Oper Hannover, Peter O'Reilly. Foto: Clemens Heidrich
Oper Hannover, Peter O'Reilly. Foto: Clemens Heidrich

Humanoides Musiktheater

Die Staatsoper Hannover bringt einen musikalischen Thriller zur deutschen Erstaufführung, der die Grenzen zwischen künstlicher Intelligenz und menschlicher Emotion verschwimmen lässt.

Nach dem Tod seiner Freundin erschafft sich der Roboterkonstrukteur Jonah die perfekte Frau in Form der Androidin Alma. Als diese jedoch ein eigenes Bewusstsein entwickelt, fordert sie ihr Recht auf eine selbstbestimmte Existenz ein. Zwischen Mensch und Maschine entbrennt ein Kampf um Leben und Tod – und auch um die Frage, was das eigentlich bedeutet: Menschsein.
 
Der Lernprozess der Androiden ist unkontrollierbar. Jederzeit kann das Spiel mit der künstlichen Intelligenz in bitteren Ernst umschlagen. Wir Menschen können unserem eigenen Bewusstsein genauso wenig entkommen, wie der Android seinem Programm. Wir können nur unserer Wahrnehmung der Welt vertrauen und auf dieser Grundlage Entscheidungen treffen. Wie also können wir sicher sein, dass wir selbst „echte“ Menschen sind – und nicht nur „humanoid“?
 
Mit der deutschen Erstaufführung von humanoid zeigt die Staatsoper Hannover einen hochaktuellen musikalischen Thriller von Leonard Evers, einem der erfolgreichsten Komponisten für junge Oper unserer Zeit. Sein Stück bewegt sich flexibel zwischen den Genres – und behält dabei doch seine ganz eigene Klangsprache. So bricht Jonahs Freund Piet begeistert von dessen Programmierkünsten in eine Art Musicalsong aus, Jonah glaubt sich derweil in einem musikalisch düsteren Albtraum von seiner toten Freundin verfolgt. Schnell sind die Wechsel zwischen scheinbar harmlosem Geplapper und gefährlich auf der Lauer liegenden, rhythmisch pulsierenden Flächen, die bedrohlich anschwellen und zu wahren Klangwellen anwachsen können.

Premiere: Samstag, 11. Juni

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