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Mehr als "Send In The Clowns"

Er war ein berühmter Name des Musiklebens, der bei uns vor allem in einer Melodie weiterklingen wird. Zum Tod von Stephen Sondheim.

Wirklich populär geworden ist Stephen Sondheim in Deutschland nie. Nur hin und wieder finden sich seine Stücke, die die Bezeichnung „Musical Theatre“ wie die kaum eines anderen amerikanischen Komponisten verdienen, auf deutschen Spielplänen. Selbst Johnny Depps Mitwirkung als mörderischer Barbier in der filmischen Adaption von „Sweeney Todd“ 2007 hat keine tieferen Spuren hinterlassen. Und so ist im Jahr 2015 auch der 85. Geburtstag von Stephen Sondheim ohne großen Widerhall in Deutschland geblieben. Und sein Tod führt nun zu einem kurzen Blätterrauschen. Und dann?

Was wird bei uns von ihm bleiben? Natürlich seine Texte zu Bernsteins "West Side Story". Sein genialer Showstopper "Send In The Clowns", der längst zum Appendix des American Songbook gehört. Aber seine großen Bühnenwerke? Im subventionierten Betrieb hängen die Beziehungs-(Unfähigkeits-)Komödie "Company", der schwarze Barbier-Verschnitt "Sweeney Todd" (den auch Bryn Terfel gegeben hat) oder das musikalische pointilistische Stakkato-Musical über Georges Seurat "Sunday In The Park with George" zwischen Schauspiel und Oper. Und für die großen rein kommerziellen Kompanien gibt es bessere Kassenschlager.

Wir bleiben der Gattung des Musical Theatre im amerikanischen Sinne fremd. Aber vielleicht macht genau das den Reiz von Stephen Sondheim aus. Die Zukunft wird es zeigen.

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