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Anouar Brahem. Bild: Marco Borggreve
Anouar Brahem. Bild: Marco Borggreve

„Sounds of East to West“

Klänge des Orients beim Weltmusik-Festival der Philharmonie Essen

Unter dem Titel „Sounds of East to West“ lädt die Philharmonie Essen zu einem großen Weltmusik-Festival ein: Vom 12. bis 15. Mai 2022 stehen Klänge des Orients im Mittelpunkt. Das Motto schlägt den Bogen vom Morgenland ins Abendland und geht den vielen Gemeinsamkeiten auf den Grund, die beide Kulturkreise verbinden. Dabei zeigt sich immer wieder, dass sich in der Weltmusik die musikalischen Genres und Stile bunt vermischen. Musiker*innen aus dem Iran, dem Libanon, der Türkei, aus Tunesien und Syrien kommen nach Essen, darunter Stars der Szene wie die gefeierte Sängerin Aynur, der Klarinettist und Opus-Klassik-Preisträger Kinan Azmeh sowie der Oud-Meister Anouar Brahem. Das Festival findet zum zweiten Mal statt, die erste Auflage 2018 widmete sich der Musik Afrikas. Ermöglicht wird die Ausrichtung erneut von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Zu den Stars des Festivals gehört der syrische Klarinettist Kinan Azmeh: Am Freitag, 13. Mai, um 19:00 Uhr ist der Opus-Klassik-Preisträger von 2019 mit seiner 2006 in New York gegründeten „City Band“ zu Gast. Hier vereint Azmeh klassische Musik, Jazz und die Musik seiner syrischen Heimat. Im Anschluss daran gehört die Bühne dem tunesischen Meister der Kurzhalslaute Oud, Anouar Brahem, der um 22:00 Uhr gemeinsam mit seinem Quartett mit eigenen Kompositionen sowie vom Jazz beeinflussten Improvisationen begeistern wird.

Ein großes Fest der Kulturen feiert die Philharmonie Essen bei freiem Eintritt am Samstag, 14. Mai. Das musikalische Programm auf der Open-Air-Bühne im Stadtgarten gestalten ab 16:00 Uhr verschiedene Ensembles, moderiert von der NDR-Journalistin Petra Rieß. Den Auftakt macht das Orchester der Alevitischen Gemeinde Deutschlands – kurz AABF Orchester, das sich aus rund 20 Baglama-Spielern und sechs Sängern zusammensetzt und von dem in Istanbul geborenen Baglama-Virtuosen Kemal Dinç geleitet wird. Als Kooperationsprojekt nordrhein-westfälischer Musikschulen kommt es anschließend zum Auftritt des Ensembles Mondomuziko NRW, das unter der Leitung des aus Düsseldorf stammenden Baglama-Spielers Koray Berat Sari Musiker, Instrumente und Programme unterschiedlicher Kontinente zusammenführt. Das aus syrischen, englischen und deutschen Musikern bestehende Nagham Ensemble widmet sich schließlich der Musik der legendären ägyptischen Sängerin Oum Kalthoum sowie weiterer bedeutender Komponisten und Sänger aus der arabischen Hochkultur des 20. Jahrhunderts. Höhepunkt ist das Konzert der Morgenland All Star Band um 20:15 Uhr im Alfried Krupp Saal: Das elfköpfige Ensemble vereint herausragende Musiker des Vorderen Orients mit hiesigen Jazzgrößen. Beteiligt sind unter anderem der Klarinettist Kinan Azmeh, der Sänger Ibrahim Keivo, der Tubist und Serpent-Spieler Michel Godard sowie der Schlagzeuger Bodek Janke.

Begleitet wird das Bühnenprogramm am Samstag von einem vielseitigen Zusatzangebot. Unter dem Motto „Weltmusik – ein politisch umstrittener Begriff“ steht eine Podiumsdiskussion um 17:00 Uhr im Weißen Saal der Philharmonie. Moderiert von Dr. Glaucia Peres da Silva, Soziologin an der Universität Tübingen, setzen sich der Intendant des Morgenland Festivals Osnabrück, Michael Dreyer, die Sängerin Dima Orsho, der Klarinettist Kinan Azmeh sowie Bahar Roshanai von der Körber-Stiftung mit dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Fachliteratur aufgenommenen Begriff auseinander. Bereits um 11:00 Uhr besteht in mehreren Workshops die Möglichkeit, mehr über orientalische Zupf- und Percussion-Instrumente zu erfahren. Die in den Workshops erarbeiteten Beiträge sollen am Nachmittag im Rahmen des Open-Air-Programms präsentiert werden. Zum weiteren Angebot gehören etwa eine Ausstellung zur Kunstgeschichte Syriens (ab 15:00 Uhr in der Wandelhalle der Philharmonie), orientalische Spezialitäten, Henna-Handbemalung und ein Kalligrafiekurs.

Für die musikalischen Glanzlichter am letzten Festivaltag sorgen schließlich zwei bemerkenswerte Stimmen kurdischer Herkunft: Am Sonntag, 15. Mai, um 18:00 Uhr kommt es zunächst zur Begegnung des als „syrischer Troubadour“ bekannten Sängers Ibrahim Keivo mit der syrischen Jazz-Formation Hewar, in der neben dem bereits erwähnten Klarinettisten Kinan Azmeh die aus Damaskus stammende Sängerin Dima Orsho und der syrische Oud-Virtuose Issam Rafea mitwirken. Zum Abschluss um 20:30 Uhr präsentiert die ausdrucksstarke Sängerin Aynur Lieder aus ihrer kurdischen Heimat und mixt diese mit ihrer international besetzten Band mitreißend mit Elementen aus Pop, Klassik und Jazz.

Zum weiteren Programm des Festivals gehören die Vorführungen zweier Dokumentarfilme im Essener Filmstudio Glückauf, einem der ältesten Kinos Nordrhein-Westfalens (Rüttenscheider Str. 2): „Gozaran – Time passing“ schildert am Donnerstag, 12. Mai, um 17:30 Uhrdie beeindruckende Geschichte eines iranischen Musikschaffenden, der mit einem Projekt in seiner Heimat scheitert. Und am Sonntag, 15. Mai, um 15:00 Uhr begleitet die preisgekrönte Dokumentation „No Land’s Song“ die iranische Komponistin Sara Najafi, die davon träumt, ihr Werk mit weiblichen Solopartien auf die Bühne zu bringen.

Einen spannenden Beitrag zum Festival liefert außerdem die Education-Reihe „Philharmonie entdecken“: Im Konzert „Das bunte Kamel“ vermittelt der Erzähler Marko Simsa Kindern ab sechs Jahren spielerisch Wissen über die Menschen, die Kultur und das Leben in arabischen und persischen Ländern. Die Termine am 12. und 13. Mai, jeweils um 10:00 und 12:00 Uhr, richten sich an Schulklassen. Am Samstag, 14. Mai, um 11:00 und 15:00 Uhr sind Familien angesprochen.

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