Kraftwerk Peenemünde. Foto: Geert Maciejewski
Kraftwerk Peenemünde. Foto: Geert Maciejewski

New York Philharmonic im Kraftwerk

Das New York Philharmonic verwandelt Usedom im Jahr seines 180-jährigen Jubiläums unter der Leitung seines Chefdirigenten Jaap van Zweden mit völkerverbindender Musik in eine Insel der Freiheit.

Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Unterzeichnung der Deklaration der Vereinten Nationen und der Feier „20 Jahre Peenemünder Konzerte des Usedomer Musikfestivals“ laden das Usedomer Musikfestival und der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern in Zusammenarbeit mit dem Historisch-Technischen Museum Peenemünde und Dorn Music zu der mehrtägigen Residenz des weltbekannten Orchesters vom 20. bis 22. Mai 2022 ein.

Dazu Birgit Hesse, Präsidentin des Landtags und des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Für Mecklenburg-Vorpommern ist die Residenz des New York Philharmonic ein Jahrhundertereignis, mit dem wir ein internationales Achtungszeichen und ein Signal des Friedens und der Freiheit senden wollen. Vor dem Hintergrund einer verantwortungsvollen Erinnerungskultur werden mit dem transatlantischen Brückenschlag durch Musik die Themen Weltoffenheit und Völkerverständigung transportiert. Das macht das Event auf lange Sicht einzigartig im Kulturland MV“. Zugleich erinnere dieses Ereignis laut Hesse an die eigene Auswanderergeschichte. Im 19. Jahrhundert empfingen die USA einst hunderttausende Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern mit offenen Armen. „Angesichts dieser Erfahrungen dürfen uns die Flüchtlingsschicksale unserer Tage nicht kalt lassen“, so Hesse weiter.

In drei Peenemünder Konzerten erfüllen die vom Geist der Freiheit, des Friedens und der Vielfalt getragenen Klänge des New York Philharmonic das historische Kraftwerk auf dem Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalten Peenemünde, Mecklenburg-Vorpommerns größtes Industriedenkmal. Als Solisten erleben Besucher mit der Violinistin Anne-Sophie Mutter, dem US-amerikanischen Bariton Thomas Hampson und dem polnisch-kanadischen Pianisten Jan Lisiecki Weltstars der Klassik. Im Projekt side by side spielen Musiker des durch das Usedomer Musikfestival gegründeten Orchesters Baltic Sea Philharmonic gemeinsam mit dem traditionsreichen New York Philharmonic zur Eröffnung der Residenz am 20. Mai 2022.

Die weltweit gefeierte Violinistin Anne-Sophie Mutter bringt das ihr gewidmete Violinkonzert „Anne-Sophie“ ihres verstorbenen und von den Nationalsozialisten verfolgten Ehemannes André Previn nach Peenemünde: „Sein Violinkonzert an diesem Ort mit einem US-amerikanischen Orchester und einem niederländischen Dirigenten aufführen zu dürfen, ist ein herausragender und unvergesslicher Moment in meiner Karriere. Und dieses Konzert setzt ein starkes Zeichen weit über die deutsch-amerikanische Völkerverständigung hinaus.“ Das Usedomer Musikfestival beobachtet die Musikerin mit großem Respekt und Bewunderung bereits seit Jahren. „Ich verstehe es deshalb als eine große Ehre, wenn ich im kommenden Jahr erstmals beim Usedomer Musikfestival auftreten darf“, sagt Anne-Sophie Mutter.

Vor dem Hintergrund der besonderen Geschichte der ehemaligen Heeresversuchsanstalt der Nationalsozialisten in Peenemünde, an die heute durch das Historisch-Technische Museum Peenemünde verantwortungsvoll erinnert wird, betont Thomas Hummel, Intendant des Usedomer Musikfestivals, die einzigartige Bedeutung der Residenz des New York Philharmonic auf Usedom: „Wenn ein Spitzenorchester wie das New York Philharmonic mit drei der bedeutendsten Interpreten unserer Zeit gerade an den Ort kommt, an dem einst die Waffen entwickelt wurden, die auch New York vernichten sollten, ist dies schon fast ein historisches Ereignis. Darum wollen wir mit der Residenz dieses Orchesters vor allem eins: Den Frieden, die Freiheit und die Vielfalt feiern, Brücken bauen und der Opfer von Nationalsozialismus und Krieg gedenken.“

Seit die Peenemünder Konzerte des Usedomer Musikfestivals – eine Initiative des Usedomer Musikfestivals, des Norddeutschen Rundfunks und des Historisch-Technischen Museums Peenemünde – im Jahr 2002 mit mehr als 250 Musikern aus drei Ländern unter der Leitung des Jahrhundertcellisten Mstislaw Rostropowitsch eröffnet wurden, unterstreichen international bedeutende Musiker, Ensembles und Staatsgäste den hohen Rang dieses Veranstaltungsformates.

Bereits im Jahr 2012 entwickelte das Usedomer Musikfestival gemeinsam mit seinem ersten Schirmherrn und Ehrenschirmherrn Kurt Masur, Chefdirigent des New York Philharmonic der Jahre 1991 bis 2002, der auch die Peenemünder Konzerte 2012 mit dem Baltic Sea Philharmonic eröffnete, eine Vision für länderverbindende Konzerte mit dem weltbekannten US-amerikanischen Orchester.

Die Musik der drei Konzertabende verbindet drei Regionen dieser Welt – Mitteleuropa, Osteuropa und die USA – und zeichnet musikalisch das hochemotionale Panorama transatlantischer Geschichte, geprägt von der Sehnsucht der Menschen nach Frieden, Freiheit und Gleichberechtigung.

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