JazzBaltica 2022 mit Wolfgang Haffner's Dreamband. Bild: Felix König
JazzBaltica 2022 mit Wolfgang Haffner's Dreamband. Bild: Felix König

Resümee am Timmendorfer Strand

Rund 17.500 Besucherinnen und Besucher genossen vom 23. bis zum 26. Juni bei bestem Wetter ein langes Wochenende voller Jazz-Konzerte in Timmendorfer Strand.

Der schwedische Posaunist Nils Landgren feierte damit sein 10-jähriges Jubiläum als künstlerischer Leiter des Festivals. Insgesamt 34 Konzerte und Sessions stießen auf großes Interesse und lockten auch viele Passanten spontan zum Festivalgelände. Alle Konzerte auf der MainStage waren ausverkauft.

»Ich bin überglücklich! Es ist großartig, wieder ein Festival mit so vielen alten und neuen Freunden feiern zu können. Die Künstlerinnen und Künstler genießen gemeinsam mit dem Publikum die familiäre Atmosphäre – ein rundum gelungenes Wochenende!« sagt Nils Landgren, künstlerischer Leiter von JazzBaltica.

Jazzgrößen im Hauptprogramm

Nachdem sie im vergangenen Jahr nach draußen in den Strandpark verlegt worden war, befand sich die Maritim MainStage nun wieder im Festsaal des Maritim Seehotel Timmendorfer Strand. Hier waren Jazzgrößen wie China Moses, Omar Sosa und Marialy Pacheco zu erleben. Ensembles wie die NDR Bigband, Enders Room, die Dirty Loops und DJÄSS traten auf. Beim Familienkonzert jubelte das junge Publikum Christian Brückner und dem wilden Jazzorchester bei ihrer Version des »Dschungelbuchs« zu. Im Sonderkonzert am Donnerstag, 23. Juni, war Wolfgang Haffners Dreamband zu erleben – zudem gab es eine Jubiläumsüberraschung des Festivalteams für Nils Landgren.

Das Hauptprogramm schließt heute um 21 Uhr mit einem Highlight: Gilberto Gil, Mitbegründer und Legende des Tropicalismo, feiert auf der Maritim MainStage gemeinsam mit seiner Familie seinen heutigen 80. Geburtstag.

Spannende Entdeckungen auf den kostenlosen Bühnen

@the beach gab sich Nils Landgren gemeinsam mit seinem langjährigen musikalischen Freund Johan Norberg (Gitarre) persönlich die Ehre. Bei sommerlicher Abendstimmung ließen sie gemeinsam mit zahlreichen Fans das chapter 2 aufleben.

Im JazzCafé war am Freitag unter anderem das Ramuel Tafenau Quartet zu erleben, das jungen Jazz aus Estland präsentierte. Mit Liisi Koikson und dem Janno Trump New Clarity Ensemble treten heute noch zwei weitere estnische Formationen aus, die Jazz mit Singer-Songwriter und mit Streichquartettklängen bereichern.

Auf der OpenAir-Bühne waren vor allem junge Talente und Ensembles aus der Region zu erleben, darunter die Funky Friends aus Nordrhein-Westfalen, frisch gekürte Preisträger der Bundesbegegnung Jugend Jazzt oder das Sunay Morning Jazz Orchestra, das noch seine Festivaleinladung von 2020 nachholte.

Der diesjährige IB.SH-JazzAward-Preisträger Ilja Ruf war bereits Donnerstagabend beim upptakt im JazzClub mit seinem Trio zu erleben und erwies sich als würdiger Preisträger. Am Freitagabend überreichte ihm Gabriela Albertsen, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der IB.SH, den mit 3.000 Euro dotierten Preis auf der MainStage. Seit 2008 stiftet die IB.SH den Award und ehrt damit die Arbeit und das künstlerische Potenzial junger und vielversprechender deutscher Musiker und Musikerinnen, die bei JazzBaltica auftreten. Ilja Ruf freute sich über den Preis und erinnerte sich an viele JazzBaltica-Ausgaben, die ihn schon während seiner Schulzeit in Timmendorfer Strand musikalisch geprägt hatten.

JazzTalks & Sessions

Wieder dabei war in diesem Jahr auch das JazzBaltica-Format von NDR Kultur: Unter dem Titel »’Round Midnight« lud NDR-Moderatorin Sarah Seidel Gäste wie Marialy Pacheco, Omar Sosa oder Donny McCaslin zu später Stunde in den JazzClub ein. Die Sessions mit Musikerinnen und Musikern aus dem Festivalprogramm, die spontan zum weiteren Musizieren zusammenkamen wurden vom Trio Freedom Tree eröffnet.

Die JazzTalks fanden ohne Publikum statt. Die Gespräche zwischen Peter Kleiß, langjähriger Jazzredakteur des Saarländischen Rundfunks, und den JazzBaltica-Künstlerinnen und Künstlern wurden aufgezeichnet. Mit dabei sind unter anderem Nils Landgren gemeinsam mit Anders Jormin, Marialy Pacheco, Aki Takase, Johannes Enders, Pablo Held und Tony Lakatos. Sie sind ab September in der Mediathek auf www.jazzbaltica.de und auf dem YouTube-Kanal von JazzBaltica abrufbar. 

 

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