die Zukunft der Kunstform Oper glaubte und das Publikum immer wieder von ihrer Relevanz überzeugte“, so Generalintendant Christoph Meyer. „An der Deutschen Oper am Rhein bleibt er als eine ihrer prägenden Persönlichkeiten in Erinnerung.“

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